Kategorie-Archive: Sonstiges

Müllkippe und Sumpfbiber

Ölfass im Saalbach
Gewässerschau am Saalbach

Als Träger der „Unterhaltungslast für die Gewässer II. Ordnung“ führte die Stadt Bretten kürzlich die gesetzlich vorgeschriebene Gewässerschau entlang der Saalbach durch.
Unter der Federführung des Brettener Amtes für Technik und Umwelt waren Vertreter des Landratsamtes, des Abwasserverbandes, des BUND Bretten sowie Pächter des Fischgewässers, und interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Bei der vierstündigen Begehung, vom Beginn des Saalbachs an der Withumanlage in Bretten bis zur Gemarkungsgrenze Gondelsheim, konnten gleich mehrere Problemkomplexe festgestellt werden. Zunächst im Bereich Sauberkeit und Pflege des Bachlaufes: So lagen unzählige Getränkeflaschen, Plastikbehälter, Holzpaletten und sogar ein Ölfass im Bachlauf. Umweltfrevler missbrauchen den Saalbach, trotz aller Appelle von Seiten der Stadt, immer noch als Müllkippe.

Gleich an mehreren Stellen behinderten ins Wasser gestürzte Bäume und Steine den ungehinderten Abfluss. Bei Hochwasser kann hier der Bach leichter über die Ufer treten. Im Laufe der Begehung wurde immer wieder der Schutz der Anwohner vor Hochwasser angesprochen. So wird die weiter zunehmende Flächenversiegelung durch Wohn- und Gewerbegebiete im Einzugsgebiet des Saalbachs zusammen mit der begrenzten Aufnahmekapazität der Kanalisation, auch künftig zu weiteren Hochwasserschäden führen.
Das Regenüberlaufbecken beim Rinklinger Hundesportplatz kann nur bis zu 3500 Kubikmeter Schmutzwasser zurückhalten. Aber wenn dessen Kapazitätsgrenzen erreicht sind, ergießt sich die schmutzige Brühe in den Saalbach und lässt diesen über seine Ufer treten.

In diesem Zusammenhang wurden auch die Stauwehre an den ehemaligen Mühlen angesprochen. Zurzeit sind sie geöffnet, um einen ungehinderten Hochwasserabfluss zu gewährleisten. Es ist vorgesehen diese Sperren dauerhaft zu entfernen, um die Durchgängigkeit für Fische zu ermöglichen. Allerdings würden dann die Tiefwasserbereiche durch aufgestautes Wasser als Ruhezonen für Fische entfallen.
Überdies sind an einigen Stellen die Uferböschungen in ihrer Stabilität gefährdet:
Überrascht waren die Teilnehmer über einen quicklebendigen Nutria hinter einem Hausgarten in Rinklingen. Dieser zugewanderte Sumpfbiber legt im Uferbereich unterirdische Bauten an und gefährdet damit die Standfestigkeit der Böschungen. Die Tiere sollten deshalb von den Anwohnern auf keinen Fall gefüttert werden.

Siehe auch: Gewässerschau 2016, Gewässerschau 2014

Biotopverbund-Erklärfilm

Die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen gehören zu den größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Neben Straßen und Siedlungen trennen monotone und ausgeräumte Agrarflächen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Baden-Württemberg gehört weltweit zu den Regionen mit den meisten Straßen- und Autobahnkilometern je Flächeneinheit. Eine der wichtigsten Aufgaben des Naturschutzes ist den Biotopverbund umzusetzen und zu sichern.
Was ein Biotop-Verbund ist und wie er funktioniert erklärt der Film.

Buchtipp: Pestizide! Überall auf der Welt sind sie auf dem Vormarsch

Überall? Nein! Ein von unbeugsamen Vinsch­gern bewohntes Dorf in Südtirol hört nicht auf diesem Eindringling Widerstand zu leisten. Mals will zur ersten Gemeinde Europas werden, die den Einsatz von Pestiziden in der Landwirt­schaft verbietet.
In einer Volksabstimmung entscheiden sich 76 Prozent der Bewohner für eine Zukunft ohne Glyphosat & Co. Eine 5000-Seelen-Gemeinde, angeführt von einem Dutzend charismatischer Querdenker, fordert damit eine übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrar­industrie zum Kampf herauf.
Alexander Schiebel erzählt die Geschichte dieses Aufstandes und enthüllt dadurch das streng geheime Rezept jenes Zaubertrankes, der die mutigen Malser unbesiegbar macht.
Eine Inspirationsquelle für Aufständische in aller Welt – und ein lebendiges Porträt jenes kleinen Dorfes, das sein Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte.

Oekom Verlag München 2017

Neue Wildbienenart in der Melanchthonstadt entdeckt!

Im Bereich der Brettener Wilhelmstraße wurde jetzt ein sensationeller Fund gemacht: Eine Wildbiene mit dem wissenschaftlichem Namen Filisteo fuligginoso!
Einen passenden deutschen Namen gibt es für dieses Insekt noch nicht. Das geflügelte Tierchen ist etwa so groß wie eine Honigbiene. Beim Schlüpfen sind die Jungtiere noch hellgrün gefärbt. Wenige Tage später färbt sich ihr Körper schwarz, was ihrer Lebensweise direkt an vielbefahrenen Straßen geschuldet ist. Bei Sonneneinstrahlung werden die Bienen deshalb so stark aufgeheizt, dass sie an einem Hitzeschlag sterben können. Auch werden viele vom Fahrtwind auf den Asphalt geschleudert und kommen so unter die Räder. Nicht wenige prallen an die Windschutz-scheiben und den Kühlergrill der Autos, wo sie ihr Leben aushauchen.
Aldo Mangia-Api vom deutschen Automobilverband weißt darauf hin, dass die Schäden die durch Filisteo fuligginoso an modernen Automobilen entstehen, nicht unerheblich sind und fordert deshalb von den Kommunen eine konsequente Ausrottung.

Filisteo fuligginoso wird meist nur wenige Tage alt, ihre Brut wird in kleinen Erdvertiefungen mit schwarzem Honig gefüttert. Dieser soll, nach noch unbestätigten Berichten, auch in kleinsten Mengen selbst für Pferde tödlich sein.
Filisteo fuligginoso wurde erstmals 2011 von chinesischen Wissenschaftlern an einer stark befahrenen Kreuzung in der Innenstadt von Peking gesichtet. Wie diese Wildbiene den Weg nach Bretten so schnell gefunden hat, darüber rätseln Wildbienenexperten noch.
Auf jeden Fall ist Bretten in seinem Jubiläumsjahr um eine Sensation reicher!

Pflanzteufel hat wieder zugeschlagen

Erst vor wenigen Wochen hat der BUND an die Bevölkerung appelliert, keine Wasserpflanzen in neu angelegten Laichgewässern in der freien Feldflur auszubringen. Bei einem Kontrollgang wurde jetzt festgestellt, dass ein Tümpel erneut gezielt mit Pflanzen bestückt wurde. So wurden an den Ufern gleich mehrere Weidenzweige in den Boden gesteckt und Samen von Schilf auf der Wasserfläche ausgebracht. Über die Folgen für ein stehendes Gewässer scheint sich dieser „Pflanzwütige“ nicht bewusst zu sein: In jedem Herbst fallen die Weidenblätter in den Tümpel und führen dort zu Sauerstoffmangel und Faulschlammbildung. Das Schilf beschleunigt die Verlandung des Tümpels.

Um die Fortpflanzung unserer einheimischen Amphibien zu sichern, hat der BUND Bretten erfolgreich bestehende Laichgewässer renaturiert und neue angelegt. Die Besiedelung dieser Wasserflächen soll durch die natürliche Sukzession, also Zuwanderung von standortgerechten Pflanzen und Tieren aus der Umgebung, erfolgen. Eingesetzte Pflanzen können diese Entwicklung erheblich stören. Deshalb appelliert der BUND Bretten nochmals eindringlich, keine Wasserpflanzen, Fische oder andere Organismen in stehende Kleingewässer einzubringen.

Jahresrückblick 2015 und Mitgliederversammlung der BUND Ortsgruppe Bretten

Eine dauerhafte Leiteinrichtung mit Amphibientunneln ist dringend erforderlich, um den Bestand dieser gefährdeten Tierarten dauerhaft zu sichern“. Dies forderte Gertraud Steinbach bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des BUND Bretten. Nach der Durchführung der Vereinsregularien und Entlastung der Vorstandschaft berichtete die Amphibienschützerin von der Amphibienwanderstrecke zwischen Bauerbach und Büchig. Dort hat sie kürzlich zusammen mit ihren Helfern wieder fast tausend Kröten, Frösche und Molche vor dem Straßentod bewahrt. Allerdings können mit einem Amphibienschutzzaun nur die erwachsenen Tiere geschützt werden, die im Frühjahr zum Laichgewässer wandern. Die Rückwanderer und die Jungtiere können nur durch eine dauerhafte Leiteinrichtung mit Durchlässen geschützt werden.
Der Jahresrückblick zeigte die vielfältigen Aktivitäten des BUND Bretten im vergangenen Jahr:

  • Der BUND unterstützte die Frühjahrsputzaktion der Stadt Bretten
  • Vortrag: Käfer im Totholz: Mit faszinierenden Bildern gaben die Brettener Naturfotografen Gerhard Dittes und Hans-Georg Leonhardt Einblicke in die Welt der Totholzkäfer
  • Dass Streuobstwiesen ein „Hotspot“ der Biodiversität sind, zeigte Gerhard Dittes vom BUND Bretten mit großformatigen Fotos anläßlich einer Ausstellung im Landratsamt Karlsruhe. Seine Bilder gaben Einblicke in den großen Artenreichtum einer Streuobstwiese: Blühende Bäume, Wiesenblumen, Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer
  • BUND pflegte Nistplatz für Wildbienen
    Für im Boden nistende Wildbienen hat der BUND Bretten Nistplätze vorbereitet. Damit im nächsten Jahr Wildbienen wie Pelz-, Sand- und Seidenbienen wieder ungehindert nisten können, wurde unerwünschte Vegetation entfernt. Nach mehrstündigem Einsatz war die Fläche freigeräumt
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Fracking stoppen: keine Chemie ins Grundwasser!

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Exxon und Co. wollen bundesweit mit Fracking Erdgas fördern – und gefährden damit auch unser Trinkwasser. Ein erster Gesetzentwurf von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) soll Fracking den Weg ebnen. Das müssen wir verhindern.

Unterschreiben Sie unseren Appell!

während viele am Fernseher Tore bejubeln, droht abseits der Kameras ein dreistes Foul-Spiel: Nach Medienberichten könnte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel schon am kommenden Mittwoch ein Gesetz ins Kabinett einbringen, das Fracking ermöglicht – auf über 80 Prozent des Bundesgebiets. Beim Fracking sprengen Exxon und Co. mit Hochdruck Gestein tief in der Erde auf, um an das darin enthaltene Erdgas zu gelangen. Es entsteht ein giftiger Abwassercocktail – der unser Trinkwasser bedroht. weiter lesen

Leserbrief zum Artikel BNN vom 23.05., „Liberale begrüßen Nabu-Pläne“

email_writevon Barbara u. Manfred Hiller
Die Absicht des Nabu und seines Brettener Vorkämpfers Gerhard Fritz, ein Naturschutzzentrum einzurichten und ein „grünes Klassenzimmer“ zu schaffen, ist durchaus zu begrüßen.
Es ist aber nicht akzeptabel, dass zu diesem Zweck ein vorhandenes und in mehr als 50 Jahren gewachsenes Biotop zerstört wird, das sich unter die „verborgenen Schätze“ der Region einreihen lässt. Dieser höchst beeindruckende Rhododendron-Garten ist das Werk des weit über Bretten hinaus bekannten Züchters Walter Nagel, der leider schon vor 10 Jahren verstarb. Seine Pflanzung sollte keinesfalls mit fragwürdigen Argumenten in die Schublade „ökologisch wertlos“ gesteckt und schlechtgeredet werden.
Es geht hier um ein Kulturgut von unschätzbarem Wert und besonderer Schönheit. Wir wenden uns dagegen, es in Konkurrenz zu einem Naturprojekt zu sehen, das sich auch anderer Stelle verwirklichen lässt.
Auch wenn der Nabu das Gelände gekauft hat, sollte er sich daher anderen Lösungen nicht verschließen. Der Vorgang ist von hohem Allgemeininteresse. Nach den jetzigen Äußerungen der Liberalen ist er ein Politikum. Es wäre wohl die für alle und auch für den Nabu beste Lösung, wenn die Stadt das Gelände übernehmen würde und für die Pflege und weitere Erhaltung Sponsoren gewonnen werden.
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Die Erde braucht Freunde – jetzt Mitglied werden!

Die Erde braucht FreundeDer BUND engagiert sich seit mehr als 35 Jahren für den Schutz von Natur und Umwelt.
Mit seiner Arbeit setzt er sich für den Erhalt bedrohter Lebensräume von Pflanzen und Tieren ein; macht sich stark für ökologische Landwirtschaft und scheut für das Voranbringen der Energiewende nicht die Auseinandersetzung mit Politik und Wirtschaft.

Werden Sie Teil einer starken Gemeinschaft für Natur und Umwelt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. stützt sich auf mehr als 496.000 Mitglieder und Förderer, die seine politische und finanzielle Unabhängigkeit ausmachen. Werden auch Sie Teil unserer Gemeinschaft und tragen Sie dazu bei, dass der BUND ökologische Interessen noch stärker vertreten kann!

Jetzt Mitglied werden!

Versammlung der Ortsgruppe Bretten

Die Mitglieder des BUND Bretten trafen sich am Dienstag 29.4.2014. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Wahlen und ein Rückblick über die Tätigkeiten der BUND-Ortsgruppe.

Zu den Wahlen:

Einstimmig wiedergewählt wurde die Vorstandschaft der BUND-Ortsgruppe Bretten. Wie bisher werden:

  • Gerhard Dittes (Vorsitzender)
  • Matthias Menzel (Stellvertreter )
  • Christa Franck (Schatzmeister)

die Ortsgruppe nach außen vertreten.

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Versammlung der Ortsgruppe Bretten

infoDie Mitglieder des BUND Bretten treffen sich am Dienstag 29.4.14 um 19:30 Uhr im „La Piazetta“ (Nebenzimmer) am Marktplatz in Bretten. Neben Tätigkeitsberichten und Wahlen stehen Schutzmaßnahmen für Amphibien und Insekten auf der Tagesordnung. Anschließend wird die landesweite Reptilien- und Amphibienkartierung vorgestellt, an der sich der BUND beteiligt.

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