Willkommen bei der BUND-Ortsgruppe Bretten!

  

Steckbrief: Die Skorpionsfliege

Insekt des Jahres 2018 ist die Skorpionsfliege. Ihr Name kommt von einer Greifzange am Hinterleib des Männchens, die an die Scheren der Skorpione erinnert. Diese Greifzange dient der Fortpflanzung des Insekts. Sie wird beim Werben um ein Weibchen in Vibration versetzt, um das Weibchen anzulocken. Danach geben die Männchen ihrer Partnerin eine Portion eiweißreichen Speichels zu fressen, den sie selbst produzieren.
Trotz des erschreckenden Insektensterbens ist die Skorpionsfliege in Mitteleuropa immer noch weit verbreitet.
„In Bretten und Umgebung findet man dieses unverwechselbare Insekt nicht selten an Waldrändern, Hecken und Wiesen“, weiß Matthias Menzel vom BUND.
Die Skorpionsfliege ist ein schlechter Flieger, aber ein guter Kletterer. Ihre Ernährung ist vielseitig: Reifes Obst, Nektar und Blütenstaub stehen auf dem Speisezettel. Um dieses harmlose Tierchen bekannter zu machen wurde es vom Deutschen Entomologischen Institut zum Insekt des Jahres 2018 ausgewählt.

Jahresrückblick 2017: Vielfältige Aktivitäten des BUND Bretten

BUND-Aktive bei der Pflege eines Feuchtbiotops.
Trotz Maschineneinsatz dauerte die Arbeit einige Stunden.
Wildbienen und Amphibien geschützt
Nach der Begrüßung der Mitglieder durch den ersten Vorstand Gerhard Dittes und seinen Stellvertreter Matthias Menzel wurden die Tätigkeitsberichte erstattet und die Vorstände sowie Kassiererin Christa Franck und die Kassenprüfer Gertraud Steinbach und Hans-Georg Leonhardt einstimmig entlastet.

Die BUND-Ortsgruppe Bretten kann auf ein arbeitreiches Jahr 2017 zurückblicken:
Neben der Umweltberatung, der Teilnahme an Fortbildungen und der Unterstützung auswärtiger Gruppen mit Ausstellungen und Vorträgen bildeten der Amphibien- und Wildbienenschutz die Schwerpunkte der Aktivitäten.

– Wie in den vergangenen Jahren wurde der Amphibienschutzzaun zwischen Bauerbach und Büchig betreut. Entlang des Zaunes mussten 35 Fangeimer eingegraben und während der Wanderungen von Februar bis April regelmäßig geleert werden. Die von der Fahrbahn abgefangenen Erdkröten, Springfrösche und Molche wurden jenseits der Straße in ihr Laichgewässer eingesetzt. Diese zeitaufwändige Arbeit muss meist bei nasskaltem Wetter durchgeführt werden. Über die geretteten Tiere wird genau Buch geführt.
„Im Jahr 2017 haben wir 1107 Amphibien vor dem Straßentod gerettet“, berichtet Gertraud Steinbach, die zusammen mit ihren Helfern diese Strecke betreut.

– Außerdem wurden Laichgewässer saniert und Biotope gepflegt.

– Zum Schutz der Wildbienen, insbesondere der Mauerbienen, wurden gemeinsam mit Schülern und der Fachschaft Biologie des Melanchthon-Gymnasiums und der Stadtgärtnerei rund 5000 Traubenhyazinthen an der Apothekergasse gepflanzt. Beim Naturerlebnistag im Großen Wald konnten Kinder und Jugendliche wieder viele Nisthilfen für Wildbienen basteln.

– Der BUND-Bretten hat sich an der landesweiten Kartierung von Reptilien, Amphibien und der Gottesanbeterin beteiligt. Gleich mehrere Funde dieses auffälligen Insekts konnten an die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) gemeldet werden.

– Die Ausbreitung der Spinnenassel schreitet weiter voran. Auf unserer Homepage meldeten über 140 Leser Funde dieses wärmeliebenden Tieres. Alle Fundorte wurden in eine bisher einmalige Verbreitungskarte eingetragen.

Biotopverbund-Erklärfilm

Die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen gehören zu den größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Neben Straßen und Siedlungen trennen monotone und ausgeräumte Agrarflächen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Baden-Württemberg gehört weltweit zu den Regionen mit den meisten Straßen- und Autobahnkilometern je Flächeneinheit. Eine der wichtigsten Aufgaben des Naturschutzes ist den Biotopverbund umzusetzen und zu sichern.
Was ein Biotop-Verbund ist und wie er funktioniert erklärt der Film.

Buchtipp: Pestizide! Überall auf der Welt sind sie auf dem Vormarsch

Überall? Nein! Ein von unbeugsamen Vinsch­gern bewohntes Dorf in Südtirol hört nicht auf diesem Eindringling Widerstand zu leisten. Mals will zur ersten Gemeinde Europas werden, die den Einsatz von Pestiziden in der Landwirt­schaft verbietet.
In einer Volksabstimmung entscheiden sich 76 Prozent der Bewohner für eine Zukunft ohne Glyphosat & Co. Eine 5000-Seelen-Gemeinde, angeführt von einem Dutzend charismatischer Querdenker, fordert damit eine übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrar­industrie zum Kampf herauf.
Alexander Schiebel erzählt die Geschichte dieses Aufstandes und enthüllt dadurch das streng geheime Rezept jenes Zaubertrankes, der die mutigen Malser unbesiegbar macht.
Eine Inspirationsquelle für Aufständische in aller Welt – und ein lebendiges Porträt jenes kleinen Dorfes, das sein Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte.

Oekom Verlag München 2017

Die skandalöse Wiederzulassung des Totalherbizids Glyphosat belegt die Schwächen des Zulassungsverfahrens für Pestizide

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert eine umfassende Reform von Pestizid-Zulassungsverfahren auf europäischer und nationaler Ebene.
„Weil der Krebsverdacht nach wie vor gilt, hätte das Vorsorgeprinzip greifen müssen, Glyphosat hätte sofort und ohne Ausnahmen verboten werden müssen. Auch die negativen Umweltfolgen wurden nicht angemessen berücksichtigt, obwohl Glyphosat maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft beiträgt“, so BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Deshalb fordert der BUND, Studien durch unabhängige wissenschaftliche Institute anstatt durch die antragstellenden Pestizidhersteller, eine stärkere Berücksichtigung von Umweltaspekten im gesamten Verfahren, der Ausbau von Monitoring-Maßnahmen sowie mehr Transparenz bei den Zulassungsverfahren.
Mehr dazu unter: Glyphosat-Skandal beweist Notwendigkeit einer Reform der Pestizid-Zulassungsverfahren

Spinnenassel fährt Bahn

das Bild zeigt einen Spinnenläufer auch Spinnenassel genannt. Lateinischer Name ist Scutigera coleoptrataEin aufmerksamer Leser unserer Homepage entdeckte kürzlich eine „schwarzfahrende“ Spinnenassel. Bei einer Zugfahrt in Hessen entdeckte er in seinem Abteil eine lebende Spinnenassel. Diese Beobachtung belegt, dass die Spinnenassel (Scutigera coleoptrata) für ihre Ausbreitung auch öffentliche Verkehrsmittel benutzt. So können rasch große Entfernungen zurückgelegt und neue Gebiete besiedelt werden. Herzlichen Dank für diese bisher einmalige Fundmeldung!

Eil-Aktion: So können wir Glyphosat doch noch stoppen!

Ein Schock: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat in Brüssel ein „Ja“ zu Glyphosat durchgedrückt. Das umstrittene Ackergift ist für weitere fünf Jahre in der EU erlaubt. Ist damit die Sache entschieden? Nein! Denn die deutsche Bundesregierung kann Unkrautvernichtungsmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat trotzdem auf nationaler Ebene verbieten. Das ist unsere Chance: Wir fordern ein Verbot von Glyphosat in Deutschland!
Vielleicht erging es Ihnen wie uns Anfang dieser Woche? Wir waren geschockt, als wir hörten, dass Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Brüssel für eine weitere Zulassung von Glyphosat gesorgt hat. Monatelang hatte es in der Bundesregierung Streit über das Thema gegeben, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte sich immer strikt GEGEN Glyphosat ausgesprochen. Doch Agrarminister Schmidt hat in der entscheidenden Sitzung auf EU-Ebene trotzdem einfach für Deutschland mit „Ja” gestimmt. Damit war klar: Das Ackergift wird für weitere lange Jahre in Europa zugelassen. Christian Schmidt hat wissenschaftliche Studien ignoriert, die vor Schäden für Umwelt und Gesundheit durch Glyphosat warnen. Und der Minister hat nicht nur die vielen hunderttausend Menschen, die sich gegen Glyphosat ausgesprochen haben, vor den Kopf gestoßen. Er hat auch den Krach mit dem möglichen künftigen Koalitionspartner SPD in Kauf genommen.
Glyphosat-Protestaktion unterzeichnen!
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Wenn Hummeln nicht mehr Summen

Hummeln, die Blüten besuchen, setzen den Blütenstaub durch Vibrationen mit den Flügeln frei. Neonicotinoide beeinträchtigen diese Vibrationen. Dadurch wird die gesammelte Menge an Blütenstaub verringert. Für die Aufzucht der Brut steht dann weniger Nahrung zur Verfügung. Dies haben Forscher vom Karlsruher Institut für Technik (KIT) und der University of Stirling jetzt herausgefunden.

KIT: Das Schweigen der Hummeln


Links zu Neonicotinoiden :
Zehn Fakten zu Neonicotinoiden
EFSA: Neonicotinoide für den Menschen schädlich
die Zeit: Pestizide wirken auf Bienen wie Nikotin auf Menschen

Nationaler Aktionsplan für Bienenschutz gefordert

Weil der Bestand von Bienen und andere Insekten dramatisch zurückgeht, fordert der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der Bund Naturschutz (BN) in Bayern einen nationalen „Bienenaktionsplan“. Bienenschädliche Pestizide wie Neonicotinoide sollten verboten und Glyphosat nicht weiter zugelassen werden.
Zum Text „Nationaler Bienenaktionsplan“

Bitte mitmachen, damit Jamaika Glyphosat verhindert

Kanzlerin Merkel könnte noch schnell das wahrscheinlich krebserregende Glyphosat durchwinken, bevor die Grünen mit am Kabinettstisch sitzen. Schon am Mittwoch geht es in Brüssel um die Zukunft des Ackergiftes.Stimmt Deutschland nicht mit Nein, landet Glyphosat für zehn weitere Jahre auf unseren Feldern. Dabei ist das Gutachten, mit dem die EU für die Zulassung wirbt, zu großen Teilen von Monsanto abgeschrieben.
Die Jamaika-Parteien könnten die Glyphosat-Zulassung verhindern. Gerade die Grünen müssen Merkel jetzt klarmachen: Eine Jamaika-Koalition gibt es nur mit einem Nein zu Glyphosat. Campact hat deshalb einen Eil-Appell gestartet, bitte unterzeichnen Sie hier
Heute hat die Ständige Kommission der EU (PAFF) wieder keine eindeutige Entscheidung getroffen, wie es mit der Zulassung für das Pestizid Glyphosat weitergehen soll. Der Vorschlag der EU-Kommission, die Zulassung um 5 Jahre zu verlängern, fand keine qualifizierte Mehrheit. Svenja Koch, Pressesprecherin von Campact, kommentiert:

“Wenn sich keine Mehrheit für die weitere Zulassung von Glyphosat findet, muss die Kommission endlich im Namen von Mensch und Umwelt handeln. Langsam wird es peinlich für Juncker. Für das Gift gibt es keine Zukunft. Also weg damit. Die deutsche Bundesregierung muss sich endlich auf ein Nein festlegen. Keine Gnadenfrist für eine Chemikalie, die das Artensterben beschleunigt und im Verdacht steht, Krebs auszulösen. Jetzt muss durch ein Verbot endlich der Innovationsschub in der Landwirtschaft ausgelöst werden, der solche Totalherbizide komplett ersetzt.“

Gesucht : Eigelege der Gottesanbeterin

Der Sommer ist vorbei. Inzwischen haben auch im Kraichgau die Weibchen der Gottesanbeterinnen ihre Eier in verschieden geformten Paketen abgelegt.
Diese Eipakete (Oothek) kann man jetzt an Pflanzenstängeln, Steinen oder Hauswänden finden. Die Eier sind in diesem festen, schwammartigen Kokon fest miteinander verklebt und so vor Fressfeinden und der Witterung geschützt. Je nach Art kann ein Weibchen mehrere Kokons von unterschiedlicher Größe und Eierzahl ablegen.
Zur Erfassung dieser unverwechselbaren Insekten bittet der BUND Funde von Eipaketen zu melden.

Siehe auch: Insekt des Jahres 2017: Die Gottesanbeterin Mantis religiosa
Steckbrief: Gottesanbeterin (Mantis religiosa)

Unser Rüdtwald-Video