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Steckbrief: Große Vielfraßschnecke (Zebrina detrita ) Familie Turmschnecken

Das Gehäuse dieses auch als Weiße oder Große Turmschnecke bezeichneten Tieres, kann bis zu 25 mm lang werden und weist dann bis zu sieben Windungen auf. Das Schneckenhaus kann unterschiedlich gefärbt sein : weiß, cremefarben oder gelblich mit manchmal bräunlichen Querbändern. Diese Schnecke bevorzugt Kalkböden mit sonnigen, trockenen Stellen wie nach Süden geneigte Böschungen oder Weinberge. Angeheftet an Steinen oder Pflanzenstängeln überstehen diese Tiere, oft in großer Zahl, auch längere Trockenzeiten.

Nach der Roten Liste Baden-Württemberg gilt ihr Bestand als gefährdet. Auf Veränderungen ihres Lebensraumes reagiert sie besonders empfindlich. Sie kommt auch im Raum Bretten vor. Wir bitten deshalb unsere Leser, uns Funde mitzuteilen.

Buchtipp: Beschleunigtes Massensterben auf der Erde

Elizabeth Kolbert: Das sechste Sterben, Suhrkamp Verlag 2015, ISBN 978-3-518-42481-0
Elizabeth Kolbert: Das sechste Sterben, Suhrkamp Verlag 2015, ISBN 978-3-518-42481-0

Nach einer Studie von gleich drei US-Universitäten ( Princeton, Stanford und Berkeley), beginnt ein globales Massen-Aussterben. Seit der Mensch in die Natur eingreift, hat sich die Aussterberate etwa verhundertfacht. Hauptursachen sind der Verlust von Lebensräumen durch Waldrodung und Flächenversiegelung sowie Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung. Weltweit sind inzwischen fast jede zweite Amphibien-Art und jede vierte Säugetier-Art vom Aussterben bedroht.

In der Studie wird eindringlich appelliert, weitere Lebensraumverluste sofort zu stoppen, weil mit dem Rückgang der biologischen Vielfalt auch der Verlust von Ökosystemleistungen für uns Menschen verbunden ist – mit unvorhersehbaren wirtschaftlichen Folgen. Auch im Raum Bretten sind bereits viele Tierarten in ihrem Bestand gefährdet!

Buchtipp: Elizabeth Kolbert: Das sechste Sterben, Suhrkamp Verlag 2015, ISBN 978-3-518-42481-0
Die Autorin wurde 2015 mit dem Pulitzerpreis 2015 für ihr Buch: „The Sixth Extinction“ ausgezeichnet

https://de.wikipedia.org/wiki/Elizabeth_Kolbert

Hochwasser Juni 2015

Die starken Niederschläge von mehr als 100 Liter pro Quadratmeter, die am 6. Juni 2015 über Bretten fielen, verursachten auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen Schäden. Im Kraichgau fördern große Hanglängen und spät deckende Kulturpflanzen wie Mais und Rüben die Abtragung des Ackerbodens. Über Bäche und Flüsse wurde der fruchtbare Boden tonnenweise in die Nordsee transportiert.

  • Herausgespülter Schotter und tiefe Erosionsrinnen an einem erst kürzlich sanierten Feldweg.
  • Das Wasser füllte Senken,....
  • ... bildete kleine Seen...
  • .... und überflutete Wege.
  • Sturzbäche ergossen sich über Wiesen...
  • ...und hinterließen Berge von „Unrat“.
  • Die vom Hang abgeschwemmte Erde wurde unterhalb abgelagert.
  • Die Fluten rissen Getreide- und ...
  • ...Maispflanzen um.
  • Auf Maisäckern mit unbedecktem Boden...
  • ... wurde besonders viel fruchtbarer Ackerboden fortgeschwemmt.

Steckbrief: Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans)

Diese krautige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse, hat bis zu einem Meter lange meist flach auf dem Boden liegende Stängel. Die Laubblätter sitzen an langen Stielen und sind fünfzählig gefingert (Name). Die etwa zwei Zentimeter großen, gelben Blüten, besitzen fünf Blütenblätter. Die Früchte, etwa 200 kleine Nüsschen pro Blüte, werden von Ameisen verbreitet. Wurzeln und Blätter dieser häufigen Pflanze enthalten Gerbstoffe.

Steckbrief: Zottiger Bienenkäfer Trichodes alvearius

Zottiger Bienenkäfer Trichodes alvearius
Zottiger Bienenkäfer

Dieses etwa eineinhalb Zentimeter große Insekt aus der Familie der Buntkäfer (Cleridae) ist auffällig gezeichnet. Seine roten Deckflügel tragen drei stahlblaue bis schwarze Querbinden und die Fühlerspitzen sind keulenförmig verdickt. Vor allem der Kopf ist zottig behaart (Name). Seine Larven entwickeln sich in den Nestern von Wildbienen und Grabwespen von deren Larven und Puppen sie sich ernähren. Deshalb wird dieser Käfer auch „Bienenwolf“ genannt. Aber Vorsicht: Nicht mit der gleichnamigen Grabwespe Philanthus triangulum verwechseln!

Diese bunten Käfer kann man auch in Bretten finden. Von Mai bis Juli sitzen sie auf Blüten, wo sie kleine Insekten erbeuten aber auch Blütenstaub fressen. Der Bestand dieser seltenen Insektenart ist gefährdet. (Rote Liste 3). Deshalb ist diese nach dem Naturschutzgesetz besonders geschützt .

Siehe auch: http://www.wildbienen.de/wbi-r320.htm

Waldbegehung 2015

Zur diesjährigen Waldbegehung hatte die Brettener Forstverwaltung Gemeinderäte und interessierte Bürger in den „Großen Wald“ eingeladen.
Durch Bestandspflege und Neubepflanzung hat der Holzvorrat im Stadtwald zugenommen“, betonte Ewald Kugler, der Leiter der städtischen Forstverwaltung. Hauptholzart ist die Rotbuche, die bei uns im Kraichgau optimale Standortbedingungen vorfindet. Dagegen sind die Wachstumsbedingungen für Mammutbäume nicht so gut, was an der 1963 bepflanzten Versuchsfläche erklärt wurde. Die Niederschläge sind zu gering und der Untergrund aus Muschelkalk lässt das Regenwasser schnell versickern. Trotzdem haben diese Bäume eine stattliche Höhe erreicht.

Wie wichtig der Wald als Brennholzlieferant war und auch heute wieder ist, zeigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals transportierten die „Holzweible“ mit dem Handwägelchen mühsam das aufgelesene Holz nach Hause. Dies hatte die Forstverwaltung mit Hilfe einer Schaufensterpuppe sehr eindrucksvoll dargestellt.
An der nächsten Station der Begehung wurde eine über 40 Meter hohe Douglasie fachgerecht gefällt. Diese Arbeit ist besonders gefährlich, weshalb Schutzkleidung vorgeschrieben ist: Helm mit Gesichts- und Hörschutz, Schnittschutzhose, Sicherheitsjacke und Schutzschuhe.
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Steckbrief: Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

Von der Insektengruppe entdeckt: Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)
Dieser Schmetterling kann eine Flügelspannweite von acht Zentimeter erreichen. Auf jedem Flügel befindet sich ein dunkler Augenfleck (Name). Die Männchen haben orangefarbene Hinterflügel und große kammförmige Fühler. Wegen fehlender Mundwerkzeuge können diese Falter keine Nahrung zu sich nehmen. Deshalb leben sie nur etwa eine Woche, in der sie sich paaren und das Weibchen Eier legt. Abhängig von der Witterung kann man diese Insekten – zwischen April und Mai – gelegentlich auch auf der Brettener Gemarkung antreffen.

Das Kleine Nachtpfauenauge war Schmetterling des Jahres 2012

Steckbrief: Die Wasseramsel (Cinclus cinclus)

Wasseramsel
Wasseramsel

Dieser Vogel aus der Familie der Wasseramseln (Cinclidae) kann bis zu 18 cm groß werden. Seine Gestalt mit dem kurzen Schwänzchen ähnelt einem Zaunkönig. Die Grundfärbung ist schwärzlich mit einem auffälligen weißen Brustfleck. Dieser Vogel schwimmt oder taucht zur Nahrungssuche unter Wasser. Das kugelförmige Nest wird unter Brücken oder hinter Wasserfällen gebaut. Der über fast ganz Europa verbreitete Vogel kann auch an Brettener Gewässern angetroffen werden.

Steckbrief: Scharbockskraut ( Ranunculus ficaria oder Ficaria verna)

Dieser Frühblüher aus der Familie der Hahnenfußgewächse, besitzt Vitamin C-haltige Blätter. Der Scharbock (Skorbut), an dem früher die Seefahrer fürchterlich litten, tritt bei Vitamin C Mangel auf. Aber Vorsicht: Diese Pflanze ist vor allem nach der Blütezeit giftig! Die herzförmigen und glänzenden Blätter sitzen an langen Blattstielen. Die sternförmigen, goldgelb glänzenden Blüten können mehr als fünf Zentimeter Durchmesser erreichen. Von März bis Mai werden sie von Insekten besucht.

Ein Paradies für Insekten

ist dieser mustergültige Vorgarten am Brettener Promenadenweg. Dieses Blütenmeer ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine wichtige Futterquelle für Wildbienen.

Steckbrief: Stinkende Nieswurz Helleborus foetidus

Dieser immergrüne Halbstrauch aus der Familie der Hahnenfußgewächse erreicht eine Wuchshöhe von etwa einem halben Meter. An holzigen Stielen sitzen die 7 bis 9 fach geteilten Blätter. Die glockenförmigen Blüten mit zum Teil rötlichem Rand, öffnen sich bereits im Spätwinter. Sie werden von Hummeln und Pelzbienen besucht. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich bis zu drei Zentimeter lange Balgfrüchte. Die Samen, die ein nahrhaftes Anhängsel (Elaiosom) besitzen, werden durch Ameisen verbreitet (Myrmekochorie). Der unangenehme Duft dieser Pflanze führte zu ihrem Namen (foetidus =stinkend ).

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