Willkommen bei der BUND-Ortsgruppe Bretten!

  

Wildbienen für Gärten und Obstbäume – Machen Sie mit!

BUND Ortsgruppe und Melanchthon-Gymnasium:
Die Bestände der Honigbienen, sie sind wichtige Bestäuber unserer Kulturpflanzen, gehen zurück.
Imker verlieren immer mehr Bienenvölker durch Parasiten und Pestizide. Bei der Sicherung der Obsternten spielen Wildbienen eine inzwischen unersetzliche Rolle. Besonders effektive Blütenbestäuber sind die Gehörnte Mauerbiene und die Rostrote Mauerbiene.

Diese friedfertigen Mauerbienen sind besonders wichtige Blütenbestäuber, weil

… sie Blüten schneller bestäuben als Honigbienen.

… sie bereits Blüten besuchen, wenn es der Honigbiene noch zu kalt zum Fliegen ist.

… sie als Bauchsammlerinnen den Blütenstaub effektiver übertragen können als Honigbienen.

Um den Bestand der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta) und der Rostroten Mauerbiene (Osmia bicornis) zu fördern, werden speziell angefertigte Nisthilfen angeboten. Garten- und Balkon-Besitzer werden gebeten, sich an dieser Aktion von BUND und Melanchthon-Gymnasium zu beteiligen.
Informationen und Nisthilfen gibt es am Samstag, den 14. März auf dem Brettener Wochenmarkt und hier bei uns im Internet.

Gesucht : Scutigera coleoptrata (Spinnenassel)

das Bild zeigt einen Spinnenläufer auch Spinnenassel genannt. Lateinischer Name ist Scutigera coleoptrataDieses auch Spinnenläufer genannte Tier hat einen unverwechselbaren Körperbau. Es gehört nicht zu den Spinnen sondern zu den Hundertfüßern. Die Färbung variiert von gelb bis olivgrün mit drei dunklen Streifen auf dem Rücken. Mit seinen 15 langen Beinpaaren kann dieses Tier eine Gesamtlänge von über zehn Zentimeter erreichen. Scutigera „fliegt“ auf seinen stelzenartigen Beinen mit bis zu einem halben Meter pro Sekunde über den Boden. Bei dieser Geschwindigkeit können selbst flinke Schaben erbeutet werden.

Die Spinnenassel ist im Mittelmeergebiet beheimatet. Sie wurde aber schon vor einigen Jahrzehnten nach Deutschland eingeschleppt und hat Wärmeinseln zum Beispiel entlang des Rheins besiedelt. Mit zunehmender Klimaerwärmung breitet sich Scutigera weiter aus. Im Sommer 2014 wurde in einem Keller bei Rastatt ein Exemplar entdeckt.
Wir haben seit März 2015 mit der Hilfe unserer Leser eine Verbreitungskarte mit derzeit über 300 Fundmeldungen erstellt.
Wer eine Spinnenassel findet, wird gebeten den Fund mit Belegfoto an folgende E-Mail zu senden: Scutigera(at)bund-bretten.de.

BUND-Versammlung

infoDie Mitglieder des BUND Bretten treffen sich am Dienstag 24.3.2015 um 19:30 Uhr im Jugendhaus (Bretten, Bahnhofstraße). Nach den üblichen Vereinsregularien wird das Ergebnis der Amphibien- und Reptilienkartierung vorgestellt. Im anschließenden Jahresrückblick 2014 wird über die Renaturierung von Lebensräumen und Schutzmaßnahmen für Wildbienen berichtet.

Steckbrief: Efeu-Seidenbiene ( Colletes hederae)

Diese Wildbienenart gehört zu einer Gruppe sehr ähnlicher Arten. Deshalb wurde sie erst vor 20 Jahren als eigenständige Wildbienenart erkannt. Die Weibchen sind etwa so groß wie die Honigbiene, die Männchen sind deutlich kleiner. Auffällig sind die fünf gelben Ringe am Hinterleib. Sie fliegt später im Jahr als alle anderen Wildbienen, weil sie sich fast ausschließlich von Nektar und Blütenstaub des Efeu ernährt.
Abhängig von der Witterung schlüpfen die Männchen Ende August, die Weibchen folgen im September. Letztere sind dann oft bis Ende Oktober damit beschäftigt für ihre Nachkommen zu sorgen. Dafür gräbt jede Biene einen ca. 30 cm tiefen, schraubenförmigen Gang in den Boden und legt bis zu einem Dutzend Brutkammern an, deren Wände mit selbst produzierter Seide ausgekleidet werden.
Dann werden die Brutzellen mit einer Mischung aus Blütenstaub und Nektar gefüllt. An diesen Nahrungsvorrat werden dann die Eier abgelegt. Die Futtermenge ist so berechnet, dass die ausschlüpfende Bienenlarve sich bis zu ihrer Verpuppung gut ernähren kann.

Erst im Spätsommer des nächsten Jahres schlüpft dann die nächste Bienengeneration. Die Seidenbiene lebt einzeln und gräbt ihre Brutgänge selber. Nistplätze werden gemeinschaftlich genutzt, so dass Brutkolonien aus vielen hundert Individuen entstehen können. Auffällig ist, dass die Seidenbiene, die sich seit einigen Jahren auch in Baden-Württemberg ausbreitet, Sandkästen von Spielplätzen bevorzugt.

Zum Glück sind Seidenbienen friedfertige Insekten. Auf Störungen reagieren sie mit Flucht. Sie stechen nur, wenn man sie in die Hand nimmt und drückt. Der winzige Stich ist aber nach wenigen Minuten nicht mehr zu spüren.
Ein aufmerksamer Brettener entdeckte in seinem Garten rund 200 „Erdwohnungen“ der Efeu-Seidenbiene und verständigte umgehend die BUND Ortsgruppe Bretten.

Bienen in Gefahr – Helfen Sie !

Tote Honigbiene
Tote Honigbiene


Eine aktuelle Studie des Neurobiologen Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin belegt: Das Neonikotinoid Thiacloprid, das als Nervengift in Schädlingsbekämpfungsmitteln enthalten ist, ist für Bienen schädlicher als angenommen.
Zum Schutz der Bienen fordert der BUND, dass dieses Nervengift von der EU verboten werden muss.
Schreiben Sie hier an Bayer und fordern Sie den Chemiekonzern auf, Thiacloprid vom Markt zu nehmen!

Ausführliche Informationen bietet auch das Portal scinexx.de: Wie gefährlich ist das Pestizid Thiacloprid?

Steckbrief: Efeu (Hedera helix Araliaceae)

Diese immergrüne Pflanze kann bis zu 20 Meter hoch klettern. Sie wächst in Parkanlagen, Gärten, Wälder und an Mauern. Die bis zu 12 Zentimeter großen Blätter sind dunkelgrün und drei- bis fünflappig . Eine dicke Haut (Kutikula) schützt das Blatt vor starkem Wasserverlust durch Verdunsten. Erst im Alter von mindestens acht Jahren entwickeln sich die gelbgrünen , doldenartigen Blüten. Efeu blüht von Ende August bis Oktober und lockt eine Vielzahl von Insekten wie zum Beispiel Schmetterlinge, Faltenwespen und Schwebfliegen an.

Durch die Klimaerwärmung hat sich die wärmeliebende Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae), die auf Efeublüten angewiesen ist, auch in Bretten ausgebreitet. Die beerenähnlichen, blauschwarzen, kugeligen Steinfrüchte sind erst nach dem Winter ausgereift. Efeu ist giftig und kann ein Alter von über 400 Jahren erreichen.

Siehe auch: Schadet Efeu unseren Bäumen?     Efeu an Bäumen – ein Problem?

Dank engagierter Spender: Neue Kinderstuben für Lurche

Unsere einheimischen Amphibien sind auch deshalb bedroht, weil es an geeigneten Laichgewässern fehlt. Deshalb hat die BUND Ortsgruppe Bretten kürzlich wieder neue Wasserflächen angelegt. Um den spezifischen Ansprüchen der verschiedenen Amphibienarten gerecht zu werden, wurden die Laichplätze entsprechend gestaltet. Lurche sind zur Fortpflanzung auf ausreichend große, geeignete Wasserflächen angewiesen. In Anbetracht des Klimawandels muss sichergestellt werden, dass die Tümpel nicht vor Beendigung der Larvenentwicklung austrocknen. Für die kommende Laichsaison stehen jetzt insgesamt fünf (!) neue Tümpel zur Verfügung.

Herzlichen Dank an alle, die uns diese „Kinderstuben für Lurche“ ermöglicht haben.

Wildbienen und PESTIZIDE

Hummel auf GurkenblütePestizide, vor allem Neonikotinoide, stören die Orientierungsfähigkeit und schädigen das Immunsystem von Hummeln und anderen Wildbienen. Die Tiere nehmen die Chemikalien beim Blütenbesuch auf, denn der Blütenpollen ist oft mit vielen verschiedenen Agrargiften belastet. Herbizide vernichten zudem die wichtigen Wildkräuter auf unseren Feldern und damit die Nahrung der kleinen Brummer. Und ohne massiven Gifteinsatz wären die naturfernen Monokulturen in unserer Landschaft gar nicht überlebensfähig. Monokulturen bieten den Wildbienen und vielen anderen Tieren weder Nahrung noch Lebensraum und sind maßgeblich für den Schwund der biologischen Vielfalt verantwortlich.

Daher fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
• Alle auf dem Markt erhältlichen Pestizide müssen auf ihre Auswirkungen auf Bienen, Hummeln und Co. überprüft werden.
• Alle Neonikotinoide und andere bienengefährlichen Pestizide müssen verboten werden.
• Die Vielfalt heimischer Blütenpflanzen an Feld- und Wegrändern, auf Wiesen und Weiden muss gefördert und besser vor Pestiziden geschützt werden.
• Mindestens 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche muss ökologisch bewirtschaftet werden.
• Die Zulassungsverfahren für Pestizide müssen verschärft und der Umgang mit diesen Giften stärker kontrolliert und geahndet werden

mehr im BUND-Flyer Wildbienen und Pestizide

Nachhaltigkeit

Urheberrecht: / 123RF StockfotoDen Begriff der „Nachhaltigkeit“ hat der Forstmann Hans-Karl von Carlowitz 1713 geprägt:
„Wer Bäume fällt, der muss auch in gleichem Umfang wieder aufforsten damit nachfolgenden Generationen die gleichen Ressourcen zur Verfügung stehen.“

Was ist Nachhaltigkeit?
Heute umfasst Nachhaltigkeit drei Bereiche: Ökologie, Ökonomie und Soziales:
Nachhaltige Entwicklung – generationengerecht und umweltfreundlich

Ökologische Nachhaltigkeit verlangt den rücksichtsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Eine unverzichtbare, natürliche Ressource ist der Boden. Er stellt ein natürliches Tafelsilber Baden-Württembergs dar, das es auch für kommende Generationen zu erhalten gilt. Der Boden – Ein schützenswertes Gut

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum „Internationalen Jahr des Bodens“ „International Year of Soils 2015 – IYS 2015“ ausgerufen. Dadurch soll weltweit auf die Bedeutung der Böden und die Notwendigkeit ihres Schutzes aufmerksam gemacht werden. Von dieser nicht erneuerbaren Ressource gehen jedes Jahr weltweit etwa sechs Millionen Hektar verloren! Bei wachsender Weltbevölkerung steigt die Nachfrage nach Nahrungsmitteln.

Der BUND Bretten wird sich mit einer Info-Serie am „Internationalen Jahr des Bodens“ beteiligen.

Amphibien bei Laichwanderungen durch Pestizide gefährdet

infoMit dem ersten warmen Frühlingsregen werden demnächst auch unsere Brettener Lurche die Winterquartiere verlassen und ihre Laichgewässer aufsuchen. Lebensraumverlust und Straßenverkehr haben zum Rückgang des Amphibienbestandes geführt. Dass sich auch die Anwendung von Pestiziden schädigend auf die Amphibien auswirkt, haben jetzt Forscher des Instituts für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandforschung (ZALF) in einer Studie nachweisen. Unter Laborbedingungen können manche Pestizide zu einer Sterblichkeitsrate von bis zu 100 Prozent führen.

Steckbrief: Schneeflöhe

Zur Jahreswende konnten aufmerksame Beobachter auf tauendem Schnee kleine dunkle, hüpfende Punkte erkennen. Hierbei handelt es sich um primitive Insekten aus der Gruppe der Springschwänze (Collembolen). Diese nur Millimeter großen Winzlinge, besitzen eine Sprunggabel, mit der sie sich hüpfend fortbewegen können .Ein Frostschutzmittel in ihrem Blut schützt sie vor dem Erfrieren. Sie können massenhaft auftreten ,so dass man den Eindruck hat ,als ob jemand feinen Ruß auf den Schnee gestreut hätte. Verwandte Arten leben auf Gletschern (Gletscherflöhe).

siehe auch unter: Youtube: http://goo.gl/7VZrog

TV-Tipp

medienNatur- Spekulationsobjekt mit Zukunft
Wer sind Gewinner und Verlierer, wenn Banken Tiere und Pflanzen zu Finanzprodukten machen also lebende Ressourcen in spekulatives Kapital ummünzen?
Dieser Frage geht arte im Film „Natur- Spekulationsobjekt mit Zukunft“ nach, mit interessanten und zugleich erschreckenden Informationen.

Wiederholung am Dienstag, 10.02. um 8:55 Uhr und am Montag, 16.02. um 8:55 Uhr

Unser Rüdtwald-Video