Willkommen bei der BUND-Ortsgruppe Bretten!

  

Schlagworte-Archive: Wildbienen

Weltbienentag – Unersetzliche Bestäuber benötigen Hilfe

Seit 2018 rufen die Vereinten Nationen am 20. Mai den Weltbienentag aus. Damit soll auf die unersetzliche wirtschaftliche Leistung der Bienen bei der Bestäubung unserer Kulturpflanzen und ihre wichtige Bedeutung im Naturhaushalt hingewiesen werden.
Neben der Honigbiene gibt es in Deutschland über 500 Wildbienenarten, zu denen auch die Hummeln zählen. Etwa die Hälfte von ihnen ist in ihrem Bestand gefährdet, weil sie gleich mehreren Schadfaktoren ausgesetzt sind. So sind in den letzten Jahrzehnten ein Großteil der artenreichen, bunten Blumenwiesen unter Beton und Asphalt verschwunden und einst zusammenhängende Lebensräume durch Straßen zerschnitten worden.

„Mit zunehmender Entfernung von Futterquellen und Nistplatz nimmt die Zahl der Nachkommen ab,“ mahnt Matthias Menzel vom BUND. Weniger Wildbienen bedeutet auch, dass weniger Kulturpflanzen bestäubt werden können.

Aus der Landnutzung mit kleinparzellierten Äckern und einer Vielfalt an Kulturpflanzen wurden großflächige Monokulturen mit Mais, Raps, Rüben und Getreide. Diese Wirtschaftsweise fördert Schädlinge, gegen die dann eine Vielzahl verschiedener Pestizide eingesetzt werden. Diese schaden, auch bei fachgerechter Anwendung, den Wildbienen und anderen Insekten gleich mehrfach: Hummeln legen kleinere Nester an und produzieren weniger Königinnen. Die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten nimmt zu. Die Orientierungsfähigkeit wird beeinträchtigt. Männchen und Weibchen können sich am Geruch nicht mehr erkennen.
Der BUND setzt sich schon seit vielen Jahren für den Schutz der Wildbienen ein. Beispielsweise tragen gemeinsame Projekte mit Schulen wie dem Melanchthon-Gymnasium und der Grundschule Diedelsheim, Obst- und Gartenbauvereinen, der Teilnahme am Naturerlebnistag der Stadt Bretten und der Herstellung von geeigneten Nisthilfen zum Schutz dieser unersetzlichen Bestäuber bei.

Streuobstwiesen sind jetzt „Immaterielles Kulturerbe“

Der BUND in Baden-Württemberg hat den vom Verein Hochstamm-Deutschland eingereichten Antrag auf Anerkennung des Streuobstanbaus als Immaterielles Kulturerbe durch die UNESCO, erfolgreich unterstützt: Die Kultusminister der Länder haben jetzt bei der Kultusministerkonferenz beschlossen, den Streuobstanbau in das „Bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe“ aufzunehmen.
Damit wird auch die besondere Verantwortung, die das Land Baden-Württemberg für die Erhaltung dieser wertvollen Kulturlandschaft trägt, unterstrichen. Hier im Südwesten der Bundesrepublik gibt es noch die größten zusammenhängenden Streuobstwiesen Europas. Deren Biodiversität ist enorm : Bis zu 5000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten bilden hier eine charakteristische Lebensgemeinschaft. Rund 3000 Sorten von Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Kirschen- und Walnussbäumen bieten eine breite kulinarische Auswahl.

Blühende Obstbäume bieten zusammen mit einer Fülle verschiedener Wiesenblumen zahlreichen Insektenarten wie Wildbienen und Schmetterlingen ein breit gefächertes Angebot von Blütenstaub und Nektar. Jede Wiesenpflanze sichert die Existenz von etwa einem Dutzend Insektenarten. Das Totholz abgestorbener Bäume sichert die Entwicklung der Holzbiene und vieler Käferarten. Die Nahrungsbeziehungen im Lebensraum Streuobstwiese sind in vielfacher Weise miteinander verknüpft. Streuobstwiesen sind der Garant für das Überleben vieler Tierarten.

Auf den intensiv genutzten Ackerflächen mit großflächigen Monokulturen von Mais, Raps oder Getreide und dem Einsatz giftiger Pestizide gibt es keine Artenvielfalt mehr. Deshalb ist es wichtig, alle Streuobstwiesen ausnahmslos zu erhalten. Denn mit jeder aussterbenden Tierart verliert der Naturhaushalt an Stabilität und der Insektenbestand hat in den letzten Jahren dramatisch abgenommen, wie die kürzlich veröffentlichte Krefelder Studie belegte.
Um auf die Notwendigkeit, die Streuobstwiesen zu erhalten, aufmerksam zu machen, wird der 30. April 2021 vom Verein Hochstamm-Deutschland zum europaweiten Tag der Streuobstwiesen ausgerufen.

LINKS:
Krefelder Studie: More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas

Naturschutzverbände im Land unterstützen Anerkennung von Streuobst als immaterielles Kulturerbe der UNESCO

Video des Vereins Hochstamm Deutschland e.V. zum immateriellen Kulturerbe Streuobstwiese

Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e.V.

Wildbienen: Tausend Königinnen warten auf den Frühling

Zwischen Äcker und Wiesen rings um Bretten gibt es sie noch: Erdwege, die nicht betoniert oder asphaltiert sind. Auf diesen können aufmerksame Spaziergänger schon im zeitigen Frühjahr wenige Zentimeter große Häufchen aus feinen Erdkrümeln entdecken. Sie ähneln kleinen Maulwurfshügeln, oder genauer gesagt, einem Vulkanberg mit einem Krater in der Mitte.
Sie sind das Werk von im Boden brütenden Wildbienen, deren Weibchen einen bis zu 15 Zentimeter tiefen Schacht mit ihren Kieferzangen graben. Die abgebissenen Erdkrümel werden dann um den Nesteingang herum als flacher Kegel abgelagert. Am Ende des Schachtes legt das Weibchen bis zu acht Brutzellen an, kleine Kämmerchen, die mit Futter aus Nektar und Blütenstaub gefüllt werden und in die ein Ei gelegt wird. Die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich von diesem nahrhaften Proviant, verpuppen sich und verlassen dann als fertig entwickelte Wildbienen das Erdnest.
Von den über 400 Wildbienenarten, die es in Baden-Württemberg gibt, legen etwa 300 ihre Nester im Boden an. So auch die bis zu einem Zentimeter große Pförtner-Schmalbiene mit dem wissenschaftlichen Namen Lasioglossum malachurum, die auch in Bretten und Umgebung heimisch ist. Mehrere Weibchen sind gemeinsam am Nestbau beteiligt. Während eine Biene Futter sammelt, bewacht eine andere wie ein Pförtner den Eingang zum Nest. Wie ein Korken in der Flasche verwehrt diese anderen Bienen, die nicht zum Nest gehören, den Zutritt.

Senkrechtstarter

Mit etwas Geduld können Spaziergänger beobachten, wie die Wächterbiene, vergleichbar mit einem Senkrechtstarter, vom Nest wegfliegt, um einer Artgenossin, die vollgetankt ist mit süßem Nektar und schwer beladen mit Pollen den Weg zum Nest freigibt. Die Pförtner-Schmalbiene ist, was ihren Speisezettel betrifft, nicht wählerisch. Durch ihren Blütenbesuch trägt sie zur Samenbildung und damit zur Erhaltung von einem Dutzend Pflanzenfamilien, darunter vielen Wiesenblumen, bei.

Im August entwickelt sich dann die nächste Generation, die aus großen Männchen und Weibchen, den Königinnen, besteht. Nach der Paarung überwintern letztere in ihren Geburtsnestern.

„In Bretten gibt es Nistplätze in denen dann bis zu tausend Königinnen in frostsicherer Tiefe den kalten Winter überstehen“, weiß Matthias Menzel vom BUND. In Zusammenarbeit mit der Flurbereinigungsbehörde konnte der BUND erreichen, dass diese Brutkolonien erhalten werden.
In Deutschland sind alle Wildbienenarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Arten. Dieser unmittelbare Schutz ist aber für die Erhaltung der Wildbienen nicht ausreichend, weil ihre natürlichen Lebensräume immer noch neuen Wohngebieten, Gewerbeflächen und Straßen zum Opfer fallen. Außerdem sterben viele Wildbienen durch den Einsatz giftiger Pestizide.

Gesetzeslage: Wildbienen sind besonders geschützt und dennoch bedroht
Wildbienen sind vielen Bedrohungen ausgesetzt – und auf Schutz angewiesen

Brettener mit langen Hörnern

Noch kann man sie auf Streuobstwiesen in der Umgebung von Bretten antreffen: Die Mai-Langhornbienen. Ihren Namen tragen diese Wildbienen zurecht, weil ihre Fühler oft länger als der Körper sind. Die Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens), die Wildbiene des Jahres 2021, ist in der freien Natur und mit bloßem Auge von anderen Langhornbienen kaum zu unterscheiden.
Die Flugzeit kann hier allerdings weiterhelfen. Während die Mai-Langhornbiene bereits im Mai fliegt, hat die Juni-Langhornbiene (Eucera longicornis) ihre Hauptflugzeit im Monat Juni.

Die Streuobstwiesen im Kraichgau, auf denen reichlich Zaunwicken oder andere Schmetterlings-blütler blühen, sind der bevorzugte Lebensraum dieser Bienen. Auch an Waldrändern und Hecken kann man sie antreffen.
An wenig bewachsenen Stellen graben die Weibchen Gänge in den Boden und legen dort Brutkammern an, die mit Nektar und Blütenstaub als Futter für die heranwachsenden Larven gefüllt werden. Nach dem Nestbau sterben die Weibchen. Die jungen Bienen schlüpfen erst im nächsten Frühjahr.

Der Bestand hat in einigen Bundesländern bereits ein bedrohlich geringes Ausmaß erreicht, obwohl alle Wildbienenarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz aus dem Jahr 2002 besonders geschützt sind. Immer noch verschwinden Tag für Tag ihre Lebensräume unter Beton und Asphalt und aktuelle Planungen verschärfen die Situation. Nur wenn bestehendes Grünland ausnahmslos erhalten bleibt und Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt oberste Priorität eingeräumt wird, werden auch die Mai-Langhornbienen bei uns eine Überlebenschance haben. Darauf weist der BUND Bretten seit Jahren hin.

Gesetzeslage: Wildbienen sind besonders geschützt und dennoch bedroht

Wildbienen: Gesetze

Schutz einheimischer Bestäuber:

Kurze Wege retten Wildbienen

Weltweit sind neben den Honigbienen die vielen Arten von Wildbienen unverzichtbare Bestäuber, die uns reiche Obst- und Gemüseernten garantieren. Um den Bestand dieser nützlichen Insekten zu sichern, genügt es nicht, deren Brutplätze und Futterpflanzen zu erhalten. Ganz entscheidend ist die Entfernung, die sie zwischen ihrem Nest und den Blüten zurücklegen müssen, die ihnen Nektar und Pollen liefern. Je kürzer die Entfernung, desto höher die Zahl der Nachkommen. Bei großer Entfernung nimmt die Zahl der angelegten Brutzellen ab, und zusätzlich fallen mehr Bienen Brutparasiten und Nesträubern zum Opfer.
Doch wie weit fliegen Wildbienen bei der Suche nach Nektar und Pollen? Bei Markierungs-experimenten im Botanischen Garten München hat man das jetzt herausgefunden.

„Die Sammelflugdistanzen der untersuchten Bienenarten lagen zwischen 73 und 121 Meter – die kleineren Bienenarten flogen dabei wie erwartet weniger weit, als die größeren“, so Prof. Susanne Renner von der Ludwig-Maximilian-Universität München. Die Nistplätze der Wildbienen liegen oft nicht in direkter Nachbarschaft zu ihren Futterpflanzen, die am besten auf artenreichen Blumenwiesen wachsen.
„Im Gegensatz zu neu angelegten Blühstreifen weisen die seit Generationen bestehenden Lebensräume wie Streuobstwiesen, Hecken und sonnenexponierte Südhänge eine höhere Artenvielfalt auf. Diese bieten dauerhaft Nahrung und Brutplätze, während Blühstreifen nach wenigen Jahren umgepflügt und wieder intensiv genutzt werden,“ stellt Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten, fest. „Unsere heimischen Wildbienenarten können nur erhalten werden, wenn ihre Neststandorte nicht zerstört werden und sich genügend große, geeignete Futterflächen in idealerweise nicht mehr als ca. 150 m Entfernung vom Brutplatz befinden,“ ergänzt Matthias Menzel von der Ortsgruppe.

Artikel auf Bienennachrichten: Flugdistanzen von Wildbienen auf Nahrungssuche
Link zur Originalpublikation

Der Lavendel – Arzneipflanze 2020

In immer mehr Brettener Gärten und öffentlichen Grünanlagen wird er angepflanzt: Der Lavendel.
Er liebt die heißen und trockenen Sommer der Mittelmeerländer. Doch der Klimawandel hat es ihm ermöglicht, sich nördlich der Alpen auszubreiten. Seine meist blauen oder lila Blüten sind Futterquelle für zahlreiche Insektenarten wie Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, z.B. die Gartenwollbiene und Furchenbienen. Auch Schmetterlinge wie Weißlinge oder gar das Taubenschwänzchen, das mit raschen Flügelschlägen wie ein Kolibri im Rüttelflug vor den Blüten schwebt, naschen an den Blüten des Lavendels. Kein Wunder, hat doch sein Nektar einen außergewöhnlich hohen Zuckergehalt. Deshalb ist er auch bei den Imkern als Bienenweide sehr geschätzt. Inzwischen haben immer mehr Brettener Gartenbesitzer seinen Nutzen für unsere heimischen Insekten erkannt und machen aus trostlosen, steinigen Schottergärten blau leuchtende Bienenweiden.

Im Süden Frankreichs, in der Provence hat Lavendel eine wirtschaftliche Bedeutung. Blau blühende Felder locken Touristen an, und aus der Pflanze wird ein Öl gewonnen, das für Seifen und Parfüms verwendet wird. Leider ist die Anbaufläche stark zurückgegangen. Ursache ist ein schwer zu bekämpfender Krankheitserreger, der von einer Zikade übertragen wird und den Lavendel vertrocknen lässt.

Nicht nur in der Küche als „Herbes de Provence“ wird das Kraut verwendet, ebenso wie in der Medizin. Deshalb wählte ihn der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde, dem neben verschiedenen Universitäten auch das Deutsche Apothekenmuseum in Heidelberg angehören, zur Arzneipflanze des Jahres 2020

Engagement des BUND gewürdigt

Die Mühe hat sich gelohnt: Durch die vielen blühenden Pflanzen ist der Tisch für Wildbienen und andere Insekten reich gedeckt
Vielfältige Aktivitäten im vergangenen Jahr

Für seine unermüdliche und richtungsweisende Arbeit zur Erhaltung der Artenvielfalt wurde der Bund für Umwelt- und Naturschutzschutz Deutschland (BUND) Bretten von NaturLife und EDEKA im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Kein Wunder, zeigte doch der Rückblick bei der Jahreshauptversammlung der BUND Ortsgruppe Bretten, dass auch das Jahr 2019 wieder arbeitsreich und durch vielfältige Aktivitäten geprägt war.

Schwerpunkte waren wie auch in den vergangenen Jahren der Schutz der Amphibien und Wildbienen. So wurden an der Kreisstraße zwischen Bauerbach und Büchig wieder Fangzäune zum Schutz der Amphibien betreut, eine sehr zeitaufwändige Arbeit bei oft nasskaltem Wetter. Der extrem trockene Sommer im vergangenen Jahr war für die Amphibien besonders schwer: Laichgewässer trockneten aus und es gab weniger Beutetiere, wie Würmer oder Schnecken. Vor allem Erdkröten gingen deshalb abgemagert in die Winterruhe. „Um den Bestand der Lurche dauerhaft zu sichern, sind an dieser Kreisstraße Amphibienleiteinrichtungen mit Tunneln unbedingt erforderlich“, betonte Gertraud Steinbach, die über die aktuelle Situation und Planungen berichtete.

Auf großes Interesse in der Bevölkerung stießen die Vorträge „Bretten im Klimawandel“ sowie „Nützlinge in Haus und Garten“, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bretten durchgeführt wurden.

Ein weiterer Schwerpunkt des BUND Bretten waren auch im Jahr 2019 Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen. So wurde das seit Jahren bestehende Gemeinschaftsprojekt von BUND und dem Melanchthon-Gymnasium Bretten mit der Gestaltung eines wildbienen- und insektenfreundlichen Lebensraumes fortgesetzt. In diesem Biotop haben sich im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Insekten wie Frühlings-Seidenbienen, Garten-Wollbienen, Furchenbienen, wärmeliebende Käfer, Spinnen und Zikaden angesiedelt.(siehe Bild!)

Nur was man kennt kann man auch schützen!

Die bereits vor Jahren von der Bundesregierung im Rahmen einer „Nationalen Strategie zur Entwicklung der Natur“ ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus, um die Artenvielfalt zu erhalten. Die Zerstörung von Lebensräumen für wildlebende Pflanzen und Tiere geht ungebremst weiter, ebenso die Belastung der Natur durch Umweltgifte.
Verschärfend kommt hinzu, dass es zu wenig qualifizierte Artenkenner gibt.
So hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei einer Umfrage festgestellt, dass die Zahl der Taxonomen, so nennt man diese Wissenschaftler, in den letzten Jahren abgenommen hat. Auch gibt es für diese Biologen, trotz Bedarf, viel zu wenig Arbeitsplätze.
Auch bemängeln Naturwissenschaftler und Umweltschützer, dass Kindern und Jugendlichen zu wenig Artenkenntnis vermittelt wird.

An Schulen und Universitäten müssen deshalb die Lehrpläne geändert werden, um die fortschreitende Wissenserosion aufzuhalten. Dazu wollen der Landesnaturschutzverband (LNV), Naturkundemuseen und die Umweltakademie Baden-Württemberg die Vermittlung von Artenkenntnis an Schulen fördern.
Mit seinem Projekt „Schützt die Wildbienen“ vermittelt der BUND Bretten schon seit vielen Jahren Artenkenntnis in Kindergärten und Schulen.

INSEKTENATLAS

Winterschwebfliege
– Daten und Fakten über Nützlinge und Schädlinge in der Landwirtschaft –
Insekten sind weltweit massiv bedroht. Darunter auch unersetzliche Bestäuber wie Wildbienen, die uns reiche Ernten von Obst und Gemüse sichern. Eine über Jahrzehnte verfehlte Agrarpolitik mit großflächigen Monokulturen und Einsatz giftiger Pestizide hat zu einem dramatischen Rückgang dieser nützlichen Insekten geführt. Dabei ist gerade die Landwirtschaft auf sie angewiesen. Der INSEKTENATLAS zeigt die Ursachen und Zusammenhänge des Insektensterbens auf.

Manche Insekten können auch schädlich sein und zu Ernteverlusten führen. Dies wird durch die industrielle Landwirtschaft und den damit verbundenen Rückgang der Artenvielfalt verstärkt. So hat beispielsweise der Bestand der Schwebfliegenarten in Deutschland bereits um die Hälfte abgenommen. Nützlinge müssen geschont und gefördert werden. Auch können sich durch die globale Erwärmung Schadinsekten verstärkt ausbreiten und zu weiteren Ernteverlusten führen.
Der INSEKTENATLAS ist ein Kooperationsprojekt der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Bund für Umwelt uns Naturschutz Deutschland (BUND) und LE MONDE Diplomatique.
Er ist hier als PDF-Datei erhältlich.

BUND und MGB beim Naturerlebnistag

Schutz der Wildbienen als Gemeinschaftsprojekt
Mit dem Brettener Naturerlebnistag hatte es der Wettergott wieder gut gemeint. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen strömten mehrere hundert Besucher zum Saatschulgebäude im Großen Wald, um die Veranstaltungen verschiedener Gruppen rund um das Thema Natur zu besuchen. Wie in den vergangenen Jahren hatten sich der BUND und das Melanchthon-Gymnasium mit ihrem Projekt zum Schutz der einheimischen Wildbienen beteiligt.
Die Besucher drängten sich am Infostand des BUND, um Näheres über Wildbienen zu erfahren. Sie wollten wissen, woran man Wildbienen erkennt, wodurch sie gefährdet sind und wie man diesen unersetzlichen Bestäuber unserer Kulturpflanzen helfen kann.
Dabei zeigte sich, dass fachgerechte Nisthilfen für hohlraumbewohnende Wildbienen wie die Gehörnte Mauerbiene, bei den Besuchern immer mehr gefragt sind. So konnten Kinder unter der Anleitung von Lehrerinnen und Lehrern der Fachschaft Biologie des Melanchthon-Gymnasiums zusammen mit Schülern der Arbeitsgemeinschaft Umwelt selbst Nisthilfen für Wildbienen basteln und mit nach Hause nehmen. Dabei wurden sie von ehemaligen Schülern, die auch nach dem Abitur der Schule und dem Schutz der Wildbienen verbunden sind, unterstützt.

Von Honig- und Wildbienen

Kinder vom Haus Regenbogen informierten sich über unersetzliche Bestäuber

Ohne Bestäubung durch Bienen gibt es keine Ernte von Äpfeln, Birnen, Kirschen und vielen anderen Kulturpflanzen. Doch woran erkennt man diese nützlichen Insekten? Wie leben sie? Und wie wird Honig gemacht?
Auf diese Fragen suchten Vorschulkinder Antworten. Dazu hatte die Kindergartenleiterin Frau Summer den Vorsitzenden des BUND Bretten, Gerhard Dittes, in das Haus Regenbogen eingeladen. Anhand von Fotos zeigte er den wissbegierigen Kindern ausgewählte und leicht erkennbare Beispiele der in der Umgebung von Bretten lebenden Wildbienen.

Wildbienen sind besonders erfolgreiche Bestäuber unserer Kulturpflanzen, weil sie den gesammelten Blütenstaub nur locker in ihrem Pelz transportieren. Dadurch kann der Pollen leichter von Blüte zu Blüte übertragen werden, wodurch der Ernteertrag steigt. Leider ist der Bestand dieser für uns nützlichen Insekten durch die fortschreitende Vernichtung ihrer Lebensräume, Monokulturen und den Einsatz giftiger Pestizide gefährdet.
Wildbienen machen keinen Honig. Dies ist Aufgabe der Honigbiene. Wie dieses süße Nahrungsmittel entsteht, erfuhren dann die Kinder bei einem Imker. Dazu besuchten sie die Schulimkerei von Hobbyimker Michael Reithäusler in der Brettener Schillerschule. Dieser zeigte den Kindern sehr anschaulich, wie ein Bienenstock aufgebaut ist, und erklärte die Lebensweise der Bienen und wie diese aus Nektar Honig machen. Damit die Kinder die fleißigen Bienen aus nächster Nähe beobachten konnten, ohne gestochen zu werden, trugen sie alle kindgerechte Schutzanzüge.

Wildbienenschutz immer beliebter

BUND und MGB mit Infos über Wildbienen

Fachgerechte Nisthilfen für hohlraumbewohnende Wildbienen wie für die Gehörnte Mauerbiene sind bei den Brettenern immer mehr gefragt“, stellt Annika Hoffmann, Biologielehrerin am Brettener Melanchthon-Gymnasium, erfreut fest. Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Schutz unserer einheimischen Wildbienen“ informierten der BUND und Schüler der Arbeitsgemeinschaft Biologie die Besucher des Brettener Wochenmarktes.

Angesichts des weltweiten, dramatischen Insektensterbens setzen sich immer mehr Besitzer von Gärten und Streuobstwiesen für den Schutz von Wildbienen und anderen Insekten ein. Andererseits fühlen sich immer mehr wärmliebende Insekten wie beispielsweise die Efeu-Seidenbiene und die Gelbbindige Furchenbiene bei uns heimisch. Ihre im Boden angelegten Nester werden zunehmend in Brettener Gärten beobachtet.
Es ist deshalb wichtig, diese Brutplätze in den Gärten zu erhalten und kleine, unbewachsene Flächen für neue Brutplätze bereit zu stellen“ empfiehlt Gerhard Dittes vom BUND Bretten.
Schon nach wenigen Tagen waren die Bohrlöcher in den Nistklötzen besiedelt, berichten immer mehr Gartenbesitzer.
Fast pausenlos drängten sich die Marktbesucher am Infostand, um näheres über Wildbienen zu erfahren.
–Woran erkennt man Wildbienen?
–Wodurch sind sie gefährdet und wie kann man diesen nützlichen Insekten, wichtige Bestäuber unserer Kulturpflanzen helfen?

Die von den Schülern angebotenen, selbst gebastelten Nisthilfen für hohlraumbewohnende Wildbienen wurden dankbar angenommen.

Unser Rüdtwald-Video