Die BUND-Ortsgruppe Bretten wünscht allen Mitgliedern, Freunden, Förderern und Partnern, die unsere Bemühungen um den Naturschutz in diesem Jahr unterstützt haben, ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr!
Im Elsass wurde Ende der 1930er Jahre
ein versteinertes Exemplar dieses nur wenige Zentimeter großen Reptils gefunden. Es hat vor 247 Millionen Jahren gelebt. Jetzt wurde es im Naturkunde-museum Stuttgart präpariert und erforscht.
Auffällig ist der aus Hautauswüchsen bestehende Rückenkamm. Dieser zeigt zwar federartige Konturen, aber die für Federn typische Merkmale fehlen. Die erste bekannte Dinosaurierfeder fand man in einem Fossil, das 150 Millionen Jahre alt ist.
In der Sonderausstellung Triassic Life – Aufbruch in die Welt der Saurier, ist eine Nachbildung von Mirasaura grauvogeli zu sehen.
Naturkundemuseum Am Löwentor Stuttgart vom 17.10.2025 bis 07.06.2026
Die Internationale Bodenkundliche Union veranstaltet seit 2002 immer am 5. Dezember den internationalen Weltbodentag. Damit soll ein Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden gesetzt und Politiker und Bevölkerung für dieses Thema sensibilisiert werden. Böden sind die Grundlage für unsere Ernährung und ein Lebensraum mit hoher Biodiversität. Fruchtbare Böden wie die Parabraunerde im Kraichgau ermöglichen reiche Ernten. Doch unsere Böden sind weltweit gefährdet, ihr Zustand ist besorgniserregend: Nach Angaben der Vereinten Nationen gehen weltweit etwa zehn Millionen Hektar fruchtbarer Boden unwiederbringlich verloren.
Hauptursachen sind die Erosion, also die Abtragung des Bodens durch Wind und Wasser sowie die Versiegelung durch Neubaugebiete und Straßen. Hinzu kommt die Belastung der Böden mit giftigen Chemikalien wie Pestiziden, Schwermetallen und den „Ewigkeitschemikalien“, den nur sehr schwer abbaubaren Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) .
Verunreinigte Böden können landwirtschaftlich nur eingeschränkt oder gar nicht mehr für die Lebensmittelproduktion genutzt werden. Bei uns im Kraichgau ist der Verlust des Ackerbodens ein schleichender Prozess. Bei jedem Starkregen wird die schluffhaltige Ackerkrume abgeschwemmt und über die Bäche abtransportiert. In einem Jahrhundert wurden so bis zu 40 Zentimeter Boden abgetragen werden. Dabei muss man bedenken, dass die Neubildung von nur einem Zentimeter Ackerboden bis zu tausend Jahre dauern kann.
Im Kraichgau geht Boden bei Starkregen vor allem von Mais- und Rübenäckern verloren. Durch die fortschreitende Ausweisung von Neubaugebieten, Gewerbeflächen und den Bau von Straßen gehen der Landwirtschaft wertvolle Ackerflächen, sogar solche, die als „Landwirtschaftliche Vorrangflur“ eingestuft sind, verloren. Außerdem verringern versiegelte Flächen die Grundwasserneubildung verschärfen die Hochwassergefahr und tragen zur Klimaerwärmung bei. Der Weltbodentag sollte auch bei uns im Kraichgau als Mahnung dienen, mit dem Boden fürsorglich umzugehen und keine Ackerflächen mehr unter Beton und Asphalt zu begraben.
Wir müssen aufhören, unsere wertvollen Böden zu zerstören!
Links:
1.200 Hektar auf „ewig“ verunreinigt
Unwiederbringlich für die Landwirtschaft und die Grundwassererneuerung verloren:
2005 – Landverbrauch entspricht 13 Fußballfeldern pro Tag
2005 – Bretten in Schwarzbuch Flächenverbrauch aufgenommen !
„Weitere 100 Wildbienenarten Europas bedroht“.
Dies gab jetzt die Weltnaturschutzunion (IUCN) auf einem Kongress in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, bekannt.
Die Situation europäischer Wildbienen ist katastrophal: Etwa 10 % der Wildbienen in Europa sind bereits vom Aussterben bedroht und jede zweite Wildbienenart ist in ihrem Bestand gefährdet.
Die Hauptursachen für den Verlust dieser nützlichen Insekten sind die intensive Landwirtschaft mit dem Einsatz von Dünger und Pestiziden, Umweltverschmutzung und Klimawandel. Aber nach wie vor ist der Verlust von Lebensräumen die größte Bedrohung für die Wildbienen Europas. Wildbienen sind unersetzliche Bestäuber: Vier von fünf Kulturpflanzenarten in der EU sind auf bestäubende Insekten angewiesen. Dafür reichen aber die Honigbienen nicht aus. Wildbienen sind nämlich die effektiveren Bestäuber. Nur sie garantieren uns reiche Ernten.
Deshalb sieht die Kommission über EU-Maßnahmen zum Schutz von Bestäubern dringenden Handlungsbedarf. Sie weist darauf hin,dass Bestäuber ein integraler Bestandteil gesunder Ökosysteme sind. Ohne sie würden viele Pflanzenarten zusammen mit den von ihnen abhängigen Organismen zurückgehen und schließlich verschwinden, was schwerwiegende ökologische, soziale und wirtschaftliche Folgen hätte.
Zum Schutz der gefährdeten Insekten hat die EU-Kommission Aktionspläne für die Erhaltung der Lebensräume für gefährdete Bestäuberinsekten entwickelt.
In Bretten dagegen sind aktuell rund 30 Wildbienenarten durch ein geplantes Gewerbegebiet akut bedroht. Ihr Lebensraum wird unwiederbringlich unter Beton und Asphalt verschwinden. Dies hat der Gemeinderat so beschlossen. Weitere 100 ha sollen folgen.
Links:
IUCN : Mounting risks threaten survival of wild European pollinators – IUCN Red List
Kommission über EU-Maßnahmen : Biologische Vielfalt: Fortschrittsbericht der Kommission über EU-Maßnahmen zum Schutz von Bestäubern zeigt dringenden Handlungsbedarf
Bestäuberinsekten: Kommission schlägt Maßnahmen zur Eindämmung des Artenrückgangs vor

Veranstaltungszeitraum:
Sonntag, 14. September 2025 – 12:00 bis 18:00
Veranstalter: Stadtverwaltung Bretten
Veranstaltungsort: Saatschule, (beim Tierpark)
Link zum Programm
Viele Menschen fürchten sich vor Spinnen, manche leiden sogar unter einer Spinnenphobie.
Wer sich aber diese Achtbeiner aus der Nähe betrachtet, wird feststellen, dass sie einen faszinierenden Körperbau und erstaunliche Verhaltensweisen besitzen.
Spinnen sorgen nicht nur in der Natur, sondern auch in Haus und Garten dafür, dass lästige Insekten nicht überhand nehmen. Ihr Körper ist für die verschiedensten Funktionen perfekt entwickelt. So kann ihr Spinnapparat je nach Verwendungszweck verschiedene extrem dünne, aber zugleich stabile Fäden mit speziellen Eigenschaften erzeugen. Trotz ihres fremdartigen Körperbaus, müssen wir uns vor ihnen nicht fürchten.
Mit einem Vortrag führt Gerhard Dittes mit eindrucksvollen Bildern in die faszinierende Welt unserer einheimischen Spinnen. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 18. Februar 2025 um 19:30 Uhr im Vortragssaal der Volkshochschule Bretten, Melanchthonstraße 3 statt.
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In Deutschland werden jedes Jahr zwischen einer halben und einer Millionen Igel überfahren und unzählige durch Mähroboter verletzt oder getötet. Gartenbesitzer können dazu beitragen diesem, nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Tier, das Überleben zu erleichtern. Wer den Igeln richtig helfen will, findet hier wichtige Hinweise :
Igeln richtig über den Winter helfen
In den Sommermonaten schwirren die Wespen um unseren gedeckten Tisch auf dem Balkon oder im Garten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gibt Tipps wie man lästige Wespen fernhalten kann.
Draußen essen ohne Wespen
Nur zwei Wespenarten von insgesamt circa 630 Wespenarten interessieren sich für unsere Speisen und Getränke. Die „Gewöhnliche Wespe“ und die „Deutsche Wespe“. Viele Wespenarten ernähren sich vor allem von Fliegen, Mücken, Raupen, Motten oder Spinnen.
Mit diesen drei Tipps halten Sie Wespen von Ihrem Tisch fern:
• Decken Sie Speisen ab und verschließen Sie süße Getränke. Gläser können Sie mit einem kleinen Teller oder Bierdeckel abdecken.
• Locken Sie die Wespen in eine andere Ecke des Gartens oder Balkons. Ein Stück überreifes, angeschnittenes Obst auf einem kleinen Teller lockt die Wespen weg von Ihrem Tisch.
• Stecken Sie Gewürznelken in eine Zitronenscheibe und platzieren sie die Zitronenscheibe auf Ihrem Tisch. Wespen mögen den Geruch nicht.
Wespen fernhalten
Auch abseits vom gedeckten Tisch können Wespen gerade im Spätsommer aufdringlich werden. Was für uns Menschen die letzten Sommerwochen des Jahres sind, sind für die Wespen die letzten Tage ihres Lebens. Nur die jungen befruchteten Wespenköniginnen überwintern, alle anderen Wespen sterben. Erst im nächsten Sommer schlüpfen neue Wespen.
Mit diesen drei Tipps halten Sie Wespen generell auf Abstand:
• Verzichten Sie auf stark parfümierte Körperpflegeprodukte.
• Tragen Sie Kleidung in gedeckten oder dunklen Farben.
• Bleiben Sie ruhig, dann bleiben auch die Wespen entspannt.
Das sollten Sie auf keinen Fall tun: weiter lesen
BUND bittet um Mithilfe
Mitten in der der Brettener Innenstadt wurde kürzlich einer der größten Schmetterlinge Mitteleuropas entdeckt : Ein Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia pyri), das eine Flügelspannweite von 16 Zentimeter erreichen kann. Seine Größe und die Flügelzeichnung, d.h. Augenflecken, die Feinde abschrecken sollen, machen diesen Nachtfalter unverwechselbar. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Südeuropa bis Asien.
In Mitteleuropa kommt er nur in Gebieten mit mildem Klima vor. Deshalb sind seltene Funde bei uns auf den Süden Deutschlands beschränkt. Bei Einbruch der Dämmerung sind die Männchen auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Dabei helfen ihnen ihre großen Fühler, mit denen sie die Sexuallockstoffe der Weibchen bis auf eine Entfernung von fünf Kilometer riechen können. Während dieser Zeit zehren die Falter von ihren Fettreserven. Sie können keine Nahrung aufnehmen, weil ihre Mundwerkzeuge verkümmert sind.
Nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 300 Eier an die Unterseite der Blätter von Obstbäumen, wie zum Beispiel Apfel, Birne und Pflaumen ab. Die ausschlüpfenden Raupen , die eine Länge von zwölf Zentimeter erreichen können, häuten sich, bevor sie sich verpuppen, fünfmal. Zur Umwandlung in den Schmetterling spinnen sie sich in einen dunkelbraunen, birnenförmigen Kokon ein. Letzterer besitzt eine Art Reuse, durch welche im nächsten Jahr der fertige Falter ausschlüpft.
In einem Lehrbuch der Naturgeschichte von 1834 wird der Kokon des Wiener Nachtpfauenauges folgendermaßen beschrieben : „Die Raupe baut sich nämlich ein Gespinste, das ebenso künstlich, nur auf umgekehrte Weise so gebaut ist, wie die Fischreusen, so daß der Schmetterling beim Auskriechen wohl gut hinaus, kein schädliches Insekt aber hinein kann.“
Das Wiener Nachtpfauenauge wurde in der Gegend von Wien erstmals beschrieben. Obwohl gesetzlich streng geschützt, hat sein Bestand seit einigen Jahrzehnten abgenommen. Ursachen sind vor allem der Verlust von Streuobstwiesen, der Einsatz von giftigen Pestiziden und künstliche Lichtquellen wie Straßenlaternen.
Wissenschaftler des Karlsruher Naturkundemuseums halten eine Einwanderung dieses Falters für unwahrscheinlich. Vermutlich handelt es sich bei dem Brettener Fund um ein Zuchtexemplar, mit dem versucht wurde, diese Art bei uns anzusiedeln. Man darf gespannt sein, ob weitere (Zucht-)Exemplare des Wiener Nachtpfauenauges im Raum Bretten entdeckt werden.
Anbei noch ein Link zu einem hervorragenden Bericht des Naturschutzbundes Steiermark zum Nachtpfauenauge und Bildern, auch der Raupen und des Kokons.
Wer diesen Schmetterling findet, möge dies bitte dem BUND Bretten mitteilen.
Bei den derzeit milden Temperaturen werden die ersten Amphibien im Land bereits wieder aktiv. Denn sobald das Wetter passt, starten Frösche, Kröten und Molche auf ihre teils kilometerlange Wanderung zu den Laichgewässern. Leider sind die ohnehin bedrohten Tiere dabei vielen Gefahren ausgesetzt.
Aufgrund der ungewöhnlich milden Temperaturen schon Anfang Februar, erwachen bei den Amphibien auf Gemarkung Bretten und Umkreis bereits die Lebensgeister. Denn nach der Winterstarre treten die Tiere eine gefährliche Reise an, sobald die Temperaturen auch nachts wieder einige Zeit lang über fünf Grad liegen.
Als erstes machen sich Spring- und Grasfrösche, dann Erdkröten und Molche, sowie ab März auch Feuersalamander auf die alljährliche Wanderung zu ihren Laichgewässern. „Grundsätzlich ist es nicht schlimm, wenn die Tiere früher wandern. Problematisch wird es erst, wenn es nochmal einen Winter- und Frosteinbruch geben sollte“, erklärt Gertraud Steinbach vom BUND. „Denn bei Frost sind die Tiere nicht mehr so mobil und leichte Beute für Fressfeinde. Auch der schon abgelegte Laich kann dadurch Schaden nehmen“, weiß Steinbach.
Für die insgesamt ohnehin sinkenden Bestände der Amphibien wäre das eine weitere Bedrohung.
Viele ihrer Wanderstrecken sind von Straßen zerschnitten – wie beispielsweise an der Kreisstraße 3506 zwischen Bauerbach und Büchig. Dort betreuen Aktive des BUND schon seit vielen Jahren einen mobilen Amphibienschutzzaun. Unterstützung bekommen sie von der Straßenmeisterei Bretten, die jedes Jahr den Zaun montiert und am Ende der Wanderzeit wieder abbaut.
„Wo Wanderbeziehungen über eine Straße bestehen und kein Amphibienschutzzaun steht, fallen nach wie vor hunderte Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer“, beklagt Gerhard Dittes vom BUND. Amphibien verharren oft bewegungslos im Licht von Scheinwerfern und geraten so unter die Räder.
Appell an Auto-Fahrer: Fuß vom Gas und vorsichtig fahren!
Damit die Tiere sicher von ihren Winterlebensräumen zu den Laichgewässern gelangen, sind jetzt wieder viele ehrenamtliche Amphibienschützer des BUND unermüdlich im Einsatz und errichten, wo möglich, Schutzzäune. Dort sammeln sie die Tiere in Eimern und tragen sie über die Straße. So können sie ihren Weg zum Laichgewässer sicher fortsetzen. Wichtig dabei sind vorhandene Vernetzungsstrukturen, die den Tieren Schutz bieten bei ihrer Wanderung. Aber trotz diesem Engagement gibt es an vielen Straßen keine geschützten Querungsmöglichkeiten in Form von mobilen Zäunen oder stationären Amphibienleiteinrichtungen mit Untertunnelungen. Daher sollten Autofahrer auf Straßen mit Amphibienwarnschildern jetzt besonders aufpassen.
„Fahren Sie bitte vor allem bei Dunkelheit, wenn es draußen feucht ist und die Temperaturen bei über fünf Grad liegen, besonders rücksichtsvoll und entsprechend langsam,“
appelliert Gerhard Dittes vom BUND Ortsgruppe Bretten. „So schützen Sie die wandernden Tiere und die vielen ehrenamtlichen Amphibienschützer, die den Lurchen beim Queren der Straße helfen.“ Je nachdem, wie die Temperatur sich entwickelt, kann sich die Amphibienwanderung über mehrere Wochen hinziehen.

Der Mosel-Apollo steht kurz vor dem Aussterben! Deshalb wurde er vom BUND NRW und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen zum Schmetterlings des Jahres 2024 gewählt.
Ausführlicher Artikel auf BUND NRW mit weiteren hervorragenden Bildern!
Hintergrundinformationen zum Mosel-Apollofalter, Schmetterling des Jahres 2024
ETH Zürich: Schlechte Aussichten für den Aletschgletscher
Wasser und Eis: Der Mittelaletschgletscher ist ein kleiner Talgletscher am Südhang des Aletschhorns (4.195m)
GletscherVergleiche.ch: Vorher/Nachher Bildvergleiche vom Unterer Theodulgletscher (Wallis, Schweiz)