Willkommen bei der BUND-Ortsgruppe Bretten!

  

Erfolgreicher Schutz der Mauerbienen

Gerade rechtzeitig zur Eröffnung des Infostandes auf dem Brettener Marktplatz waren die Gehörnten Mauerbienen geschlüpft und konnten so den Marktbesuchern gezeigt werden.
„Diese Mauerbienen sind gerade aus ihrem Kokon geschlüpft. Nach kurzer Zeit sind ihre Flügel gehärtet und sie können losfliegen, um die Blüten in den Brettener Gärten zu bestäuben“, erklärt Annika Hoffmann, Biologielehrerin am Melanchthon-Gymnasium.
Im Rahmen des Projekts zum Schutz der Wildbienen, das gemeinsam vom Gymnasium und dem BUND Bretten durchgeführt wird, war auf dem Brettener Marktplatz ein Infostand eingerichtet worden. Hier konnten interessierte Gartenbesitzer Wissenswertes über die Lebensweise und das Aussehen dieser nützlichen Insekten erfahren. „Nisthilfen werden vor allem dann von Wildbienen angenommen, wenn diese fachgerecht, d.h. auf die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Arten angefertigt werden“, betont Matthias Menzel vom BUND. Nur solche Nisthilfen wurden den Marktbesuchern für ihre Gärten angeboten.
Mauerbienen sind eifrige Bestäuber von Obstbäumen, die sich als Kulturfolger auch in den Gärten von Siedlungen heimisch fühlen. Das „Brutgeschäft“ findet während der Blütezeit der Traubenhyazinthen, eine beliebte Nektar und Blütenstaub liefernde Futterpflanze, statt. Deshalb wurden für das Schutzprojekt neben der Herstellung von Nisthilfen auch hunderte von Trauben-hyazinthen angepflanzt.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Noch im gleichen Jahr besiedelten die Gehörnten Mauerbienen über zweihundert der angebotenen Nisthilfen.
Bei diesem Infostand kam es auch zu einem regen Erfahrungsaustausch. „Immer mehr Gartenbesitzer wollen sich für den Schutz der Wildbienen einsetzen“, stellte Gertraud Steinbach vom BUND zufrieden fest.

Kinderstube für Wildbienen

Bei strahlendem Sonnenschein aber eiskaltem Ostwind konnten Bürgermeister Nöltner und Christian Spintzyk, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Diedelsheim, Zweit-klässler mit ihren Eltern begrüßen. Danach bestückten die Schüler der Schwandorf-Grundschule Diedelsheim auf einer Streuobstwiese eine Nistwand für Wildbienen mit selbst gebastelten Nisthilfen.

Im Unterricht hatte jeder Schüler seine eigene, mit Namen versehene Nisthilfe angefertigt. Unterstützt wurden die Kinder dabei von ihren Lehrerinnen Frau Garrecht und Frau Wittmer sowie Mitgliedern des OGV. Die fachliche Beratung übernahm Gerhard Dittes vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Nach der offiziellen Einweihung der Wildbienen-Nistwand gab es für die Kinder noch Brezeln und Apfelsaft.

Das Gemeinschaftsprojekt von Obst- und Gartenbauverein, Grundschule Diedelsheim und dem BUND Bretten soll auf die Gefährdung dieser wichtigen Bestäuber unserer Kultur-pflanzen aufmerksam machen und Nisthilfen anbieten.

Schluss mit Pestiziden und der Vergiftung von Schmetterlingen!

Bereits ein Drittel aller Schmetterlingsarten Deutschlands stehen auf der Roten Liste!
Schuld daran sind die intensive Landwirtschaft, Überdüngung und Pestizide – vor allem Neonikotinoide, die unsere Schmetterlinge vergiften.
Unterstützen Sie zusammen mit dem BUND Bretten die Unterschriftenaktion von Dr. Robert Trusch zum Schutz von Schmetterlingen und anderen Insekten:
Schluss mit Pestiziden und der Vergiftung von Schmetterlingen!

Schlaraffenland für Insekten

Großes Ochsenauge
Die Stühle reichten nicht. So groß war der Andrang und das Interesse am Vortrag des BUND Bretten zum Thema „Mein Garten – Schlaraffenland für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten“. Garten- und Balkonbesitzer aus Bretten und Umgebung wurden von Gerhard Dittes mit faszinierenden Makroaufnahmen auf eine Entdeckungsreise durch einen blühenden Garten mit seinen vielfältigen Insekten mitgenommen.
Im zeitigen Frühjahr entfalten Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen und Blaukissen ihre Blüten. Diese liefern eiweißhaltigen Blütenstaub und zuckerhaltigen Nektar für Bienen, Schwebfliegen und Hummeln. Im Sommer locken Lavendel, Staudenwicken und Wildrosen Tagfalter und das an einen Kolibri erinnernde Taubenschwänzchen an. Die Blüten der Schneebeere sind von Juni bis September eine schier unerschöpfliche Futterquelle für hungrige Insekten wie Grab-, Lehm- und Knotenwespen sowie für verschiedene Schwebfliegenarten.
Gerhard Dittes, Naturfotograf und Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Bretten, berichtete auch über die interessante Lebensweise ausgewählter Insekten. So ernährt der Bienenwolf, eine Grabwespenart, seine Larven mit Honigbienen, die er zuvor mit einem Giftstich lähmt.
Die Winterschwebfliege überquert im Spätsommer die Alpen, wenn sie von Bretten nach Italien fliegt, und das Taubenschwänzchen kann in einer Minute bis zu hundert Blüten besuchen. Gartenbesitzer sollten auf Pestizide verzichten, Blüten vom Frühling bis zum Herbst anbieten und Nisthilfen für Wildbienen bereitstellen.

Artenvielfalt mit Biowein

Biowinzer setzen in ihren Weinbergen keine Pestizide ein und lassen bunte Blühmischungen zwischen den Rebzeilen wachsen. Deshalb gibt es hier Nahrung für viele Schmetterlinge, Schwebfliegen, Wildbienen und Käferarten. Der Verzicht auf Pestizide schont auch die Boden-organismen wie Würmer, Asseln und Springschwänze. Diese bereiten Humus, der die Bodenfruchtbarkeit erhöht und der Bodenerosion vorbeugt. Das Ziel, Weinberge nachhaltig zu bewirtschaften, erfordert von allen am Weinbau Beteiligten gemeinsame Anstrengungen. Dazu hatte die Umweltakademie Baden-Württemberg zum Symposium „Nachhaltigkeit im Weinbau“ nach Marbach eingeladen .

Siehe auch Artikel der Marbacher Zeitung

Bevor die letzte Biene stirbt…

https://secure.avaaz.org/de/index.phpes sterben Milliarden von Bienen. In den USA gibt es jetzt schon nicht annähernd genug Honigbienen, um die Nutzpflanzen zu bestäuben. Und in Europa verlieren die Imker jedes Jahr mindestens 10 % ihrer Bienen.

Wir befinden uns inmitten einer Umweltkatastrophe, die uns alle bedroht. Denn ohne Bestäubung durch Bienen ist unsere gesamte Nahrungskette in Gefahr!

Wissenschaftler schlagen Alarm über Pestizide, die unsere Bienen vergiften. Sie sagen, dass wir auf unseren Nutzpflanzen viel mehr Insektengifte einsetzen, als nötig sind. Und genau wie bei Ölkonzernen und dem Klimawandel schlagen auch hier die großen Chemiefirmen, die Pestizide verkaufen, zurück: mit dubioser, unternehmensfinanzierter Forschung wird die Beweislage angezweifelt und Politikern eine Ausrede geboten, wichtige Entscheidungen hinauszuzögern.

Doch dieses Jahr könnten Europa, Kanada und die USA endlich hart gegen diese Gifte vorgehen — und Avaaz hat einen Plan geschmiedet, um das zu verwirklichen:

1. Die Pestizidforscher zu Whistleblowern machen, die vor Regierungsbeamten und Ministern aussagen können;
2. Dringende Studien durchführen, um zu zeigen, wie Nutzpflanzen auch ohne diese Gifte gedeihen;
3. Riesige öffentliche Kampagnen mit Verfechtern aus der Politik starten, um die Verbote durchzusetzen.

Wissenschaftliche Studien und weltweite öffentliche Kampagnen sind teuer. Womöglich ist Avaaz das einzige Crowdfunding-Modell der Welt, das schnell genug die nötigen Spenden aufbringen kann, um von Bürgern gestützte globale Studien zu finanzieren, die zeigen, wie wir auch ohne diese Gifte Landwirtschaft betreiben. Solche Studien können die befangene Forschung der großen Pharmakonzerne anfechten. Dies ist dringend notwendig und wenn wir es nicht schaffen, wer dann?
Tragen Sie jetzt mit einem Klick dazu bei — bevor die letzte Biene stirbt:

Europäische Plastikstrategie

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 560 000 Tonnen Plastikabfälle „produziert“. Davon wurde die Hälfte nach China exportiert. Aus Umweltschutzgründen hat China jetzt den Import von Plastikabfällen verboten. Wohin jetzt mit dem deutschen und den insgesamt 25 Millionen Tonnen Plastikmüll der Europäischen Union?
Um dieses Problem zu lösen hat die Europäische Kommission im Januar 2018 eine Plastikstrategie vorgelegt. Dabei soll die Herstellung und Verwendung von Kunststoffen abfallfreundlicher werden. Plastikmüll soll verringert und vermehrt wiederverwendet werden.
Plastik verschmutzt nicht nur die Meere und Strände: Über die Nahrungskette schädigt es Tiere und Menschen.

Siehe unter: Kommission legt europäische Plastikstrategie vor

Steckbrief: Die Skorpionsfliege

Insekt des Jahres 2018 ist die Skorpionsfliege. Ihr Name kommt von einer Greifzange am Hinterleib des Männchens, die an die Scheren der Skorpione erinnert. Diese Greifzange dient der Fortpflanzung des Insekts. Sie wird beim Werben um ein Weibchen in Vibration versetzt, um das Weibchen anzulocken. Danach geben die Männchen ihrer Partnerin eine Portion eiweißreichen Speichels zu fressen, den sie selbst produzieren.
Trotz des erschreckenden Insektensterbens ist die Skorpionsfliege in Mitteleuropa immer noch weit verbreitet.
„In Bretten und Umgebung findet man dieses unverwechselbare Insekt nicht selten an Waldrändern, Hecken und Wiesen“, weiß Matthias Menzel vom BUND.
Die Skorpionsfliege ist ein schlechter Flieger, aber ein guter Kletterer. Ihre Ernährung ist vielseitig: Reifes Obst, Nektar und Blütenstaub stehen auf dem Speisezettel. Um dieses harmlose Tierchen bekannter zu machen wurde es vom Deutschen Entomologischen Institut zum Insekt des Jahres 2018 ausgewählt.

Jahresrückblick 2017: Vielfältige Aktivitäten des BUND Bretten

BUND-Aktive bei der Pflege eines Feuchtbiotops.
Trotz Maschineneinsatz dauerte die Arbeit einige Stunden.
Wildbienen und Amphibien geschützt
Nach der Begrüßung der Mitglieder durch den ersten Vorstand Gerhard Dittes und seinen Stellvertreter Matthias Menzel wurden die Tätigkeitsberichte erstattet und die Vorstände sowie Kassiererin Christa Franck und die Kassenprüfer Gertraud Steinbach und Hans-Georg Leonhardt einstimmig entlastet.

Die BUND-Ortsgruppe Bretten kann auf ein arbeitreiches Jahr 2017 zurückblicken:
Neben der Umweltberatung, der Teilnahme an Fortbildungen und der Unterstützung auswärtiger Gruppen mit Ausstellungen und Vorträgen bildeten der Amphibien- und Wildbienenschutz die Schwerpunkte der Aktivitäten.

– Wie in den vergangenen Jahren wurde der Amphibienschutzzaun zwischen Bauerbach und Büchig betreut. Entlang des Zaunes mussten 35 Fangeimer eingegraben und während der Wanderungen von Februar bis April regelmäßig geleert werden. Die von der Fahrbahn abgefangenen Erdkröten, Springfrösche und Molche wurden jenseits der Straße in ihr Laichgewässer eingesetzt. Diese zeitaufwändige Arbeit muss meist bei nasskaltem Wetter durchgeführt werden. Über die geretteten Tiere wird genau Buch geführt.
„Im Jahr 2017 haben wir 1107 Amphibien vor dem Straßentod gerettet“, berichtet Gertraud Steinbach, die zusammen mit ihren Helfern diese Strecke betreut.

– Außerdem wurden Laichgewässer saniert und Biotope gepflegt.

– Zum Schutz der Wildbienen, insbesondere der Mauerbienen, wurden gemeinsam mit Schülern und der Fachschaft Biologie des Melanchthon-Gymnasiums und der Stadtgärtnerei rund 5000 Traubenhyazinthen an der Apothekergasse gepflanzt. Beim Naturerlebnistag im Großen Wald konnten Kinder und Jugendliche wieder viele Nisthilfen für Wildbienen basteln.

– Der BUND-Bretten hat sich an der landesweiten Kartierung von Reptilien, Amphibien und der Gottesanbeterin beteiligt. Gleich mehrere Funde dieses auffälligen Insekts konnten an die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) gemeldet werden.

– Die Ausbreitung der Spinnenassel schreitet weiter voran. Auf unserer Homepage meldeten über 140 Leser Funde dieses wärmeliebenden Tieres. Alle Fundorte wurden in eine bisher einmalige Verbreitungskarte eingetragen.

Biotopverbund-Erklärfilm

Die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen gehören zu den größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Neben Straßen und Siedlungen trennen monotone und ausgeräumte Agrarflächen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Baden-Württemberg gehört weltweit zu den Regionen mit den meisten Straßen- und Autobahnkilometern je Flächeneinheit. Eine der wichtigsten Aufgaben des Naturschutzes ist den Biotopverbund umzusetzen und zu sichern.
Was ein Biotop-Verbund ist und wie er funktioniert erklärt der Film.

Buchtipp: Pestizide! Überall auf der Welt sind sie auf dem Vormarsch

Überall? Nein! Ein von unbeugsamen Vinsch­gern bewohntes Dorf in Südtirol hört nicht auf diesem Eindringling Widerstand zu leisten. Mals will zur ersten Gemeinde Europas werden, die den Einsatz von Pestiziden in der Landwirt­schaft verbietet.
In einer Volksabstimmung entscheiden sich 76 Prozent der Bewohner für eine Zukunft ohne Glyphosat & Co. Eine 5000-Seelen-Gemeinde, angeführt von einem Dutzend charismatischer Querdenker, fordert damit eine übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrar­industrie zum Kampf herauf.
Alexander Schiebel erzählt die Geschichte dieses Aufstandes und enthüllt dadurch das streng geheime Rezept jenes Zaubertrankes, der die mutigen Malser unbesiegbar macht.
Eine Inspirationsquelle für Aufständische in aller Welt – und ein lebendiges Porträt jenes kleinen Dorfes, das sein Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte.

Oekom Verlag München 2017

Die skandalöse Wiederzulassung des Totalherbizids Glyphosat belegt die Schwächen des Zulassungsverfahrens für Pestizide

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert eine umfassende Reform von Pestizid-Zulassungsverfahren auf europäischer und nationaler Ebene.
„Weil der Krebsverdacht nach wie vor gilt, hätte das Vorsorgeprinzip greifen müssen, Glyphosat hätte sofort und ohne Ausnahmen verboten werden müssen. Auch die negativen Umweltfolgen wurden nicht angemessen berücksichtigt, obwohl Glyphosat maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft beiträgt“, so BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Deshalb fordert der BUND, Studien durch unabhängige wissenschaftliche Institute anstatt durch die antragstellenden Pestizidhersteller, eine stärkere Berücksichtigung von Umweltaspekten im gesamten Verfahren, der Ausbau von Monitoring-Maßnahmen sowie mehr Transparenz bei den Zulassungsverfahren.
Mehr dazu unter: Glyphosat-Skandal beweist Notwendigkeit einer Reform der Pestizid-Zulassungsverfahren

Unser Rüdtwald-Video

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