Wildbienenschutz

bienen2.jpgWildbienen: Bedeutung – Gefährdung – Schutzmaßnahmen

Bedeutung

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es einschließlich der 20 Hummelarten rund 500 verschiedene Wildbienen. Davon leben die mei­sten als sogenannte Einsiedlerbienen, bei denen das Weibchen ganz allein ein Nest baut und die Brut versorgt.
Alle Wildbienen sind harmlos! Sie stechen nur dann, wenn man sie in die Hand nimmt und drückt! Wegen ihrer unersetzlichen Bestäuberfunktion , die sie zusammen mit der Honigbiene ausüben, und we­gen ihrer Gefährdung stehen alle Wildbienen unter Schutz!

Ihr Artenreichtum und die damit verbundenen vielfältigen Anpassungen an die verschiedensten Blütenpflanzen ist die Voraussetzung für die Samen- und Fruchtbildung bei zahlreichen Blumen und Obst­bäumen. Alle Wildbienen sind rege Blütenbesucher. Die nestbauenden Arten zeigen eine ausgeprägte Brutfürsorge, das heißt, Nektar und Blü­tenstaub werden als Nahrungsvorrat für die sich entwickelnde Larve in die Brutzelle eingetragen.

Manche Wildbienen sind auf ganz be­stimmte Futterpflanzen als Nahrungsquelle angewiesen. Kommen diese nicht zur Blüte, weil zu früh gemäht wurde, dann verringert sich infolge Futter-mangel der Bienenbestand. In gleicher Weise wirkt sich der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln aus.

Gefährdung
Der starke Rückgang unserer Wildbienen ist hauptsächlich auf fol­gende Ursachen zurück-zuführen:
– Verlust der Lebensräume wie Wegränder, Brachflächen, Hohlwege und Hecken durch die  Ausweitung von Siedlungen, Industriegebie­ten und Ackerflächen.
– Geringes Nahrungsangebot in den Gärten mit Rasen und Nadelbäumen.
– Beseitigung wichtiger Nahrungsquellen (Wildkräuter) durch Unkrautvernichtungsmittel.
– Durch den Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln werden die Wildbienen direkt geschädigt.
– „Ausgefegte“ Gärten und die Verwendung moderner Baumaterialien verringern das Angebot an Nistmöglichkeiten.

Schutzmaßnahmen
Pflanzen Sie in Ihrem Garten solche Pflanzen an, die Blütenstaub und Nektar liefern, wie zum Beispiel Glockenblumen, Gemeiner Beinwell, Blaukissen, Goldscharfgarbe oder Fenchel. Auch blühende Küchenzwiebeln und Lauch sind gute Futterquellen. In Balkonkästen können folgende „Bienenpflanzen“ gezogen werden: Thy­mian, Ringelblume, Schafgarbe, Kugellauch .

Besondere Bedeutung haben Blumenwiesen, die nicht gedüngt und zweimal im Jahr – Anfang Juli und Ende September – gemäht werden. Dabei sollte das Mähgut entfernt werden, da die für Bienen wichti­gen Pflanzen wie Hornklee, Witwenblume, Wilde Möhre oder Wiesen-Pippau , vorzugsweise auf nährstoffarmen Böden gedeihen.

Bei der Pflanzung von Sträuchern sollten folgende einheimische Ar­ten bevorzugt werden: Weißdorn, Schlehe, Wildrosen und Weiden.
Auf Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel unbedingt ver­zichten !

Anbieten von Nistmöglichkeiten

– Markhaltige Stängel von Sommerflieder, Holunder, Königskerzen sowie Bambus oder Pappröhren können, zu kleinen Bündeln verschnürt, in einer geschützten, sonnigen Gartenecke aufgehängt werden.
– Morsche Äste oder Pfähle werden oft als Nistplatz benutzt; des­halb, wenn möglich, nicht entfernen!
– Für bodenbrütende Arten genügt oft eine tischgroße Bodenfläche, die von Bewuchs völlig freigehalten wird.
– Nistklötze aus Holz können aus nichtfaserndem, abgelagertem Holz, wie zum Beispiel Eiche, Buche und Esche selbst hergestellt werden.

Nist­hölzer nicht mit Holzschutzmitteln imprägnieren !
Herstellung von Wildbienen-Nisthölzern

In einen Holzklotz beliebiger Größe werden verschieden starke (2 – 10 mm Durchmesser) Löcher von 5 – 10 cm Tiefe gebohrt. Die Löcher sollten jeweils einen Abstand von etwa 2 cm haben.Bohrmehl und querstehende Fasern entfernen!
Der Nistklotz sollte an einem sonnigen Platz so angebracht werden, dass die Bohrlöcher waagrecht liegen und für die Bienen gut zugäng­lich sind. Klotz ganzjährig im Freien lassen (auch im Winter).

Vorschlag zum Bohren eines Klotzes und Ansicht des fertigen und eines „belegten“ Klotzes

Wir bieten Ihnen hier den Bohrplan zum Download an –> Bohrplan Nistklotz
 

                                    Wir wünschen ihnen viel Freude beim Beobachten ihrer Wildbienen!

Weitere Informationen zu Wildbienen finden Sie auf der sehr empfehlenswerten Seite Faszination Wildbienen

Kommentieren!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen