Willkommen bei der BUND-Ortsgruppe Bretten!

  

Nistplatz der Efeu-Seidenbiene zerstört

Efeu Seidenbiene
Efeu Seidenbiene

Die im vergangenen Spätsommer in der Brettener Innenstadt entdeckte Brutkolonie der Efeu-Seidenbiene ist jetzt der Flächenversiegelung zum Opfer gefallen. Aus Unkenntnis wurden die zahlreichen Erdnester abgegraben. Dadurch wurde die Population dieser Wildbienenart an diesem Standort vernichtet. Eine fachgerechte Umsiedlung war nicht mehr möglich.
Um solche Eingriffe in Zukunft zu vermeiden, bitten wir darum, uns über Brutplätze von „Erdbienen“ zu informieren.

Keine Wildtiere füttern!

Leider werden im Brettener Stadtgebiet immer noch wild lebende Tiere wie Tauben und Wasservögel aus falsch verstandener Tierliebe gefüttert. Dadurch wird die heimische Natur empfindlich geschädigt. Dieses Füttern ist gleich aus mehreren Gründen verboten.
So verursacht zum Beispiel der ätzende Taubenkot Schäden an Gebäuden. Um dies zu verhindern, sind kostspielige Abwehrmaßnahmen erforderlich. Auch Wasservögel, wie zum Beispiel Enten werden aus falsch verstandener Tierliebe gefüttert. Essensreste werden in Weissach und Saalbach geworfen und so entsorgt. Die Tiere gewöhnen sich schnell an diese täglichen Fütterungen und nehmen immer weniger ihrer natürlichen Nahrung zu sich. Futterreste und der Kot der Tiere führen zu Sauerstoffmangel und Faulschlammbildung in den Gewässern.

In den letzten Jahren hat sich bei uns der Sumpfbiber (Nutria) entlang unserer Bäche ausgebreitet. Diese „Riesenratten“ an Weissach und Saalbach haben inzwischen jede Scheu vor den Menschen verloren. Auch sie werden inzwischen regelmäßig gefüttert. So konnten sie sich stark vermehren. Als reine Pflanzenfresser besuchen sie Hausgärten, um dort die Beete leer zu fressen. Beim Bau ihrer unterirdischen Höhlen zerstören sie die Böschungen der Bachläufe.
„Bitte beachten Sie die entsprechenden Hinweistafeln der Stadt Bretten und befolgen Sie die Fütterungsverbote“, appelliert Matthias Menzel vom BUND Bretten an die Bevölkerung.
Siehe auch: Steckbrief: Nutria (Myocastor coypus, Biberratte oder Sumpfbiber)

  • Ein Stück Brot schwimmt im Saalbach....
  • .... der Sumpfbiber schwimmt darauf zu ...
  • ... und und verspeist den Leckerbissen.
  • Nutria vor unterhöhlter Böschung

Seltener Käferfund im Brettener Stadtwald

Großer Rosenkäfer
Großer Rosenkäfer
„So ein Glück hat man nicht alle Tage“ freut sich Hans-Georg Leonhardt vom BUND Bretten. Im Brettener Gemeindewald hatte er kürzlich einen seltenen Fund gemacht: Den Großen Rosenkäfer Protaetia aeruginosa. Dieses zu den Rosenkäfern zählende Insekt ist in Mitteleuropa nur selten anzutreffen und gilt deshalb nach der Bundesartenschutzverordnung als streng geschützt. Der bis zu drei Zentimeter große Käfer fällt durch seinen besonderen Glanz auf. Je nach Betrachtungswinkel glänzt er gelblich oder metallisch grün, verursacht durch Interferenzeffekte des Lichts an der Feinstruktur seines Chitinpanzers.
Bei seiner Entwicklung ist der Große Rosenkäfer auf Totholz angewiesen. Seine Larven ernähren sich drei Jahre lang bevorzugt im morschen Holz alter Eichen. Dann verpuppen sich die bis zu sechs Zentimeter großen Engerlinge in einem Kokon. Ab Mai sind dann die Käfer anzutreffen. Sie ernähren sich von austretenden süßen Baumsäften. Besonders auffällig ist der Flug: Wie bei allen Rosenkäferarten bleiben die Deckflügel geschlossen, nur die Hinterflügel bewegen sich auf- und abwärts.
Wie selten der Große Rosenkäfer im Vergleich zum Hirschkäfer oder anderen Rosenkäferarten ist, läßt sich an den Fundmeldungen der letzten 30 Jahre ablesen. „Nur fünfmal wurde dieses auffällige Insekt von aufmerksamen Spaziergängern in der Umgebung von Bretten entdeckt und der Fund gemeldet“ , weiß Gerhard Dittes, der Vorsitzende des BUND Bretten. Aber es besteht Hoffnung: Mit dem Alt- und Totholzkonzept der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg sollen Lebensräume speziell für Totholzbewohner erhalten und entwickelt werden. Dabei sollen die Alterung von Bäumen zugelassen und naturnahe Laubwaldbestände gefördert werden.
Im Brettener Stadtwald wird dieses Konzept allerdings schon seit Generationen umgesetzt. „Wir sind stolz darauf, dass wir in unserem Wald einen Altholzbestand von über 100 jährigen Eichen mit mehr als 16 600 Festmeter haben“, betont Ewald Kugler der Leiter der Brettener Forstverwaltung.

BUND beim Naturparkmarkt

Rotbürstige Sandbiene
Rotbürstige Sandbiene
„Woran erkenne ich Wildbienen? Mit welchen Futterpflanzen und Nisthilfen kann ich Wildbienen wirksam helfen?“
Solche Fragen stellten die Besucher, die in die Ravensburghalle zum Naturparkmarkt nach Sulzfeld gekommen waren. Während die Streuobstinitiative des Stadt- und Landkreises Karlsruhe den Besuchern ihre ökologisch produzierte Säfte von Streuobstwiesen zum Versuchen anbot, informierte der BUND Bretten über die Bedeutung und Schutzmaßnahmen für Wildbienen. Ohne die Bestäubungstätigkeit der Bienen gäbe es kein Obst und damit auch keine Obstsäfte wie „Äpfele“ oder „Birnle“.
Am gemeinsamen Infostand herrschte bis zum späten Nachmittag großer Andrang.
Die Besucher stellten nicht nur Fragen sondern berichteten auch über ihre Erfahrungen mit Wildbienen: So können die Erträge von Erdbeeren und Obstbäumen durch den Einsatz von Wildbienen gesteigert werden. Besonders erfreulich war die Bereitschaft von Lehrern, mit ihren Schülern Schutzmaßnahmen für Wildbienen durchführen zu wollen. Sie werden dabei vom BUND Bretten, der jahrelange Erfahrung im Wildbienenschutz hat, unterstützt.

Link: www.streuobstinitiative.de

Nisthilfen für Wildbienen – So nicht!

Die Zahl der Garten- und Balkonbesitzer, die Wildbienen helfen wollen, hat erfreulicherweise zugenommen. Allerdings werden aus Unkenntnis immer noch nicht funktionsfähige Nisthilfen angeboten. Die Enttäuschung, wenn dann die Wildbienen ausbleiben oder an den Nisthilfen Schaden nehmen, ist dann groß.
Aus gegebenen Anlass weist der BUND Bretten darauf hin, was beim Bau von Nistklötzen für Wildbienen beachtet werden muss, um grobe Fehler zu vermeiden.

1. Hartes Holz wie Eiche, Buche oder Esche verwenden. Kein Fichtenholz!
2. Nach den Bohren den Holzklotz abschmirgeln! Am Bohrlocheingang dürfen keine Fasern abstehen. Die Wildbienen könnten sich sonst ihre zarten Flügel beschädigen.
3. Nicht ins Stirnholz bohren! (Rissbildung)
4. Ziegelsteine mit viereckigen Löchern sind nicht geeignet. Geeignet sind spezielle Niststeine mit runden Löchern und verschieden großen Querschnitten.
5. Tannenzapfen, Rindenstücke, Heu oder Stroh werden von Wildbienen nicht angenommen. Sie dienen allenfalls anderen Insekten als Unterschlupf.

Flyer NISTHILFEN BAUEN UND LEBENSRÄUME SCHAFFEN

Überschwemmung in Bretten Ortsteil Ruit 2016

  • Regentropfen schlägt einen Krater in den Boden eines Maisackers
Zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren ist der Brettener Ortsteil Ruit vom Hochwasser heimgesucht worden. Also höchste Zeit sich ernsthafte Gedanken über die Ursachen und mögliche wirkungsvolle Schutzmaßnahmen zu machen.

Ursachen:
Extreme Wetterereignisse wie Starkregen werden, bedingt durch die Klimaerwärmung, immer häufiger auftreten.
Unbedeckte Ackerflächen (Mais- und Rübenäcker) lassen die Niederschläge rasch Hang abwärts fließen. Dabei kommt es zur Bodenerosion. Der fruchtbare Boden wird fortgespült und die Pflänzchen entwurzelt.
Durch die fortgesetzte Flächenversiegelung – der Bau von Straßen und die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten – kann immer weniger Niederschlag versickern. Das abfließende Regenwasser lässt die Pegel der Bäche rasch ansteigen.

Folgen:
Der Verlust von Ackerboden führt zu abnehmenden Ernteerträgen!
Enorme Gebäude- Sachschäden auch deswegen weil die Bebauung in hochwassergefährdete Flächen zugelassen wurde. Geschädigte Unternehmen sehen sich in ihrer Existenz gefährdet.
Versicherungen werden für wiederkehrende Schäden nicht mehr aufkommen.

Maßnahmen: weiter lesen

Pflanzteufel hat wieder zugeschlagen

Erst vor wenigen Wochen hat der BUND an die Bevölkerung appelliert, keine Wasserpflanzen in neu angelegten Laichgewässern in der freien Feldflur auszubringen. Bei einem Kontrollgang wurde jetzt festgestellt, dass ein Tümpel erneut gezielt mit Pflanzen bestückt wurde. So wurden an den Ufern gleich mehrere Weidenzweige in den Boden gesteckt und Samen von Schilf auf der Wasserfläche ausgebracht. Über die Folgen für ein stehendes Gewässer scheint sich dieser „Pflanzwütige“ nicht bewusst zu sein: In jedem Herbst fallen die Weidenblätter in den Tümpel und führen dort zu Sauerstoffmangel und Faulschlammbildung. Das Schilf beschleunigt die Verlandung des Tümpels.

Um die Fortpflanzung unserer einheimischen Amphibien zu sichern, hat der BUND Bretten erfolgreich bestehende Laichgewässer renaturiert und neue angelegt. Die Besiedelung dieser Wasserflächen soll durch die natürliche Sukzession, also Zuwanderung von standortgerechten Pflanzen und Tieren aus der Umgebung, erfolgen. Eingesetzte Pflanzen können diese Entwicklung erheblich stören. Deshalb appelliert der BUND Bretten nochmals eindringlich, keine Wasserpflanzen, Fische oder andere Organismen in stehende Kleingewässer einzubringen.

1000 Blumenzwiebeln für Wildbienen

  • Traubenhyazinthen
  • Wildtulpen
  • Gehörnte-Mauerbiene
  • Rostrote Mauerbiene
  • Frühlings-Pelzbiene
  • Furchenbiene
  • Frühlings-Trauerbiene
  • Wespenbiene
  • Blutbiene
  • Mauerbiene in Tulpe
  • Schwebfliege
  • Wollschweber
Beim Naturerlebnistag im vergangenen September stellten der BUND zusammen mit Schülern des Brettener Melanchthon-Gymnasiums das gemeinsame Projekt „Tausend Blumenzwiebeln für Wildbienen“ vor. Damit soll das Nahrungsangebot für unsere einheimischen Wildbienen, vor allem der im Frühling aktiven Mauerbienen, verbessert werden.
Dank der Spendenbereitschaft der Brettener Bevölkerung konnten mehr als 1000 Zwiebeln von Trauben-hyazinthe, Blaustern und Wildtulpe gekauft und auf mehreren geeigneten Flächen eingepflanzt werden.
Die Schüler mussten sich beim Einpflanzen der Blumenzwiebeln anstrengen, weil der Boden wegen der langen Trockenheit sehr hart war“, berichtet Annika Hoffmann vom Brettener Melanchthon-Gymnasium.

Der Erfolg dieser Aktion hat sich jetzt in diesem Frühjahr gezeigt: Fast ein Dutzend Bienenarten konnten beim Blütenbesuch an Traubenhyazinthen, Blausternen und Wildtulpen beobachtet werden. „Neben Mauerbienen konnten an diesen Frühblühern auch Frühlings-Pelzbienen, Holzbienen, Wespenbienen, Blutbienen und andere Insekten wie Wollschweber und Schwebfliegen beobachtet werden“, stellt Gerhard Dittes vom BUND Bretten fest.

Damit die Mauerbienen die zur Fortpflanzung notwendigen Nistgelegenheiten vorfinden, hatten die Schüler bereits im vergangenen Jahr über 100 spezielle Nisthilfen für die Gehörnte und die Rote Mauerbiene angefertigt und an interessierte Gartenbesitzer verteilt.
Neben den Hummeln sind die pelzigen Mauerbienen in der Lage auch bei kühler Witterung effektiv die Blüten unserer Obstbäume zu bestäuben. „Sie werden deshalb immer häufiger zur Bestäubung auf Obstanlagen eingesetzt“, ergänzt Matthias Menzel vom BUND Bretten.

Steckbrief: Gelbbindiger Schwarzkäfer (Diaperis boleti)

Gelbbindiger Schwarzkäfer
Gelbbindiger Schwarzkäfer

Auffällig ist bei diesem bis zu acht Millimeter langen Käfer der hochgewölbte Körper und die zwei gezackten, orange und schwarz gefärbten Zeichnungen auf den Flügeldecken. Die Fühlerglieder sind stark verbreitert und deshalb gut zu erkennen. Dieser Käfer ist in allen seinen Entwicklungsstadien auf die Fruchtkörper von Pilzen angewiesen, wobei er Birken- und Schwefelporlinge als Nahrung und Kinderstube bevorzugt. Auch in den Wälder von Bretten ist dieser Käfer anzutreffen.

Jahresrückblick 2015 und Mitgliederversammlung der BUND Ortsgruppe Bretten

Eine dauerhafte Leiteinrichtung mit Amphibientunneln ist dringend erforderlich, um den Bestand dieser gefährdeten Tierarten dauerhaft zu sichern“. Dies forderte Gertraud Steinbach bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des BUND Bretten. Nach der Durchführung der Vereinsregularien und Entlastung der Vorstandschaft berichtete die Amphibienschützerin von der Amphibienwanderstrecke zwischen Bauerbach und Büchig. Dort hat sie kürzlich zusammen mit ihren Helfern wieder fast tausend Kröten, Frösche und Molche vor dem Straßentod bewahrt. Allerdings können mit einem Amphibienschutzzaun nur die erwachsenen Tiere geschützt werden, die im Frühjahr zum Laichgewässer wandern. Die Rückwanderer und die Jungtiere können nur durch eine dauerhafte Leiteinrichtung mit Durchlässen geschützt werden.
Der Jahresrückblick zeigte die vielfältigen Aktivitäten des BUND Bretten im vergangenen Jahr:

  • Der BUND unterstützte die Frühjahrsputzaktion der Stadt Bretten
  • Vortrag: Käfer im Totholz: Mit faszinierenden Bildern gaben die Brettener Naturfotografen Gerhard Dittes und Hans-Georg Leonhardt Einblicke in die Welt der Totholzkäfer
  • Dass Streuobstwiesen ein „Hotspot“ der Biodiversität sind, zeigte Gerhard Dittes vom BUND Bretten mit großformatigen Fotos anläßlich einer Ausstellung im Landratsamt Karlsruhe. Seine Bilder gaben Einblicke in den großen Artenreichtum einer Streuobstwiese: Blühende Bäume, Wiesenblumen, Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer
  • BUND pflegte Nistplatz für Wildbienen
    Für im Boden nistende Wildbienen hat der BUND Bretten Nistplätze vorbereitet. Damit im nächsten Jahr Wildbienen wie Pelz-, Sand- und Seidenbienen wieder ungehindert nisten können, wurde unerwünschte Vegetation entfernt. Nach mehrstündigem Einsatz war die Fläche freigeräumt
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Überraschender Fund: Spinnenassel in Bretten entdeckt

Offensichtlich war das Tier geschwächt oder verletzt, sonst hätte ich es nicht einfangen können“,berichtet Hans-Georg Leonhardt vom BUND Bretten. Er hatte kürzlich in einem Gebäude der Brettener Innenstadt eine lebende Spinnenassel entdeckt.
Der Name Spinnenassel ist irreführend. Dieses Tier gehört weder zu den Asseln noch zu den Spinnen, sondern zu den Hundertfüßern. Sein Körperbau ist unverwechselbar: Bei einer Gesamtkörperlänge von mehr als zehn Zentimeter besitzen ausgewachsene Tiere 15 sehr lange Beinpaare, mit denen sie eine Geschwindigkeit von etwa einem halben Meter pro Sekunde erreichen. Man hat den Eindruck, als würden sie dicht über den Boden hinwegfliegen. Ihre kräftige Muskulatur und ihr hochentwickeltes Atmungssystem befähigen die Spinnenassel zu dieser sportlichen Höchstleistung.


Diese nützlichen und für den Menschen ungefährlichen Tiere ernähren sich hauptsächlich von Fliegen, Spinnen und Schaben. In raschem Lauf wird die Beute gefangen, mit einem Biss der winzigen Giftklauen getötet und dann ausgesaugt.
Die Spinnenassel ist im Mittelmeergebiet beheimatet. Durch die zunehmenden Temperaturen des Klimawandels breitet sie sich aber in den letzten Jahren in Süddeutschland aus. „Um mehr über diese Ausbreitung zu erfahren, hat der BUND Bretten vor einem Jahr eine Suchaktion gestartet“, berichtet Matthias Menzel. In dieser Zeit sind über 50 Fundmeldungen von Basel bis Mainz eingegangen.Nach diesem aktuellen Fund gehört jetzt die Spinnenassel zur Tierwelt von Bretten.
Die Ergebnisse der Fundmeldungen sind unter Verbreitung der Spinnenassel“ zu finden.

Steckbrief: die Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) – die Blume des Jahres 2016

Die Wiesen-Schlüsselblume wurde von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2016 gewählt. Aus der Begründung:

Die Lebensräume der Wiesen-Schlüsselblume, eher trockene Wiesen auf kalkhaltigem Boden, werden immer intensiver genutzt und gedüngt oder gar zu Ackerland umgebrochen. An anderen Stellen führt die Aufgabe der Nutzung dazu, dass Büsche und Bäume die lichtliebenden Schlüsselblumen verdrängen. Zwar kann die Blume des Jahres 2016 auch in lichten Wäldern noch wachsen, aber wenn die Beschattung zu stark wird, verschwindet sie. Trockene, nicht intensiv bewirtschaftete Wiesen sind immer seltener in unserer Landschaft zu finden.
Mit der Wahl von Primula veris zur Blume des Jahres soll auch auf ihren schwindenden Lebensraum aufmerksam gemacht werden, der für viele weitere Pflanzen und Tiere eine Heimat ist. Da ihr Bestand so schwach ist, darf die Wiesen-Schlüsselblume in der freien Natur nicht gepflückt oder ausgegraben werden.

Die Wiesen-Schlüsselblume erkennt man ihren dottergelben, stark duftenden Blüten mit fünf orangefarbenen Flecken (Saftmale) in der Blüte. Die Blütenkelche sind blassgrün und bauchig.
Die Hohe Schlüsselblume, die bei uns auch in vielen Gärten verbreitet ist, duftet dagegen weniger stark und die Blüten sind eher blassgelb. Der Saum der Blütenkrone ist flach. Die Blütenkelche sind länglich schmal und eng anliegend (siehe Bild 3) .
Die Wiesen-Schlüsselblume wird in einigen Ländern als stark gefährdet in den Roten Listen geführt, in Baden-Württemberg befindet sie sich bereits auf der Vorwarnliste.


Unser Rüdtwald-Video