Auf den ersten Blick sieht sie einer Wespe zum Verwechseln ähnlich. Tatsächlich täuscht sie mit ihrer schwarz-gelben Färbung Gefährlichkeit vor, um Fressfeinde abzuschrecken. Dabei ist die Wollbiene (Anthidium manicatum) völlig harmlos. Ihr Körperbau ist plumper als der einer Wespe. Die Weibchen dieser Wildbienenart haben eine Körperlänge von etwa einem Zentimeter. Die Männchen sind doppelt so groß und besitzen am Hinterleibsende fünf schwarze Dornen, die sie im Flug zur Verteidigung gegen Nahrungskonkurrenten einsetzen.
Die Verwendung von Pflanzenwolle zum Brutzellenbau hat zu ihrem Namen „Woll“biene geführt.
Die Brutzellen werden in Hohlräumen angelegt und mit Pflanzenwolle verschlossen. Die jungen Bienen schlüpfen im Juni aus und fliegen bis Oktober.
Um den Bestand der Wollbienen zu erhalten, hat der BUND einen Lebensraum für diese Wildbienenart geschaffen. Hier finden diese Insekten Pflanzen, die neben Nektar und Blütenstaub auch Pflanzenhaare (Wolle) für den Nestbau liefern. Daneben werden auch Hohlräume für die Anlage der Brutzellen bereitgestellt.
Wegen ihrer unersetzlichen Bestäuberfunktion für Wild- und Kulturpflanzen stehen alle Wildbienen unter gesetzlichem Schutz. Dennoch ist jede zweite Wildbienenart gefährdet, weil immer noch jeden Tag, auch bei uns, Lebensräume von Wildbienen planmäßig vernichtet werden.
Wer Wollbienen ansiedeln möchte , dem empfiehlt Gertraud Steinbach vom BUND, im Garten Wollziest (Stachys byzantina) anzupflanzen. Wenn dieser blüht, dann kann man aus nächster Nähe beobachten, wie die Weibchen an Blüten Pollen und Nektar sammeln und von den Blättern die silbrigen Pflanzenhaare für den Nestbau abschaben. Die Männchen umkreisen währenddessen fast pausenlos die Futterpflanze und verteidigen ihr Revier heftig gegen Eindringlinge. Selbst größere Insekten, wie Holzbienen, werden attackiert.