Kategorie-Archive: Botanik

Steckbrief: Salomonssiegel

Das Salomonsiegel, auch vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum), vielblütiges Salomonssiegel oder Wald-Weißwurz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Im April erscheinen die Austriebe, wobei die Blätter noch um den Stängel „gewickelt“ sind. (siehe Bild 2)
Der bevorzugte Standort sind Buchen- und Laubmischwälder auf humus- und kalkhaltigem Lehmboden, weshalb die Weisswurz auch auf Brettener Gemarkung anzutreffen ist.

Die Vielblütige Weißwurz erreicht mit ihrem runden Stängel Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimeter. Die Blütenstände in den Blattachseln enthalten zwei bis fünf Blüten, die von langrüsseligen Insekten wie Hummeln, bestäubt werden (Bild 4). Aus ihnen entwickeln sich Beeren, die zunächst grün, dann im reifen Zustand, zwischen August und September, blau gefärbt sind (Bild 5 + 6).

Der Name Weißwurz kommt von den weißlichen Wurzeln der Pflanzen, die Bezeichnung Salomonssiegel bezieht sich die abgestorbenen Triebe des Vorjahres, die Narben, ähnlich eines Dokumentensiegels ausbilden.
Achtung: Alle Pflanzenteile sind giftig, vor allem die Beeren! Die vielblütige Weißwurz kann leicht mit dem viel selteneren echten Salomonssiegel, dessen Stängel oben kantig ist, verwechselt werden.

Steckbrief: Sumpfdotterblume Caltha palustris

Sie macht ihrem Namen alle Ehre: Sie wächst in Sumpfgebieten oder an Wasserläufen und ihre Blütenblätter sind dottergelb. Von März bis Juni locken ihre Nektar produzierenden Blüten die verschiedensten Insekten an. Diese Pflanze, die über ganz Europa verbreitet ist, war noch vor wenigen Jahrzehnten in Bretten und Umgebung häufig anzutreffen. Aber durch die Entwässerung von Feuchtgebieten wie nassen Wiesen und Tümpeln, ist dieses Hahnenfußgewächs auch bei uns seltener geworden. In einigen Bundesländern steht sie bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten.

Steckbrief: die Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) – die Blume des Jahres 2016

Die Wiesen-Schlüsselblume wurde von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2016 gewählt. Aus der Begründung:

Die Lebensräume der Wiesen-Schlüsselblume, eher trockene Wiesen auf kalkhaltigem Boden, werden immer intensiver genutzt und gedüngt oder gar zu Ackerland umgebrochen. An anderen Stellen führt die Aufgabe der Nutzung dazu, dass Büsche und Bäume die lichtliebenden Schlüsselblumen verdrängen. Zwar kann die Blume des Jahres 2016 auch in lichten Wäldern noch wachsen, aber wenn die Beschattung zu stark wird, verschwindet sie. Trockene, nicht intensiv bewirtschaftete Wiesen sind immer seltener in unserer Landschaft zu finden.
Mit der Wahl von Primula veris zur Blume des Jahres soll auch auf ihren schwindenden Lebensraum aufmerksam gemacht werden, der für viele weitere Pflanzen und Tiere eine Heimat ist. Da ihr Bestand so schwach ist, darf die Wiesen-Schlüsselblume in der freien Natur nicht gepflückt oder ausgegraben werden.

Die Wiesen-Schlüsselblume erkennt man ihren dottergelben, stark duftenden Blüten mit fünf orangefarbenen Flecken (Saftmale) in der Blüte. Die Blütenkelche sind blassgrün und bauchig.
Die Hohe Schlüsselblume, die bei uns auch in vielen Gärten verbreitet ist, duftet dagegen weniger stark und die Blüten sind eher blassgelb. Der Saum der Blütenkrone ist flach. Die Blütenkelche sind länglich schmal und eng anliegend (siehe Bild 3) .
Die Wiesen-Schlüsselblume wird in einigen Ländern als stark gefährdet in den Roten Listen geführt, in Baden-Württemberg befindet sie sich bereits auf der Vorwarnliste.


Vortrag über heimische Orchideen

Orchideen-VortragEs gibt zahlreiche Orchdeenliebhaber die diese tropischen Pflanzen mit den wunderbaren Blüten liebevoll auf ihrer Fensterbank züchten. Aber nur wenige wissen, dass es auch bei uns wildwachsende Orchdeen gibt. Oft versteckt blühen diese botanischen Kleinodien in Wäldern und auf Wiesen. Der Brettener Naturfotograf Hans-Georg Leonhardt hat diese Pflanzen mit seiner Kamera im Brettener Umland aufgespürt. In seinem Vortrag präsentiert er die faszinierenden Pflanzen unserer Heimat.

Zu diesem Vortrag am 14. März 2016 um 19:30 Uhr laden AWO und BUND herzlich ein. Veranstaltungsort ist das AWO-Jugendhaus in Bretten Bahnhofstraße 13/1 neben der Jugendmusikschule. Der Eintritt ist frei! Gäste sind willkommen!




Steckbrief: Winterling Eranthis hyemalis

Dieses Hahnenfußgewächs blüht zwischen Januar und März (Name). Die Blüten dieser bis zu 20 Zentimeter hohen Pflanze, bestehen aus sechs bis acht gelbglänzenden Blättern. Neben den Staubblättern gibt es mehrere röhrenförmige Nektarblätter. Diese liefern den Blüten besuchenden Wildbienen und Hummeln Nektar und Pollen. Die Blüten sind nur bei Sonnenschein und warmen Tagen geöffnet. Der giftige Winterling stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, wurde aber bereits im 16. Jahrhundert bei uns in Gärten und Parks kultiviert. Im Raum Bretten ist er in Vorgärten, Heckengebieten und Weinbergen anzutreffen.

Steckbrief: die Schneebeere (Symphocarpos rivularis)

Dieser Strauch stammt aus Nordamerika hat sich bei uns seit Beginn des 20. Jahrhunderts eingebürgert. Seine gegenständigen Laubblätter sind oben dunkelgrün auf der Unterseite blaugrün. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. In dieser Zeit liefern die unscheinbaren Blüten reichlich Nektar und locken damit zahlreiche Insekten wie Bienen und Schwebfliegen an. Die weißen Steinfrüchte („Knallerbsen“) erscheinen von September bis Oktober. Die Schneebeere wird außerdem in der Liste geeigneter Pflanzen für vogelfreundliche Hecken und Sträucher empfohlen.
Hinweis aus Wikipedia:Die Giftzentrale der Universität Bonn stuft die Art als giftig ein und gibt als Symptom Brechdurchfall an. Bei kleinen Mengen (drei bis vier Beeren) kommt es meist zu keinen Symptomen, bei größeren Mengen kommen Darmbeschwerden, Fieber und Müdigkeit vor.

Steckbrief: Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans)

Diese krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse, hat bis zu einem Meter lange meist flach auf dem Boden liegende Stängel. Die Laubblätter sitzen an langen Stielen und sind fünfzählig gefingert (Name). Die etwa zwei Zentimeter großen, gelben Blüten, besitzen fünf Blütenblätter. Die Früchte, etwa 200 kleine Nüsschen pro Blüte, werden von Ameisen verbreitet. Wurzeln und Blätter dieser häufigen Pflanze enthalten Gerbstoffe.

Steckbrief: Scharbockskraut ( Ranunculus ficaria oder Ficaria verna)

Dieser Frühblüher aus der Familie der Hahnenfußgewächse, besitzt Vitamin C-haltige Blätter. Der Scharbock (Skorbut), an dem früher die Seefahrer fürchterlich litten, tritt bei Vitamin C Mangel auf. Aber Vorsicht: Diese Pflanze ist vor allem nach der Blütezeit giftig! Die herzförmigen und glänzenden Blätter sitzen an langen Blattstielen. Die sternförmigen, goldgelb glänzenden Blüten können mehr als fünf Zentimeter Durchmesser erreichen. Von März bis Mai werden sie von Insekten besucht.

Ein Paradies für Insekten

ist dieser mustergültige Vorgarten am Brettener Promenadenweg. Dieses Blütenmeer ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine wichtige Futterquelle für Wildbienen.

Steckbrief: Stinkende Nieswurz Helleborus foetidus

Dieser immergrüne Halbstrauch aus der Familie der Hahnenfußgewächse erreicht eine Wuchshöhe von etwa einem halben Meter. An holzigen Stielen sitzen die 7 bis 9 fach geteilten Blätter. Die glockenförmigen Blüten mit zum Teil rötlichem Rand, öffnen sich bereits im Spätwinter. Sie werden von Hummeln und Pelzbienen besucht. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich bis zu drei Zentimeter lange Balgfrüchte. Die Samen, die ein nahrhaftes Anhängsel (Elaiosom) besitzen, werden durch Ameisen verbreitet (Myrmekochorie). Der unangenehme Duft dieser Pflanze führte zu ihrem Namen (foetidus =stinkend ).

Steckbrief: Efeu (Hedera helix Araliaceae)

Diese immergrüne Pflanze kann bis zu 20 Meter hoch klettern. Sie wächst in Parkanlagen, Gärten, Wälder und an Mauern. Die bis zu 12 Zentimeter großen Blätter sind dunkelgrün und drei- bis fünflappig . Eine dicke Haut (Kutikula) schützt das Blatt vor starkem Wasserverlust durch Verdunsten. Erst im Alter von mindestens acht Jahren entwickeln sich die gelbgrünen , doldenartigen Blüten. Efeu blüht von Ende August bis Oktober und lockt eine Vielzahl von Insekten wie zum Beispiel Schmetterlinge, Faltenwespen und Schwebfliegen an.

Durch die Klimaerwärmung hat sich die wärmeliebende Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae), die auf Efeublüten angewiesen ist, auch in Bretten ausgebreitet. Die beerenähnlichen, blauschwarzen, kugeligen Steinfrüchte sind erst nach dem Winter ausgereift. Efeu ist giftig und kann ein Alter von über 400 Jahren erreichen.

Siehe auch: Schadet Efeu unseren Bäumen?     Efeu an Bäumen – ein Problem?

Steckbrief: Winterjasmin Jasminum nudiflorum

Diese frostharte Pflanze aus der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) blüht bei milder Witterung von Dezember bis April. An Rankgerüsten kann dieser Spreizklimmer drei Meter und mehr hochklettern. An seinen langen vierkantigen Trieben sitzen bis zu zwei Zentimeter lange schmale Blätter. Die Blüten sind leuchtend gelb. Sein Ursprungsland ist China. Diese Zierpflanze wächst auch in Brettener Gärten.