Die erste Fundmeldung erreichte den BUND Bretten im April 2019 aus Oberderdingen. Ein Jahr später schickte ein Betroffener aus dem Raum Heidelberg, der von einer Spinne gebissen worden war, das erste Belegfoto.
Dies nahm der BUND zum Anlass, nach dieser Spinne gezielt zu suchen. In den folgenden Monaten wurden verschiedene Gartenmauern in der Kernstadt abgesucht.
Wir veröffentlichten einen ersten Bericht dazu im Oktober 2020.
Die Überraschung war groß
So konnten Anfang November gleich acht ausgewachsene Exemplare entdeckt werden. Bei einer Temperatur von knapp sieben Grad über dem Gefrierpunkt lauerten sie auf Beute. Die niedrigen Temperaturen schränken ihre Aktivität offensichtlich nicht ein. Deshalb war es keine Überraschung am Silvesterabend 2022, nach frühlingshaften Tagestemperaturen von plus 19 Grad, gleich sechs aktive Spinnen zu entdecken.
In den folgenden Jahren wurden Spinnen aus den unterschiedlichsten Lebensräumen gemeldet:
An Bretterzäunen, Gartenhäuschen, Hauswänden und in einem Gartenhäcksler wurden die Spinnen angetroffen. Ein Exemplar im Kinderwagen wurde noch rechtzeitig entdeckt und konnte entfernt werden.
In 2026 erreichten den BUND hauptsächlich Fundmeldungen in Wohnungen. So wurden in einem Haus in der Innenstadt in den Monaten September und Oktober vom Keller bis zum Dachboden insgesamt fünfzehn Nosferatuspinnen gezählt. Die großen Spinnen entdeckt man dann besonders leicht, wenn man bei Dunkelheit ein Zimmer betritt und das Licht einschaltet. Dann fliehen die Spinnen meistens zurück in ihr Versteck oder rühren sich nicht von der Stelle. Dann hat man Gelegenheit, sie mit einem Glas zu fangen und weit weg vom Haus freizulassen. Aber Vorsicht! Fühlt sich die Spinne in die Enge getrieben, dann nimmt sie mit weit auseinander gespreizten Giftklauen eine Drohhaltung ein. Jetzt kann sie blitzschnell zubeißen. Ihre Giftklauen sind so lang, dass sie die menschliche Haut durchstechen können. Der Biss ist schmerzhaft, aber nicht lebensgefährlich.
Die Nosferatuspinne hat sich in wenigen Jahren in Deutschland bis zur Ostsee ausgebreitet.

