Kategorie-Archive: Schmetterlinge

BUND – Riesenschmetterling im Kraichgau

Erfolgreiche Suche nach Wiener Nachtpfauenauge

Das Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia pyri) ist mit einer Flügelspannweite von 16 Zentimeter nicht zu übersehen. Fast 40 Fundmeldungen gingen im Jahr 2024 beim BUND in Bretten ein. Die Fundorte erstreckten sich von Gochsheim über Bretten bis nach Kleinglattbach. Auch Raupen und Puppenfunde wurden gemeldet. Damals hielten Wissenschaftler eine Einwanderung dieses Falters in den Kraichgau für unwahrscheinlich. Vielmehr wurde vermutet, dass es sich bei den Funden um Zuchtexemplare handelte, mit denen versucht wurde, diese Art bei uns anzusiedeln.
Auch in diesem Jahr hatte der BUND Bretten auf seiner Homepage und in der örtlichen Presse dazu aufgerufen, Funde vom Wiener Nachtpfauenauge zu melden. Von aufmerksamen Lesern wurden insgesamt 37 Schmetterlinge entdeckt. Die Fundmeldungen erstreckten sich von Bruchsal bis Zaberfeld und von Kraichtal bis Neulingen. Fast alle der Funde wurden mit einem Foto dokumentiert. Es könnte also durchaus sein, dass dieser große Schmetterling doch im Kraichgau heimisch wird.

Fundorte 2026 des Wiener Nachtpfauenauges Saturnia pyri :

  • Bretten und Ortsteile 16 (davon eine Paarung mit Belegfoto)
  • Bruchsal 2
  • Friedrichstal/Stutensee 1
  • Gondelsheim 1
  • Kraichtal/Oberacker 1
  • Maulbronn 3
  • Kraichtal/Münzesheim 1
  • Neulingen/Nußbaum 1
  • Oberderdingen 4
  • Obergrombach 1
  • Sternenfels2
  • Zaberfeld 2
  • Zaisenhausen 2

Link zur Bildergalerie

Earth Night 2026 am 11. September

Nachtretter BUND PlakatDurch künstliche Beleuchtung werden die Nächte immer heller. Das schadet Pflanzen, Tiere und Menschen.Vor allem nachtaktive Insekten und Fledermäuse sind davon betroffen. Durch die Earth Night soll auf diese Problematik aufmerksam gemacht werden.

Jeder kann sich daran beteiligen.
Am 11.9.26 mit Beginn der Dunkelheit alle Außenlichter, bis auf die allernotwendigste Beleuchtung, für eine ganze Nacht lang abschalten oder reduzieren.

Neben Umweltorganisationen wie der BUND beteiligen sich auch Gemeinden an dieser Aktion. So nimmt zum Beispiel die Stadt Stuttgart zum siebten Mal an der Aktion teil.

BUND Baden-Württemberg Projekt: Die Nachtretter

Stuttgart macht bei der Earth Night das Licht aus

Eart Night: Licht aus für eine ganze Nacht

BUND sucht Wiener Nachtpfauenauge

Im Mai 2024 erreichten den BUND fast 40 Fundmeldungen vom größten Schmetterling Mitteleuropas, dem Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia pyri). Dieser Schmetterling ist mit einer FlügelspannwWiener Nachtpfauenaugeeite von 16 Zentimeter nicht zu übersehen. Die Funde erstreckten sich von Gochsheim über Bretten bis nach Kleinglattbach. Auch Raupen und Puppenfunde wurden gemeldet.
Damals hielten Wissenschaftler eine Einwanderung dieses Falters in den Kraichgau für unwahrscheinlich. Vielmehr wurde vermutet, dass es sich bei den Funden um Zuchtexemplare handelte, mit denen versucht wurde, diese Art bei uns anzusiedeln.
Man war damals gespannt, ob weitere (Zucht-)Exemplare des Wiener Nachtpfauenauges im Raum Bretten entdeckt werden. Im vergangenen Jahr wurden keine Funde gemeldet.
Raupe Wiener Nachtpfauenauge
Aber in den vergangene Tagen erreichten den BUND gleich mehrere Fundmeldungen. Es könnte also durchaus sein, dass dieser große Schmetterling im Kraichgau heimisch wird. Deshalb bittet der BUND Funde, auch von Raupen und Puppen, möglichst mit Belegfoto hier zu melden.

Wir möchten noch darauf hinweisen, dass, wie bereits in unserem Artikel vom 28.05.2024 erwähnt, die Falter keine Nahrung aufnehmen können, weil ihre Mundwerkzeuge verkümmert sind. Während dieser Zeit zehren sie von ihren Fettreserven.

In Bretten entdeckt : Das Waldbrettspiel

Waldbrettspiel Pararge aegeriaAuf Brettener Gemarkung, dort wo Streuobstwiesen an Laubwald grenzen, konnte kürzlich das Waldbrettspiel Pararge aegeria beobachtet werden. Dieser zu den Tagfaltern zählende Schmetterling erreicht eine Flügelspannweite von über vier Zentimeter. Die Flügel sind braun , mit kleinen, gelb gerandeten Augenflecken.
Auffällig ist das Verhalten der Männchen. Von einem erhöhten Sitzplatz überwachen sie ihr Revier und vertreiben Rivalen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln an den Halmen verschiedener Grasarten ab. Die Raupen sind gelbgrün und haben weißgerandete, dunkelgrüne Rückenstreifen. Die Falter ernähren sich von Baumsäften und reifem Obst.
Das Waldbrettspiel ist relativ selten. Nur dort, wo seine Lebensräume noch intakt sind, gibt es noch größere Bestände.

Gesucht: Raupe des Wiener Nachtpfauenauges

Nach unserem Bericht über die seltenen Funde des Wiener Nachtpfauenauges im Bereich Bretten, treten nun Funde der Raupe des bei uns seltenen Schmetterlings auf. Deshalb unsere Bitte an Sie: falls Sie eine der sehr auffälligen Raupen des Wiener Nachtpfauenauges sehen sollten, bitte um Meldung an diese Mail-Adresse: Raupe(at)bund-bretten.de Danke!
Anbei noch ein Link zur Seite des Naturschutzbundes Steiermark mit Bildern der Raupen in verschiedenen Entwicklungsstadien (unterscheiden sich stark!) sowie Bilder des Kokons.

Anbei bereits eingegangene Bilder von Funden userer Leser, danke!

Seltener Fund in Bretten

BUND bittet um Mithilfe

Mitten in der der Brettener Innenstadt wurde kürzlich einer der größten Schmetterlinge Mitteleuropas entdeckt : Ein Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia pyri), das eine Flügelspannweite von 16 Zentimeter erreichen kann. Seine Größe und die Flügelzeichnung, d.h. Augenflecken, die Feinde abschrecken sollen, machen diesen Nachtfalter unverwechselbar. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Südeuropa bis Asien.

In Mitteleuropa kommt er nur in Gebieten mit mildem Klima vor. Deshalb sind seltene Funde bei uns auf den Süden Deutschlands beschränkt. Bei Einbruch der Dämmerung sind die Männchen auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Dabei helfen ihnen ihre großen Fühler, mit denen sie die Sexuallockstoffe der Weibchen bis auf eine Entfernung von fünf Kilometer riechen können. Während dieser Zeit zehren die Falter von ihren Fettreserven. Sie können keine Nahrung aufnehmen, weil ihre Mundwerkzeuge verkümmert sind.
Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 300 Eier an die Unterseite der Blätter von Obstbäumen, wie zum Beispiel Apfel, Birne und Pflaumen ab. Die ausschlüpfenden Raupen , die eine Länge von zwölf Zentimeter erreichen können, häuten sich, bevor sie sich verpuppen, fünfmal. Zur Umwandlung in den Schmetterling spinnen sie sich in einen dunkelbraunen, birnenförmigen Kokon ein. Letzterer besitzt eine Art Reuse, durch welche im nächsten Jahr der fertige Falter ausschlüpft.

In einem Lehrbuch der Naturgeschichte von 1834 wird der Kokon des Wiener Nachtpfauenauges folgendermaßen beschrieben : „Die Raupe baut sich nämlich ein Gespinste, das ebenso künstlich, nur auf umgekehrte Weise so gebaut ist, wie die Fischreusen, so daß der Schmetterling beim Auskriechen wohl gut hinaus, kein schädliches Insekt aber hinein kann.“

Das Wiener Nachtpfauenauge wurde in der Gegend von Wien erstmals beschrieben. Obwohl gesetzlich streng geschützt, hat sein Bestand seit einigen Jahrzehnten abgenommen. Ursachen sind vor allem der Verlust von Streuobstwiesen, der Einsatz von giftigen Pestiziden und künstliche Lichtquellen wie Straßenlaternen.
Wissenschaftler des Karlsruher Naturkundemuseums halten eine Einwanderung dieses Falters für unwahrscheinlich. Vermutlich handelt es sich bei dem Brettener Fund um ein Zuchtexemplar, mit dem versucht wurde, diese Art bei uns anzusiedeln. Man darf gespannt sein, ob weitere (Zucht-)Exemplare des Wiener Nachtpfauenauges im Raum Bretten entdeckt werden.

Anbei noch ein Link zu einem hervorragenden Bericht des Naturschutzbundes Steiermark zum Nachtpfauenauge und Bildern, auch der Raupen und des Kokons.
Wer diesen Schmetterling findet, möge dies bitte dem BUND Bretten mitteilen.

Der Mosel-Apollofalter – Schmetterling des Jahres 2024

Mosel-Apollofalter auf Weißer Fetthenne
Foto: T. Laußmann
Dieser Tagfalter kommt nur im unteren Moseltal in Rheinland-Pfalz vor. Er ist extrem selten und weltweit einzigartig. Sein Bestand ist durch die europäische „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ und zusätzlich durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen streng geschützt.Trotzdem hat sein Bestand in den letzten Jahren drastisch abgenommen. Sein Lebensraum sind Felshänge, die mitten in Weinbergen liegen. Dort werden jedes Jahr die Reben mit mehr als 20 verschiedenen Pestiziden vom Hubschrauber aus besprüht. Obwohl das Umweltbundesamt vom Versprühen der Pestizide mit dem Hubschrauber abgeraten hat, hat die zuständige Genehmigungsbehörde des Landes Rheinland-Pfalz das Ausbringen der Pestizide erlaubt. Begründung : „Der Hubschraubereinsatz dient dem Erhalt der Weinkulturlandschaft mit ihrer ökologisch bedeutsamen Flora und Fauna.“
Der Mosel-Apollo steht kurz vor dem Aussterben! Deshalb wurde er vom BUND NRW und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen zum Schmetterlings des Jahres 2024 gewählt.

Ausführlicher Artikel auf BUND NRW mit weiteren hervorragenden Bildern!
Hintergrundinformationen zum Mosel-Apollofalter, Schmetterling des Jahres 2024

Seltener Fund in Bretten

Ligusterschwärmer im Honeymoon

Die Überraschung war groß, als kürzlich in einem Diedelsheimer Garten eine bei uns inzwischen selten gewordene Schmetterlingsart – und diese auch gleich bei der Paarung – entdeckt wurde: Mit einer Flügelspannweite von bis zu zwölf Zentimeter zählt der Ligusterschwärmer zu den größten einheimischen Schmetterlingen. Seine Brust ist immer schwarz, aber die übrige Körperfarbe kann sich von Tier zu Tier stark unterscheiden.
Dieser Falter ist nicht nur in unseren Wäldern, sondern auch gelegentlich in Gärten anzutreffen. Erst wenn es dunkel wird, geht er auf Nahrungssuche. Im Rüttelflug bleibt er in der Luft stehen, um mit seinem langen Rüssel Nektar aus Blüten zu saugen.
Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 2oo Eier bevorzugt an die Blätter von Liguster und auch anderen Pflanzen.
Die grünen Raupen werden bis zu zehn Zentimeter lang und besitzen auf jeder Körperseite je sieben schräge Streifen. Werden sie bedroht, dann heben sie den Vorderkörper und nehmen eine Haltung wie die ägyptische Sphinx von Gizeh ein. Dies führte zu ihrem wissenschaftlichen Namen Sphinx ligustri.
Der Bestandsrückgang dieses Schmetterlings ist hauptsächlich auf die Lebensraumzerstörung durch Flächenversiegelung und giftige Pestizide zurückzuführen.

Weitere Infos zum Ligusterschwärmer: Artikel der BUND KREISGRUPPE ALTÖTTING

Schlaraffenland für Insekten

Großes Ochsenauge
Die Stühle reichten nicht. So groß war der Andrang und das Interesse am Vortrag des BUND Bretten zum Thema „Mein Garten – Schlaraffenland für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten“. Garten- und Balkonbesitzer aus Bretten und Umgebung wurden von Gerhard Dittes mit faszinierenden Makroaufnahmen auf eine Entdeckungsreise durch einen blühenden Garten mit seinen vielfältigen Insekten mitgenommen.
Im zeitigen Frühjahr entfalten Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen und Blaukissen ihre Blüten. Diese liefern eiweißhaltigen Blütenstaub und zuckerhaltigen Nektar für Bienen, Schwebfliegen und Hummeln. Im Sommer locken Lavendel, Staudenwicken und Wildrosen Tagfalter und das an einen Kolibri erinnernde Taubenschwänzchen an. Die Blüten der Schneebeere sind von Juni bis September eine schier unerschöpfliche Futterquelle für hungrige Insekten wie Grab-, Lehm- und Knotenwespen sowie für verschiedene Schwebfliegenarten.
Gerhard Dittes, Naturfotograf und Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Bretten, berichtete auch über die interessante Lebensweise ausgewählter Insekten. So ernährt der Bienenwolf, eine Grabwespenart, seine Larven mit Honigbienen, die er zuvor mit einem Giftstich lähmt.
Die Winterschwebfliege überquert im Spätsommer die Alpen, wenn sie von Bretten nach Italien fliegt, und das Taubenschwänzchen kann in einer Minute bis zu hundert Blüten besuchen. Gartenbesitzer sollten auf Pestizide verzichten, Blüten vom Frühling bis zum Herbst anbieten und Nisthilfen für Wildbienen bereitstellen.

Der Nagelfleck – ein Juwel im Brettener Stadtwald

Oberseite eines Nagelflecks (Männchen)


Im Zickzack fliegen sie jetzt rasch über den Boden der Buchenwälder rund um Bretten:
Die Männchen des Nagelflecks (Aglia tau) sind auf der Suche nach Weibchen. Dieser Schmetterling aus der Familie der Pfauenspinner erscheint, wenn die Buchen ihre Blätter austreiben. Die Weibchen dagegen sitzen regungslos am Fuß von Buchenstämmen und verströmen Duftstoffe, um die Männchen anzulocken. Diese besitzen kammartig gefächerte Fühler, mit denen sie die Weibchen aus großer Entfernung riechen können.

Nach der Paarung legen die Weibchen zahlreiche braune Eier hauptsächlich an Buchen ab. Die schlüpfenden Raupen tragen auffällige, gegabelte Fortsätze, die sich im Laufe der Entwicklung zurückbilden. Junge Raupen leben zunächst gesellig, später als Einzelgänger. Die Raupen ernähren sich hauptsächlich von den Blättern der Rotbuche. Aber das Laub von Eichen, Linden und Weiden kann ihnen auch als Futter dienen. Mit ihrer grünen Tarnfarbe sind die Raupen an den Blättern von ihren Fressfeinden wie, Vögeln, nur schwer zu erkennen. Die etwa fünf Zentimeter langen ausgewachsenen Raupen des fertigen Schmetterlings seilen sich im August von den Bäumen ab. In der Laubschicht des Bodens spinnen sie einen lockeren Kokon und verpuppen sich. So überdauern sie den Winter. Im nächsten Frühjahr schlüpfen dann die Falter. Ihre Lebenserwartung beträgt nur wenige Tage. Da sie keine Mundwerkzeuge besitzen, können sie keine Nahrung zu sich nehmen.

„Der Nagelfleck ist leicht zu erkennen und unverwechselbar“ weiß Hans-Georg Leonhardt vom BUND Bretten. Der Falter mit einer Flügelspannweite von etwa acht Zentimetern hat auf jedem Flügel einen großen, dunklen Fleck mit einer hellen, T-förmigen Zeichnung, die wie ein Nagel aussieht. Daher der Name „Nagelfleck“.

Der Nagelfleck ist in den Laubwäldern Mitteleuropas weit verbreitet. Sein Bestand ist in Baden-Württemberg nicht gefährdet. Dazu trägt auch der hohe Anteil an Laubholz in den Brettener Wäldern bei. „Im Brettener Gemeindewald haben wir einen zusammenhängenden, 300 Hektar umfassenden Bestand von Rotbuchen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet“, betont Ewald Kugler von der städtischen Forstverwaltung. Damit ist der Bestand des Nagelflecks gesichert.