Willkommen bei der BUND-Ortsgruppe Bretten!

  

Zottiger Bienenkäfer in Bretten

Zottiger Bienenkäfer Trichodes alvearius
Zottiger Bienenkäfer

Obwohl er nur etwa eineinhalb Zentimeter groß ist, kann der Zottige Bienenkäfer (Trichodes alvearius) kaum übersehen werden. Das liegt an seiner leuchtend orangeroten Färbung mit drei breiten, blauschwarzen Querbinden. Vor allem auf großen,weißen Blüten ist er leicht zu erkennen.Doch wie ist er zu seinem Namen „Bienen“käfer gekommen? Und was hat er mit Bienen zu tun?

Dieser Käfer ist ein Brutparasit. Das Weibchen kann keine eigenen Brutnester anlegen. Es ist deshalb darauf angewiesen, seine Eier in die Brutzellen von Wildbienen, vor allem bei der Gehörnten Mauerbiene, zu legen. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven sind himbeerrot und hell behaart. Sie ähneln einer Raupe. In den Nestern der Wildbienen ernähren sie sich von deren Eiern, Larven und Puppen .
Da die Entwicklung des Zottigen Bienenkäfers vom Ei bis zum fertigen Käfer bis zu fünf Jahre dauern kann, dürfen Brutzellen, aus denen auch nach länger als einem Jahr keine Bienen geschlüpft sind, nicht geöffnet oder gereinigt werden. Der Zottige Bienenkäfer besucht die Blüten von etwa zwei Dutzend Pflanzenarten. Dort frisst er Blütenstaub und Nektar und erbeutet kleine Insekten. Besonders gerne besucht er weiße Doldenblütler wie die Wilde Möhre oder dem Wiesen-Kerbel.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist der seltene und gefährdete Zottige Bienenkäfer besonders geschützt. Deshalb hat der BUND Schutzmaßnahmen für diesen Käfer durchgeführt. Dazu gehören die gezielte Förderung bestimmter Wildbienenarten und die Bereitstellung der erforderlichen Futterpflanzen. Wie erfolgreich diese Maßnahme ist, zeigt sich daran, dass sich auch verwandte Arten dieses Käfers angesiedelt haben. Wildbienenschutz ist die Voraussetzung für das Überleben zahlreicher Wildbienenparasiten. Diese gelten, wie alle Parasiten, als „Motoren“ der Evolution. Sie tragen zur Biodiversität, also zur Vielfalt der Arten, bei. Der BUND bittet deshalb darum, Parasiten an Wildbienennisthilfen am Leben zu lassen.

Earth Night 2026 am 11. September

Nachtretter BUND PlakatDurch künstliche Beleuchtung werden die Nächte immer heller. Das schadet Pflanzen, Tiere und Menschen.Vor allem nachtaktive Insekten und Fledermäuse sind davon betroffen. Durch die Earth Night soll auf diese Problematik aufmerksam gemacht werden.

Jeder kann sich daran beteiligen.
Am 11.9.26 mit Beginn der Dunkelheit alle Außenlichter, bis auf die allernotwendigste Beleuchtung, für eine ganze Nacht lang abschalten oder reduzieren.

Neben Umweltorganisationen wie der BUND beteiligen sich auch Gemeinden an dieser Aktion. So nimmt zum Beispiel die Stadt Stuttgart zum siebten Mal an der Aktion teil.

BUND Baden-Württemberg Projekt: Die Nachtretter

Stuttgart macht bei der Earth Night das Licht aus

Eart Night: Licht aus für eine ganze Nacht

Massive Kürzungen gefährden Artenvielfalt

Allianz für Artenvielfalt
Bild Copyright: Allianz für Artenvielfalt

Im Juni 2026 wurden in Baden-Württemberg drastische Kürzungen der Naturschutz-Mittel für Arten- und Biotopschutzmaßnahmen vorgenommen. Die Kürzungen betreffen auch Vorkommen von hochgradig gefährdeten Arten und bedeutende Naturschutzgebiete im ganzen Land.
Über Jahre erzielte Fortschritte werden langfristig stark zurückgeworfen, eine Reparatur wird in Zukunft noch höhere Kosten verursachen.
Das aufgebaute vertrauensvolle Verhältnis von Naturschutz und spezialisierten Landwirten sowie Landschaftspflege-Unternehmen wird langfristig geschädigt.
Die Finanzierung von unterschriebenen Verträgen mit Fachbüros und die Kooperationen mit gebietsbetreuenden Verbänden wurden mitten in den Geländearbeiten gekürzt oder eingestellt. Dies verursacht einen hohen wirtschaftlichen Schaden und Vertrauensverlust.

Mehr Informationen und die Möglichkeit eine Petition zu unterzeichenen finden Sie auf der Seite der „Allianz für Artenviefalt“

„Tag der Artenvielfalt“ – Exkursion in das Landschaftsschutzgebiet „Rechberg“ in Bretten

Exkursion BUND Ortsgruppe Bretten auf den Rechberg 2026Die BUND Ortsgruppe Bretten hat am 14.06.2026, dem „Tag der Artenvielfalt“, zu einer Exkursion durch das Landschaftsschutzgebiet „Rechberg“ eingeladen. Vorneweg informierte Gertraud Steinbach über die verschiedenen Arten von Schutzgebieten und die Schutzwürdigkeit und Bedeutung des Naturraumes um das Landschaftsschutzgebiet „Rechberg“ mit seinen Streuobstbeständen, Heckenstrukturen und Flachland-Mähwiesen im Speziellen.
Im weiteren erläuterte Gerhard Dittes die Historie des Landschaftsschutzgebietes und wie es zu der Ausweisung im Jahr 1990 gekommen ist. Diese geht auf eine Initiative des BUND Bretten in den 1980ziger Jahren zurück. Schon damals war Gerhard Dittes aktiv und ohne sein Engagement wäre dieser wertvolle Naturraum wohl kaum erhalten worden.

Mit Köcher und Leintücher auf Insektenfang

In kleiner Gruppe ging es dann auf Insektenfang. Mit Köcher und Leintücher bewaffnet wurden auf Wiesen und entlang von Feldhecken zahlreiche Käfer, Wanzen und Spinnen gesammelt. Diese wurden in Becherlupen genau betrachtet und bestimmt und anschließend wieder in die Freiheit entlassen. Darunter war auch die „Streifenkreuzspinne“, die Spinne des Jahres 2026. Siehe auch hier „Teilnehmerbild der Exkursion.“ Ihre Wahl soll auf die Wichtigkeit ihrer Lebensräume, das sind strukturreiche Offenlandschaften, Wiesen und Waldränder, aufmerksam machen.

Daneben gab es Nistplätze von Wildbienen in Erdwegen zu bestaunen und eingehende Informationen zu dieser faszinierenden Insektenart. Während der Durchwanderung des Landschaftsschutzgebietes wurde auf die naturschutzfachliche Bedeutung der Wiesen- und Heckenstrukturen und auf die Bedeutung und Nützlichkeit von Totholz in den Streuobstwiesen zum Erhalt der Biodiversität eingegangen. Nach gut 2 Stunden waren alle gut informiert und der Rundgang wurde bei guter Stimmung und bestem Wetter beendet.

BUND – Regionalgeschäftsführer verabschiedet

Verabschiedung WeinrebeFast zwei Jahrzehnte unterstützte Hartmut Weinrebe, Geschäftsführer des BUND-Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein, die Ortsgruppen der Region. In einer Feierstunde wurde er jetzt verabschiedet. „Großes Fachwissen, außerordentliche Kompetenz und Zuverlässigkeit zeichnen ihn aus. Auch war er für die Ortsgruppen immer erreichbar – auch außerhalb der Bürozeiten“, betonte Armin Gabler, der Vorsitzende des Regionalverbandes.

In seiner Abschiedsrede bedankte sich Hartmut Weinrebe für die gute Zusammenarbeit und betonte, dass der BUND ein Naturschutzverband ist, für den er gerne gearbeitet hat. Dabei hob er besonders die Energie und Kompetenz der Ortsgruppen, die sich ehrenamtlich und unermüdlich für den Schutz der Natur einsetzen, hervor. „Umwelt- und Naturschutz kann sich auf Dauer nur dann durchsetzen , wenn er eine hohe Qualität besitzt“, betonte Hartmut Weinrebe. Dies zeigte sich vor allem bei Stellungnahmen zu geplanten Eingriffen der Gemeinden in die Natur.
„Hartmut Weinrebe hat in über hundert Stellungnahmen zu geplanten Eingriffen in die Natur die Ortsgruppe Bretten unterstützt. Darüber hinaus vermittelte er immer wieder zwischen den Aktiven vor Ort, den zuständigen Behörden und anderen Institutionen“ , lobte Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten.

„Tag der Artenvielfalt 2026“

Tag der ArtenvielfaltDer Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) hat den Tag der Artenvielfalt in Baden-Württemberg im Jahr 2022 ins Leben gerufen. Mit dem landesweiten Aktionstag möchte der LNV Bewusstsein für die Naturschätze Baden-Württembergs schaffen und die Themen Biodiversität und Artenkenntnis in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rücken. Am „Tag der Artenvielfalt“ dreht sich alles um die faszinierende Vielfalt der Arten im „Ländle“.Weitere Information hier

Dazu bietet auch die BUND Ortsgruppe Bretten am 14. Juni 2026 eine Rechberg Exkursion  an:

Die Artenvielfalt einer Heckenlandschaft

Die Artenvielfalt nimmt in atemberaubendem Tempo ab. Jahr für Jahr verlieren wir immer mehr Tier- und Pflanzenarten. Damit einher geht auch eine drastische Abnahme der Biomasse der Insekten mit all ihren Folgen. Mit dem Rückgang der Biodiversität verliert der Naturhaushalt seine Stabilität. Die Folgeschäden sind nicht mehr reparierbar. Nur dort, wo ungestörte Lebensräume noch vorhanden sind, kann sich Vielfalt erhalten und entwickeln.

Am „Tag der Artenvielfalt“ lädt die Ortsgruppe Bretten des BUND dazu ein, diese Vielfalt im ca. hundert Hektar großen Landschaftsschutzgebiet „Rechberg“ gemeinsam „unter die Lupe zu nehmen“. Soweit vorhanden, bitte Becherlupen mitbringen. Auch Kinder können gerne mitmachen. Auf die Ergebnisse dürfen wir alle gespannt sein.
Einführend geben Gerhard Dittes und Gertraud Steinbach Informationen zur Entstehung und Bedeutung dieses Lebensraumes, seiner vielfältigen Struktur aus Hecken und Streuobstwiesen.

Sonntag, den 14. Juni 2026, Beginn 10:00 Uhr, Ende ca. 12:00 Uhr

Treffpunkt: Parkplatz Rechbergklinik Bretten Edison- /Virchowstraße
(siehe Plan ) Fragen an info@bund-bretten.de

Treffpunkt Tag der Artenvielfalt

BUND sucht Wiener Nachtpfauenauge

Im Mai 2024 erreichten den BUND fast 40 Fundmeldungen vom größten Schmetterling Mitteleuropas, dem Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia pyri). Dieser Schmetterling ist mit einer FlügelspannwWiener Nachtpfauenaugeeite von 16 Zentimeter nicht zu übersehen. Die Funde erstreckten sich von Gochsheim über Bretten bis nach Kleinglattbach. Auch Raupen und Puppenfunde wurden gemeldet.
Damals hielten Wissenschaftler eine Einwanderung dieses Falters in den Kraichgau für unwahrscheinlich. Vielmehr wurde vermutet, dass es sich bei den Funden um Zuchtexemplare handelte, mit denen versucht wurde, diese Art bei uns anzusiedeln.
Man war damals gespannt, ob weitere (Zucht-)Exemplare des Wiener Nachtpfauenauges im Raum Bretten entdeckt werden. Im vergangenen Jahr wurden keine Funde gemeldet.
Raupe Wiener Nachtpfauenauge
Aber in den vergangene Tagen erreichten den BUND gleich mehrere Fundmeldungen. Es könnte also durchaus sein, dass dieser große Schmetterling im Kraichgau heimisch wird. Deshalb bittet der BUND Funde, auch von Raupen und Puppen, möglichst mit Belegfoto hier zu melden.

Wir möchten noch darauf hinweisen, dass, wie bereits in unserem Artikel vom 28.05.2024 erwähnt, die Falter keine Nahrung aufnehmen können, weil ihre Mundwerkzeuge verkümmert sind. Während dieser Zeit zehren sie von ihren Fettreserven.

Brettener Mauersegler – zurück aus Afrika

Mauersegler (Apus apus)Am letzten Sonntag im April zeigten sie sich wieder am blauen Himmel über Bretten. Die Mauersegler (Apus apus) sind aus ihrem afrikanischen Winterquartier nach Bretten zurückgekehrt! Meistens treffen diese Vögel in der ersten Maiwoche in Bretten ein. Dies geht aus den Aufzeichnungen eines Mitarbeiters des BUND, der die Ankunftszeiten dieser Vögel seit dem Jahr 2012 registriert, hervor. In diesem und im letzten Jahr kamen die Mauersegler bereits am 26. April in Bretten an.

Die Flügel der Mauersegler sind lang, schmal und sichelförmig. Ihre Schwanzfedern ähneln kurzen Spießen. Während des Fluges geben sie unüberhörbare, schrille Laute von sich, die sich wie „sriiü“ anhören. Die etwa schwalbengroßen Mauersegler sind wahre Flugkünstler. Im Sturzflug erreichen sie Geschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometer. Während des Flugs können sie ihre Richtung blitzschnell ändern, um in der Luft schwebende Insekten zu erbeuten. Dabei steigen sie in Höhen bis zu 3000 Meter auf, um Blattläuse, Fliegen, Käfer und sogar in der Luft schwebende Spinnen zu fressen.

Mauersegler können im Flug schlafen. Dazu steigen sie abends in große Höhen auf. Doch was machen sie, wenn sie bei Regenwetter oder Kälte keine Beutetiere in der Luft finden? Dann sind sie in der Lage, ihren Körperstoffwechsel so zu drosseln, dass sie tagelang ohne Nahrung auskommen können.
Mauersegler sind Kulturfolger. Die einstigen Felsenbrüter sind inzwischen zu Gebäudebrütern geworden. Zum Nisten benutzen sie Hohlräume in meist hohen Häusern oder Türmen. Moderne Gebäude mit einer geschlossenen Fassade haben zu einem drastischen Rückgang an Nistplätzen geführt. Das durch Pestizide verursachte Insektensterben hat das Nahrungsangebot verringert. Und schließlich hat der Klimawandel dazu geführt, dass sich das Zugverhalten dieser Vögel verändert hat.
„Die Ankunftszeit der Mauersegler hat sich um ein bis zwei Wochen nach vorne verschoben und der Wegzug um die gleiche Zeit nach hinten“, betont der BUND-Landesverband Hessen.

Buchtipp: Was also sollen wir essen?

Dave Goulson Was also sollen wir essen?von Dave Goulson erschienen im Hanser Verlag
Zucker, Palmöl, Gemüse, Fisch oder Fleisch – was ist wirklich gesund und nachhaltig? Ein kluger, alltagstauglicher Wegweiser für alle, die essen wollen, ohne die Welt zu zerstören.

Unsere Ernährung steckt in der Krise: Wir wollen gesund leben, doch auf unseren Tellern liegen hochverarbeitete, überzuckerte, nährstoffarme Produkte – belastet mit Pestiziden und Schwermetallen. Das gefährdet nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Natur. Böden verarmen, Arten verschwinden, das Klima leidet – und mittendrin: unser tägliches Essen. Dave Goulson, international renommierter Biologe und leidenschaftlicher Aufklärer, zeigt, wie eng unser persönliches Wohl mit dem Zustand der Erde verknüpft ist – und was wir konkret tun können. Welche Lebensmittel wirklich bio sein sollten, worauf es beim Einkauf ankommt und wie wir alle zum Wandel beitragen können – sachkundig und verständlich bringt Goulson Licht ins Dunkel der Supermarktregale.

5 Fragen an … Dave Goulson

Klimawandel heizt Amphibien ein

BUND Ortsgruppe Bretten im AmphibieneinsatzIn Bretten und Umgebung leben rund ein Dutzend Amphibienarten, wie Erdkröten, Springfrösche, Molche und Feuersalamander. Alle sind nach dem Naturschutzgesetz geschützt. Sie können aber nur in Biotopen überleben, die ihren Bedürfnissen entsprechen.
Leider wurden in den letzten Jahrzehnten ihre Lebensräume zerstört, durch Straßen zerschnitten und ihre Laichgewässer zugeschüttet. Hinzu kommt, dass durch den Klimawandel immer häufiger Tümpel austrocknen. Um das Überleben dieser Tierarten zu sichern, hat der BUND Bretten jahrzehntelang, in oft regnerischen Nächten, Tausende von Lurchen vor dem Straßentod bewahrt.

Gleichzeitig wurden an geeigneten Stellen Laichgewässer angelegt und dafür gesorgt, dass ein sicheres Queren von Straßen ermöglicht wurde.

„Bei der jährlich stattfindenden Frühjahrs-wanderung benötigen Amphibien einen sicheren Weg von ihrem Winterquartier zum Laichgewässer. Um dies zu gewährleisten, ist ein amphibiengerechter Wanderkorridor erforderlich,“ betont Gertraud Steinbach vom BUND.

Der Schutz der Amphibien ist deshalb so wichtig, weil diese eine zentrale Rolle im Naturhaushalt spielen. Aus dem Laich der Kröten und Frösche schlüpfen Tausende von Kaulquappen, die sich von Algen ernähren. Sie selbst dienen dann als Futter für zahlreiche Tiere wie die Larven von Libellen und Wasserkäfern. Ausgewachsene Frösche werden von Ringelnattern und Störchen gefressen.

Auch Amphibien leiden unter dem Klimawandel. Sie müssen sich während eines langen, trockenen Sommers eingraben, um nicht auszutrocknen. In dieser Zeit können sie keine Nahrung aufnehmen. Mit wenig „Winterspeck“ können dann viele Tiere vor allem milde Winter nicht überleben.
Dies zeigte sich bei einer Kontrolle durch den BUND in diesem Frühjahr: In den Laichgewässern war weniger Laich als im vergangenen Jahr.

Unser Rüdtwald-Video