Willkommen bei der BUND-Ortsgruppe Bretten!

  

Schlagworte-Archive: Wildbienen

Schutz einheimischer Bestäuber:

Kurze Wege retten Wildbienen

Weltweit sind neben den Honigbienen die vielen Arten von Wildbienen unverzichtbare Bestäuber, die uns reiche Obst- und Gemüseernten garantieren. Um den Bestand dieser nützlichen Insekten zu sichern, genügt es nicht, deren Brutplätze und Futterpflanzen zu erhalten. Ganz entscheidend ist die Entfernung, die sie zwischen ihrem Nest und den Blüten zurücklegen müssen, die ihnen Nektar und Pollen liefern. Je kürzer die Entfernung, desto höher die Zahl der Nachkommen. Bei großer Entfernung nimmt die Zahl der angelegten Brutzellen ab, und zusätzlich fallen mehr Bienen Brutparasiten und Nesträubern zum Opfer.
Doch wie weit fliegen Wildbienen bei der Suche nach Nektar und Pollen? Bei Markierungs-experimenten im Botanischen Garten München hat man das jetzt herausgefunden.

„Die Sammelflugdistanzen der untersuchten Bienenarten lagen zwischen 73 und 121 Meter – die kleineren Bienenarten flogen dabei wie erwartet weniger weit, als die größeren“, so Prof. Susanne Renner von der Ludwig-Maximilian-Universität München. Die Nistplätze der Wildbienen liegen oft nicht in direkter Nachbarschaft zu ihren Futterpflanzen, die am besten auf artenreichen Blumenwiesen wachsen.
„Im Gegensatz zu neu angelegten Blühstreifen weisen die seit Generationen bestehenden Lebensräume wie Streuobstwiesen, Hecken und sonnenexponierte Südhänge eine höhere Artenvielfalt auf. Diese bieten dauerhaft Nahrung und Brutplätze, während Blühstreifen nach wenigen Jahren umgepflügt und wieder intensiv genutzt werden,“ stellt Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten, fest. „Unsere heimischen Wildbienenarten können nur erhalten werden, wenn ihre Neststandorte nicht zerstört werden und sich genügend große, geeignete Futterflächen in idealerweise nicht mehr als ca. 150 m Entfernung vom Brutplatz befinden,“ ergänzt Matthias Menzel von der Ortsgruppe.

Artikel auf Bienennachrichten: Flugdistanzen von Wildbienen auf Nahrungssuche
Link zur Originalpublikation

Der Lavendel – Arzneipflanze 2020

In immer mehr Brettener Gärten und öffentlichen Grünanlagen wird er angepflanzt: Der Lavendel.
Er liebt die heißen und trockenen Sommer der Mittelmeerländer. Doch der Klimawandel hat es ihm ermöglicht, sich nördlich der Alpen auszubreiten. Seine meist blauen oder lila Blüten sind Futterquelle für zahlreiche Insektenarten wie Honigbienen, Hummeln und andere Wildbienen, z.B. die Gartenwollbiene und Furchenbienen. Auch Schmetterlinge wie Weißlinge oder gar das Taubenschwänzchen, das mit raschen Flügelschlägen wie ein Kolibri im Rüttelflug vor den Blüten schwebt, naschen an den Blüten des Lavendels. Kein Wunder, hat doch sein Nektar einen außergewöhnlich hohen Zuckergehalt. Deshalb ist er auch bei den Imkern als Bienenweide sehr geschätzt. Inzwischen haben immer mehr Brettener Gartenbesitzer seinen Nutzen für unsere heimischen Insekten erkannt und machen aus trostlosen, steinigen Schottergärten blau leuchtende Bienenweiden.

Im Süden Frankreichs, in der Provence hat Lavendel eine wirtschaftliche Bedeutung. Blau blühende Felder locken Touristen an, und aus der Pflanze wird ein Öl gewonnen, das für Seifen und Parfüms verwendet wird. Leider ist die Anbaufläche stark zurückgegangen. Ursache ist ein schwer zu bekämpfender Krankheitserreger, der von einer Zikade übertragen wird und den Lavendel vertrocknen lässt.

Nicht nur in der Küche als „Herbes de Provence“ wird das Kraut verwendet, ebenso wie in der Medizin. Deshalb wählte ihn der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde, dem neben verschiedenen Universitäten auch das Deutsche Apothekenmuseum in Heidelberg angehören, zur Arzneipflanze des Jahres 2020

Engagement des BUND gewürdigt

Die Mühe hat sich gelohnt: Durch die vielen blühenden Pflanzen ist der Tisch für Wildbienen und andere Insekten reich gedeckt
Vielfältige Aktivitäten im vergangenen Jahr

Für seine unermüdliche und richtungsweisende Arbeit zur Erhaltung der Artenvielfalt wurde der Bund für Umwelt- und Naturschutzschutz Deutschland (BUND) Bretten von NaturLife und EDEKA im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Kein Wunder, zeigte doch der Rückblick bei der Jahreshauptversammlung der BUND Ortsgruppe Bretten, dass auch das Jahr 2019 wieder arbeitsreich und durch vielfältige Aktivitäten geprägt war.

Schwerpunkte waren wie auch in den vergangenen Jahren der Schutz der Amphibien und Wildbienen. So wurden an der Kreisstraße zwischen Bauerbach und Büchig wieder Fangzäune zum Schutz der Amphibien betreut, eine sehr zeitaufwändige Arbeit bei oft nasskaltem Wetter. Der extrem trockene Sommer im vergangenen Jahr war für die Amphibien besonders schwer: Laichgewässer trockneten aus und es gab weniger Beutetiere, wie Würmer oder Schnecken. Vor allem Erdkröten gingen deshalb abgemagert in die Winterruhe. „Um den Bestand der Lurche dauerhaft zu sichern, sind an dieser Kreisstraße Amphibienleiteinrichtungen mit Tunneln unbedingt erforderlich“, betonte Gertraud Steinbach, die über die aktuelle Situation und Planungen berichtete.

Auf großes Interesse in der Bevölkerung stießen die Vorträge „Bretten im Klimawandel“ sowie „Nützlinge in Haus und Garten“, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bretten durchgeführt wurden.

Ein weiterer Schwerpunkt des BUND Bretten waren auch im Jahr 2019 Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen. So wurde das seit Jahren bestehende Gemeinschaftsprojekt von BUND und dem Melanchthon-Gymnasium Bretten mit der Gestaltung eines wildbienen- und insektenfreundlichen Lebensraumes fortgesetzt. In diesem Biotop haben sich im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Insekten wie Frühlings-Seidenbienen, Garten-Wollbienen, Furchenbienen, wärmeliebende Käfer, Spinnen und Zikaden angesiedelt.(siehe Bild!)

Nur was man kennt kann man auch schützen!

Die bereits vor Jahren von der Bundesregierung im Rahmen einer „Nationalen Strategie zur Entwicklung der Natur“ ergriffenen Maßnahmen reichen nicht aus, um die Artenvielfalt zu erhalten. Die Zerstörung von Lebensräumen für wildlebende Pflanzen und Tiere geht ungebremst weiter, ebenso die Belastung der Natur durch Umweltgifte.
Verschärfend kommt hinzu, dass es zu wenig qualifizierte Artenkenner gibt.
So hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei einer Umfrage festgestellt, dass die Zahl der Taxonomen, so nennt man diese Wissenschaftler, in den letzten Jahren abgenommen hat. Auch gibt es für diese Biologen, trotz Bedarf, viel zu wenig Arbeitsplätze.
Auch bemängeln Naturwissenschaftler und Umweltschützer, dass Kindern und Jugendlichen zu wenig Artenkenntnis vermittelt wird.

An Schulen und Universitäten müssen deshalb die Lehrpläne geändert werden, um die fortschreitende Wissenserosion aufzuhalten. Dazu wollen der Landesnaturschutzverband (LNV), Naturkundemuseen und die Umweltakademie Baden-Württemberg die Vermittlung von Artenkenntnis an Schulen fördern.
Mit seinem Projekt „Schützt die Wildbienen“ vermittelt der BUND Bretten schon seit vielen Jahren Artenkenntnis in Kindergärten und Schulen.

INSEKTENATLAS

Winterschwebfliege
– Daten und Fakten über Nützlinge und Schädlinge in der Landwirtschaft –
Insekten sind weltweit massiv bedroht. Darunter auch unersetzliche Bestäuber wie Wildbienen, die uns reiche Ernten von Obst und Gemüse sichern. Eine über Jahrzehnte verfehlte Agrarpolitik mit großflächigen Monokulturen und Einsatz giftiger Pestizide hat zu einem dramatischen Rückgang dieser nützlichen Insekten geführt. Dabei ist gerade die Landwirtschaft auf sie angewiesen. Der INSEKTENATLAS zeigt die Ursachen und Zusammenhänge des Insektensterbens auf.

Manche Insekten können auch schädlich sein und zu Ernteverlusten führen. Dies wird durch die industrielle Landwirtschaft und den damit verbundenen Rückgang der Artenvielfalt verstärkt. So hat beispielsweise der Bestand der Schwebfliegenarten in Deutschland bereits um die Hälfte abgenommen. Nützlinge müssen geschont und gefördert werden. Auch können sich durch die globale Erwärmung Schadinsekten verstärkt ausbreiten und zu weiteren Ernteverlusten führen.
Der INSEKTENATLAS ist ein Kooperationsprojekt der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Bund für Umwelt uns Naturschutz Deutschland (BUND) und LE MONDE Diplomatique.
Er ist hier als PDF-Datei erhältlich.

BUND und MGB beim Naturerlebnistag

Schutz der Wildbienen als Gemeinschaftsprojekt
Mit dem Brettener Naturerlebnistag hatte es der Wettergott wieder gut gemeint. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen strömten mehrere hundert Besucher zum Saatschulgebäude im Großen Wald, um die Veranstaltungen verschiedener Gruppen rund um das Thema Natur zu besuchen. Wie in den vergangenen Jahren hatten sich der BUND und das Melanchthon-Gymnasium mit ihrem Projekt zum Schutz der einheimischen Wildbienen beteiligt.
Die Besucher drängten sich am Infostand des BUND, um Näheres über Wildbienen zu erfahren. Sie wollten wissen, woran man Wildbienen erkennt, wodurch sie gefährdet sind und wie man diesen unersetzlichen Bestäuber unserer Kulturpflanzen helfen kann.
Dabei zeigte sich, dass fachgerechte Nisthilfen für hohlraumbewohnende Wildbienen wie die Gehörnte Mauerbiene, bei den Besuchern immer mehr gefragt sind. So konnten Kinder unter der Anleitung von Lehrerinnen und Lehrern der Fachschaft Biologie des Melanchthon-Gymnasiums zusammen mit Schülern der Arbeitsgemeinschaft Umwelt selbst Nisthilfen für Wildbienen basteln und mit nach Hause nehmen. Dabei wurden sie von ehemaligen Schülern, die auch nach dem Abitur der Schule und dem Schutz der Wildbienen verbunden sind, unterstützt.

Von Honig- und Wildbienen

Kinder vom Haus Regenbogen informierten sich über unersetzliche Bestäuber

Ohne Bestäubung durch Bienen gibt es keine Ernte von Äpfeln, Birnen, Kirschen und vielen anderen Kulturpflanzen. Doch woran erkennt man diese nützlichen Insekten? Wie leben sie? Und wie wird Honig gemacht?
Auf diese Fragen suchten Vorschulkinder Antworten. Dazu hatte die Kindergartenleiterin Frau Summer den Vorsitzenden des BUND Bretten, Gerhard Dittes, in das Haus Regenbogen eingeladen. Anhand von Fotos zeigte er den wissbegierigen Kindern ausgewählte und leicht erkennbare Beispiele der in der Umgebung von Bretten lebenden Wildbienen.

Wildbienen sind besonders erfolgreiche Bestäuber unserer Kulturpflanzen, weil sie den gesammelten Blütenstaub nur locker in ihrem Pelz transportieren. Dadurch kann der Pollen leichter von Blüte zu Blüte übertragen werden, wodurch der Ernteertrag steigt. Leider ist der Bestand dieser für uns nützlichen Insekten durch die fortschreitende Vernichtung ihrer Lebensräume, Monokulturen und den Einsatz giftiger Pestizide gefährdet.
Wildbienen machen keinen Honig. Dies ist Aufgabe der Honigbiene. Wie dieses süße Nahrungsmittel entsteht, erfuhren dann die Kinder bei einem Imker. Dazu besuchten sie die Schulimkerei von Hobbyimker Michael Reithäusler in der Brettener Schillerschule. Dieser zeigte den Kindern sehr anschaulich, wie ein Bienenstock aufgebaut ist, und erklärte die Lebensweise der Bienen und wie diese aus Nektar Honig machen. Damit die Kinder die fleißigen Bienen aus nächster Nähe beobachten konnten, ohne gestochen zu werden, trugen sie alle kindgerechte Schutzanzüge.

Wildbienenschutz immer beliebter

BUND und MGB mit Infos über Wildbienen

Fachgerechte Nisthilfen für hohlraumbewohnende Wildbienen wie für die Gehörnte Mauerbiene sind bei den Brettenern immer mehr gefragt“, stellt Annika Hoffmann, Biologielehrerin am Brettener Melanchthon-Gymnasium, erfreut fest. Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Schutz unserer einheimischen Wildbienen“ informierten der BUND und Schüler der Arbeitsgemeinschaft Biologie die Besucher des Brettener Wochenmarktes.

Angesichts des weltweiten, dramatischen Insektensterbens setzen sich immer mehr Besitzer von Gärten und Streuobstwiesen für den Schutz von Wildbienen und anderen Insekten ein. Andererseits fühlen sich immer mehr wärmliebende Insekten wie beispielsweise die Efeu-Seidenbiene und die Gelbbindige Furchenbiene bei uns heimisch. Ihre im Boden angelegten Nester werden zunehmend in Brettener Gärten beobachtet.
Es ist deshalb wichtig, diese Brutplätze in den Gärten zu erhalten und kleine, unbewachsene Flächen für neue Brutplätze bereit zu stellen“ empfiehlt Gerhard Dittes vom BUND Bretten.
Schon nach wenigen Tagen waren die Bohrlöcher in den Nistklötzen besiedelt, berichten immer mehr Gartenbesitzer.
Fast pausenlos drängten sich die Marktbesucher am Infostand, um näheres über Wildbienen zu erfahren.
–Woran erkennt man Wildbienen?
–Wodurch sind sie gefährdet und wie kann man diesen nützlichen Insekten, wichtige Bestäuber unserer Kulturpflanzen helfen?

Die von den Schülern angebotenen, selbst gebastelten Nisthilfen für hohlraumbewohnende Wildbienen wurden dankbar angenommen.

Insekt des Jahres 2019 : Die Rostrote Mauerbiene

Paarung und Blütenbesuch auch in Brettener Gärten

Woher kommt plötzlich der dicke Dreckbatzen am Rolladenstopper?“ fragten sich kürzlich einige besorgte Brettener. Die „Übeltäterin“ ist die harmlose Rostrote Mauerbiene. Der Dreckbatzen ist eines ihrer Brutnester. Für deren Anlage ist sie nicht wählerisch: Fraßgänge von Käferlarven in Totholz, Ritzen im Mauerwerk oder manchmal sogar Türschlösser werden als Kinderstube für den Nachwuchs verwendet und sorgfältig mit Erdklümpchen verschlossen.
Bei den schon sommerlichen Temperaturen der letzten Tage sind die Rostroten Mauerbienen auch im Brettener Umland geschlüpft. Nach der Paarung besuchen die Weibchen die Blüten verschiedenster Pflanzen und lagern Nektar und Blütenstaub als Futter für die Larven in die Brutzellen ein.

Die Rostroten Mauerbienen (Osmia bicornis ) erreichen eine Körperlänge von bis zu 12 Millimeter. Sie sind schlanker als ihre nahen Verwandten, die Gehörnten Mauerbienen (Osmia cornuta), die bereits schon im zeitigen Frühjahr in Gärten und Streuobstwiesen Blüten bestäuben. Bei beiden Wildbienenarten besitzen die Weibchen zwei kleine Hörnchen am Kopf, die zum Sammeln des Blütenstaubs dienen.

Die Rostrote Mauerbiene kommt in ganz Deutschland vom Tiefland bis in die Höhenlagen vor. Sie besiedelt verschiedene Lebensräume wie Hecken, Waldränder, Streuobstwiesen und Gärten. Auch in der Brettener Innenstadt und den Ortsteilen ist sie deshalb regelmäßig anzutreffen. Ihr Bestand ist bisher noch nicht gefährdet. Allerdings sind von den mehr als 500 Wildbienenarten Deutschlands mehr als die Hälfte gefährdet oder bereits verschwunden.

Ursachen sind der Lebensraumverlust durch die fortgesetzte Ausweisung von immer neuen Wohn- und Gewerbegebieten und Straßen, welche die Landschaft zerschneiden, sowie Monokulturen und der Einsatz von giftigen Pestiziden. Gärten mit geeigneten Futterpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst blühen und die Bereitstellung geeigneter Nisthilfen können der Rostroten Mauerbiene und ihren wilden Verwandten das Überleben erleichtern.
Um auf die Bedeutung von Wildbienen als wichtige Bestäuber aufmerksam zu machen, hat das Deutsche Entomologische Institut die Rostrote Mauerbiene zum „Insekt des Jahres 2019 für Deutschland, Österreich und die Schweiz“ gekürt.

Arbeitsreiches BUND-Jahr 2018

Bei der Jahreshauptversammlung der BUND-Ortsgruppe Bretten wurde die Vorstandschaft einstimmig wiedergewählt. Wie bisher werden Gerhard Dittes (Vorsitzender), Matthias Menzel (Stellvertreter) und Christa Franck (Schatzmeisterin) die Ortsgruppe nach außen vertreten.

Beim Jahresrückblick zeigte sich, dass das Jahr 2018 arbeitsreich und durch vielfältige Aktivitäten geprägt war. Schwerpunkte waren wie auch in den vergangenen Jahren der Schutz der Wildbienen und Amphibien. So wurden zwischen Bauerbach und Büchig wieder Fangzäune zum Schutz der Amphibien betreut, eine sehr zeitaufwändige Arbeit bei oft nasskaltem Wetter. Der extrem trockene Sommer im vergangenen Jahr, war für die Amphibien besonders schwer: Laichgewässer trockneten aus und es gab weniger Beutetiere wie Würmer und Schnecken. Vor allem Erdkröten gingen deshalb abgemagert in die Winterruhe. Um den Bestand der Lurche dauerhaft zu sichern, sind an der Kreisstraße Amphibien-Leiteinrichtungen mit Tunnels unbedingt erforderlich.

Auf großes Interesse in der Bevölkerung stießen die Vorträge „Mein-Garten – Schlaraffenland für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten“, sowie „ Nachhaltigkeit und Artenvielfalt“, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bretten durchgeführt wurden.

Ein weiterer Schwerpunkt des BUND Bretten waren auch im Jahr 2018 Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen. So wurde das seit Jahren bestehende Gemeinschaftsprojekt mit dem Melanchthon-Gymnasium fortgesetzt. Beim städtischen Naturerlebnistag konnten wieder Nisthilfen für die Wildbienen in den Gärten von Bretten und Umgebung angefertigt werden.
Mit Unterstützung des BUND und des Obst- und Gartenbauvereins Diedelsheim bauten Zweitklässler der Schwandorf-Grundschule Kinderstuben für Wildbienen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bald waren mehr als hundert Schilfhalme und Bohrlöcher von Wildbienen belegt.
Auf dem Landesbiologentag an der Universität Hohenheim wurde dieses Projekt als Beispiel, wie man Schüler für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur sensibilisieren kann, vorgestellt.

Buchtipp: Das Verstummen der Natur

Die dramatischen Folgen des Artensterbens
Das Bienensterben: längst zur Megaschlagzeile in den Medien geworden, und es wird viel diskutiert. Doch was steckt dahinter? Über Nacht jedenfalls ist der dramatische Verlust der Wildbienen, Schmetterlinge sowie vieler anderer Insekten und Wildtiere nicht gekommen. Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion, und Claus-Peter Hutter, Präsident von NatureLife-International, weisen nach, dass bereits in den 1980er Jahren vor dem Verstummen der Natur gewarnt wurde. Alarmzeichen gab es schon damals. Nur: Es wollte niemand wissen, auch »die Politik« nicht. Warum nur? Um den ökologischen Staatsbankrott zu vertuschen? Um der Bauern-Lobby gefällig zu sein? Die Autoren liefern eine intensive Spurensuche, die bei den Taten beginnt und bei den Tätern endet.

Ludwig-Verlag www.Ludwig-Verlag.de ISBN 978-3-453-28109-7

Wildbiene des Jahres 2019 : Die Blauschillernde Sandbiene Andrena agilissima

Blauschillernde Sandbiene
Mit ihrer Körperlänge bis zu 15 Millimeter, Hinterleib und Flügel bläulich schimmernd sowie weißen Haarbüscheln am Körper, ist diese Wildbiene ein auffälliger Blütenbesucher. Nach dem Besuch des blühenden Ackersenfs, trägt sie an ihren Hinterbeinen den leuchtend gelben Blütenstaub. In Bretten und Umgebung kann man diese Wildbiene in der Feldflur und gelegentlich auch in Hausgärten von Mitte Mai bis Anfang Juli antreffen. Die Nester werden an Böschungen oder zu ebener Erde in Sand- oder Lössböden angelegt. Dazu graben manchmal mehrere hundert Weibchen gleichzeitig Gänge in den Boden. Die Brutkammern in der Tiefe werden dann mit einer Mischung aus Blütenstaub und Nektar gefüllt und ein Ei dazu gelegt. Die ausschlüpfende Larve verzehrt den Futtervorrat und verpuppt sich anschließend. Die Jungtiere überwintern.

Die Männchen sind auffällig schnelle Flieger. Wer sie genauer beobachten will, der muss warten, bis sie sich allerdings, nur für ganz kurze Zeit, auf Blüten niederlassen.

Der Bestand der Blauschillernden Sandbiene, auch Senf-Blauschillersandbiene genannt, ist deutschlandweit gefährdet, in Baden-Württemberg sogar stark gefährdet. Ursache sind der Verlust von Lebensräumen durch Zersiedelung, fehlende Weg- und Feldränder sowie die Intensivierung der Landwirtschaft mit Monokulturen und dem Einsatz von giftigen Pestiziden. Deshalb wurde die Blauschillernde Sandbiene zur Wildbiene des Jahres 2019 gewählt.

Wer diese Wildbiene auf der Brettener Feldflur oder in seinem Garten beim Bau ihrer Bodennester entdeckt, wird gebeten, dies dem BUND zu melden.

Unser Rüdtwald-Video

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