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Leserbrief: Flächenfraß und Bauwahn verstärkt die Klimakatastrophe

von Conrad Fink
Wie bekannt und derzeit vielerorts erlebbar trägt die Aufheizung des Klimas zu Wetterextremen und infolge zu schwersten Schäden bei. So laufen Keller und Unterführungen mit Wasser voll, Hagelkörner in der Größe von Tennisbällen hinterlassen Dellen in Karosserien oder zerschmettern Fenster, Dächer werden abgedeckt und es kommt zu Schlammfluten und Überschwemmungen. Die Landwirte klagen über Totalausfälle der Ernte und die Übersterblichkeit aufgrund der Hitzewellen nimmt zu.

Diese Folgen des menschengemachten Klimawandels sind an sich schon bedrohlich und das Problem verschärft sich, je länger die Politik wirksame Maßnahmen aufschiebt. Gravierend hinzu kommt, dass die politischen Entscheider aktiv dazu beitragen, die Klimakrise zu verstärken.

So rollt eine Versiegelungswelle über uns hinweg, die alles in den Schatten stellt was wir aus der Vergangenheit kennen. In der Folge werden Grünflächen wie Parks, Wälder, Gärten, Wiesen und Äcker mit Beton und Asphalt überbaut. Dies verstärkt die Aufheizung der Städte und fördert die beschriebene katastrophale Entwicklung wie die Häufung von Starkregen, Überschwemmungen oder die Absenkung des Grundwassers.
Wir tun also gerade das Gegenteil von dem was vernünftiger Weise erforderlich wäre: Grünflächen zu erhalten und zu sichern bzw. ihren Anteil auszudehnen. Das bezahlten die Menschen oft mit ihrem Leben oder durch exorbitante Schäden, welche die Volkswirtschaften und die Steuerzahler immer stärker belasten.

Leider traut sich wie bei der Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern niemand zu sagen, dass die Politik hier auf dem falschen Dampfer fährt.
Diesbezüglich ist das Interview des Stuttgarter Stadtklimatologen Rainer Kapp in der Stuttgarter Zeitung vom 30.7.2021 sehr mutig, indem er die Finger in die Wunden legt und auf die Zusammenhänge verweist. Ob er gehört wird, im derzeit überbordenden Bauwahn, ist zu bezweifeln.

Hinweis BUND: anbei ein Link zu einer Materialsammlung zum Thema Bauboom / Klimaerwärmung / Artensterben

BUND bei Gewässerschau

Da Kommunen verpflichtet sind in regelmäßigen Abständen eine Gewässerschau durchzuführen, hatte die Stadt Bretten zu einer Bachbegehung eingeladen. Neben Vertretern der Stadt Bretten und der Wasserbehörde , nahm auch der BUND-Bretten an der Begehung von Salzach und Weissach teil.
Die Salzach durchfließt als Wiesenmäander das Ruiter Tal. Ihr Lauf ist nicht gerade sondern bildet Schlingen mit steilen Prall- und flachen Gleithängen. (Bild3) Dadurch verlagert sich der Bachlauf ständig. Durch gezielte Maßnahmen soll der Unterspülung der Steilhänge Einhalt geboten werden.

Das verheerende Hochwasser vom Juni 2013 und mögliche, zukünftige Hochwasserschutz-maßnahmen wurden ausführlich diskutiert. Als Hauptursache für die Überflutung wurde die fortschreitende Versiegelung durch Neubaugebiete in Maulbronn und Kleinvillars und die damit verbundene Einleitung von Niederschlagswasser in die Salzach genannt. Außerdem kann der Aalkistensee seine Funktion als Hochwasserpuffer nicht ausreichend erfüllen, weil bei der Sanierung die meterdicke Schlammschicht aus Kostengründen nicht entfernt wurde. Die Entsorgung des giftigen Sediments auf einer Sondermülldeponie wollte damals keiner bezahlen.
Folgende erforderlichen Maßnahmen wurden besprochen:

Warmer Frühlingsregen lockt Lurche aus ihrem Winterquartier

ErdkrötenpaarBei einbrechender Dunkelheit und einsetzendem Regen machen sich in diesen Nächten Kröten Frösche und Salamander auf den Weg von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Dabei müssen oft Straßen überquert werden: Eine tödliche Gefahr für diese Tiere.

Gertraud Steinbach vom BUND Bretten kennt das Problem: „Wir betreuen seit 7 Jahren den Schutzzaun an der Straße zwischen Büchig und Bauerbach. Gegen den zunehmenden Verkehr haben die Amphibien keine Chance unversehrt die Straße zu überqueren. Ein Amphibienschutzzaun ist aber keine Dauerlösung. Für die langfristige effektive Sicherung sind dauerhafte Leiteinrichtungen und Vernetzungsstrukturen erforderlich.“

Dem streng geschützten Springfrosch gingen im Rüdtwald 20 ha Wald als Lebensraum verloren. Dadurch ist die Population dieser regional bedeutsamen Amphibienart stark beeinträchtigt worden. Matthias Menzel ehrenamtlicher Amphibienschützer vom BUND Bretten, kennt die Situation: „Seit 2007 wurde der zwei Kilometer lange Zaun im Rüdtwald, vom BUND zusammen mit einem städtischen Helfer betreut. Von anfänglich 710 Springfröschen ging das Vorkommen von Jahr zu Jahr weiter zurück. Im Jahr 2013 wurden lediglich noch 41 Exemplare entlang des Baugebietes erfasst.“ weiter lesen

Unser Rüdtwald-Video

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